Nachrichten, Hintergründe, Termine und Service aus Bergisch Gladbach

Jahrgang 1962, in Schildgen aufgewachsen, verheiratet, Vater von 4 erwachsenen Töchtern und Großvater eines Enkelsohnes. Medizinstudium in Köln. Assistenzarzttätigkeit in den Bereichen Innere Medizin, Psychiatrie und Frauenheilkunde. Leitender Oberarzt an der Frauenklinik des EVK und betreut dort das Brustzentrum.

3 Kommentare zu “FNP: Rücknahmen in Schildgen reichen nicht aus”

  1. Sascha Gajewski

    Lieber Herr Havermann,

    ich bin in der Tat der Ansicht, dass wir Bergisch Gladbach nicht isoliert betrachten können, das wäre Kirchturmpolitik.
    Wie die Pendlerstatistik zeigt (siehe: https://in-gl.de/2015/12/10/von-klein-zu-gross-bergisch-gladbachs-pendler/) hängt ein erheblicher Teil der Bergisch Gladbacher Haushalte an der Kölner Wirtschaft und auch kulturell wollen wir sicherlich nicht auf Köln verzichten. Wir sind Nachbarn und eine Schicksalsgemeinschaft.
    Völlig auf einer Linie bin ich mit Ihnen, was die verfehlte Verkehrspolitik anbetrifft. Weder die ÖPNV noch die Fahrradinfrastruktur sind nur annähernd so, wie es Bergisch Gladbach angesichts seiner Entwicklungsbedarfe bräuchte aber das ändert nichts an dem Wohnraumbedarf und den fatalen Folgen einer Verweigerung dieser Entwicklung gegenüber. Daher sollte also der Streit darum gehen, wie neue Wohnflächen bestmöglich ohne zusätzlichen Autoverkehr entstehen können und gleichzeitig für die bestehenden Wohngebiete das Angebot deutlich verbessert würde.
    Und in der Tat braucht es dafür ein integriertes Leitbild, in dem Bergisch Gladbach nicht Satelit sondern Nachbar mit eigenen Qualitäten ist.

  2. Rolf Havermann

    Lieber Herr Gajewski,

    Sie sind also wirklich der Auffassung, dass wir den Wohnungs- und Siedlungsproblemen der Stadt Köln unser grünes Bergisch Gladbach opfern sollen? Der Stadt, die auch ihre rechtsrheinischen Verkehrsprobleme auf Bergisch Gladbacher Gebiet zu lösen fordert, indem sie den unsäglichen Autobahnzubringer über den Bahndamm verlangt? Der Stadt, die die Anbindung Bergisch Gladbachs an die A4 über das Mehrheimer Kreuz vor 30 Jahren zusammen mit dem Genossen Kühn in Düsseldorf verhinderte?

    Wird Bergisch Gladbach dann zur Satellitenstadt Kölns, evtl. mit Kölner Politikern in unserem Rat?

    Verhärtet ist die Diskussion, ohne Zweifel, aber rückwärts gewandt sind lediglich die Politiker, die, wenn es um Verkehrsprobleme geht, immer nur motorisierten Individualverkehr im Auge haben und immer mehr Straßen fordern. Das aber zieht dann noch mehr Verkehr an, wie die meisten Experten voraussagen.

    Das die Schaffung von Wohnraum, gerade von dichter Wohnbebauung, immensen, zusätzlichen Verkehr für jetzt schon teilweise zu 100% ausgelastete Straßen bedeutet, scheint Ihnen auch nicht aufgegangen zu sein. Wo soll der hin, wo sollen die Neubürger, die ja eigentlich in Köln wohnen wollen, fahren?

    Ein “zukunftsgewandtes Leitbild” hätten wohl alle gerne in Bergisch Gladbach, es existiert aber nicht.

  3. Sascha Gajewski

    Liebe Mitbürger,

    mit erscheint die Diskussion verhärtet unr rückwärtsgewand, warum? Köln wird bis 2040 um bis zu 200.000 Einwohner wachsen, theoretisch. De facto wird Köln es nicht schaffen diese Mengen aufzunehmen aber die Leute kommen trotzdem, vielleicht nicht alle aber die meisten. Ein Globaltrend, den wir nicht aufhalten werden.
    Es braucht also Wohnraum, schafft man den nicht explodieren die Preise, zumindest auf den ersten Blick zugunsten der Eigentümer, definitiv zum Nachteil von Mietern und Jungkäufern. Wird kein ausreichendes Raumangebot geschaffen nimmt die Spekulation zu. Ist das, was gewollt ist?
    Gleichzeitig muss der Flächenbedarf reduziert werden, Einfamilienhäuser sollten eigentlich nicht oder nur in geringem Umfang gebaut werden. Herr Nuding geht bei seiner Annahme von 2200WE auf 55ha aber genau von diesen aus. Urbanes Wohnen strebt aus ökonomischer wie ökologischer Sicht aber eine viel höhere Dichte an, die das doppelte oder sogar mehr ermöglicht. Das findet sich in zahlreichen Nachhaltigkeitsstudien als dringende Empfehlung. Also muss die Stadt maßvoll aber ausreichend Flächen ausweisen und für eine zeitgemäß dichte und nachhaltige Siedlungsstruktur einsetzen, nicht ein weiter so. Der damit einhergehende Flächen- und Energieverbrauch stünde auch im Wiederspruch zum Pariser Klimaabkommen.
    Die Debatte sollte sich dahingehend an einem zukunftsgewandten Leitbild orientieren!
    Grüße
    Sascha Gajewski

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