Bürgermeister Lutz Urbach hat sich beim Neujahrsempfang jeder politischen Aussage enthalten und den Nachmittag im gut gefüllten Bergischen Löwen unter dem Motto „„Zusammen wachsen – zusammenwachsen“ ganz der Arbeit des sozialen Netzwerks Bergisch Gladbach gewidmet. 

Dabei stellte er den Netzwerkkoordinator Uwe Tillmann und den neuen Kämmerer und Sozialdezernenten Frank Stein („Der scheinbar Unscheinbare”) vor. 

Vor zehn Jahren wurde das Netzwerk Gronau Hand ins Leben gerufen, das zum Vorbild für vier weitere Netzwerke wurde: in der Stadtmitte, u.a. mit dem Spielemobil an der Gnadenkirche angesiedelt, in Bensberg und Moitzfeld (Kiwo im Wohnpark) und in Refrath (Krea). Auch die Schulsozialarbeit gehört zum Verbund.  

Ziel der Netzwerke sei es, erläuterte Uwe Tillmann, auch den Menschen und vor allem Kindern, die nicht auf Rosen gebetten seien, eine stärke Teilhabe zu ermöglichen. Dabei gelte es, in den Stadtteilen die Potenziale für Selbsthilfe aufzuspüren und zu stärken. Unter dieser Maxime seien viele Maßnahmen entstanden, die inzwischen in vielen Stadtteilen zum Standardprogramm gehörten – von Sprachprogrammen bis hin zum Bauwagenprojekt in den Sommerferien. 

Die Netzwerke werden von der Stadt gemeinsam mit der Katholischen Jugendagentur, der Evangelischen Gemeinde Stadtmitte, der Caritas, der Kreativitätsschule und der GL Service betrieben. Sie werden zu 60 Prozent vom Land finanziert, der Rest kommt aus der Kommune – woran sich die vier Partner der Stadt mit jeweils einem Zehntel beteiligen. 

Die Finanzierung, betonte Bürgermeister Urbach, sei immerhin bis 2021 gesichert. Darauf dürfe man sich aber nicht ausruhen, warnte Tanja Heesen-Nauroth von der der Evangelischen Gemeinde Stadtmitte – und forderte die Vertreter von Politik und Verwaltung auf, schon jetzt über die zukünftige Finanzierung nachzudenken. 

Sozialdezernent Stein freute sich auch über so aussagestarke Netzwerkbestandteile wie das „Eistütenfest” und das „Schulsachenbüdchen”, das im Rahmen der Schulsozialarbeit dafür sorgt, dass auch Kinder aus einkommensschwachen Familien einen Ranzen oder Turnschuhe bekommen. 

Zum Schluss füllten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Netzwerke die Bühne, was Urbach so kommentierte: “Wir leben in einer reichen Stadt, denn wir haben alle diese Menschen. Arm wären wir ohne diese Menschen – so haben wir nur kein Geld.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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