Die Buchmühle wird zu einem neuen Veranstaltungsort und kulturellen Treffpunkt

Die Buchmühle wird Veranstaltungsort und kulturellen Treffpunkt

Bislang teilte das „bauoffice” das Gebäude der historischen Buchmühle mit dem Restaurant „Il Mirto”. Das ist Vergangenheit, jetzt entsteht am Fronhof ein neuer Veranstaltungsort. Dieses Mal ist es eine Symbiose: von ungewöhnlicher Innenarchitektur und anspruchsvoller Eventkultur. 

Die Architektin Lisa Wendling stammt aus Sand, hatte das damals 350 Jahre alte Fachwerkhaus an der Buchmühle 1994 saniert und dort 2012 das „bauoffice” gegründet; ein Netzwerk von zunächst zwölf und  inzwischen 19 Unternehmen der regionalen Baubranche. Das historische Gebäude wurde als „Erlebnisraum Architektur” zum Showroom der freien Werbegemeinschaft: mit einer anspruchsvollen, modernen Inneneinrichtung und Räumen für eigene sowie für externe Veranstaltungen. 

Das bauoffice: Moderne Architektur in der historischen Buchmühle

Der Veranstaltungsteil wurde immer umfangreicher – und für Lisa Wendling, die auch in Neukirchen-Seelscheid ein Architekturbüro betreibt, und ihre Mitarbeiterin Manuela Komsthöft-Gerber zu aufwendig.

Doch statt zurückzustecken drehen sie jetzt richtig auf. Wendling einigte sich mit Agostina Uleri, dem Inhaber des Restaurants Il Mirto, auf eine vorzeitige Vertragsauflösung; der Gastronom will sich jetzt ganz seinem Steakhaus „El Toro” an der Hauptstraße widmen. 

In der Buchmühle dagegen wachsen das bauoffice und das ehemalige Restaurant zusammen. Im Moment wird mit den Mitgliedern vom bauoffice aufwendig saniert und umgebaut – und es entsteht ein vielseitiger Veranstaltungsort mitten in der Bergisch Gladbacher Innenstadt. 

„Wir wollen uns wieder ganz auf die Architektur konzentrieren”, sagt Lisa Wendling, „also brauchen wir einen Partner, der seine ganze Kraft und Energie in die professionelle Durchführung der Veranstaltungen steckt.”

Für diese Rolle hat Wendling zwei kundige Kräfte gefunden: Kerstin Müller und Michael Zimmer sind zwar jung, aber erfahrene Gastronomen. Sie haben sich gerade mit der Veranstaltungsagentur „eventfreunde” selbständig gemacht und waren auf der Suche nach einem Spielort. 

Das Team der Buchmühle: Manuela Komsthöft-Gerber, Lisa Wendling, Michael Zimmer, Kerstin Müller

„Hier haben wir gefunden, wovon wir immer geträumt haben”, schwärmt Michael Zimmer von der Buchmühle. Die beiden „eventfreunde” stecken voller Ideen und Tatendrang. Die erste Geburtstagsfeier wurde schon, mitten in der Baustelle, gestemmt. Am 8. März folgt mit einer literarische Weinreise unter dem Titel „Aber besoffen bin ich von Dir”, die erste öffentliche Veranstaltung.

Zur Fußball-WM wollen Müller und Zimmer die Buchmühle zum „kleinsten Stadion in Bergisch Gladbach” verwandeln und ein Public-Viewing  unter dem Motto „Chill and View” anbieten. 

Neben den eigenen Veranstaltungen besteht das Hauptgeschäft der „eventfreunde” darin, Veranstaltungen für Kunden zu organisieren. Von privaten Feiern über Workshops und Seminaren bis hin zu Unternehmensfesten. Dafür bietet die neue Buchmühle variable Möglichkeiten, mit vier Räumen für Gruppen von zwei bis 70 Personen.

Von außen soll das Gebäude einen moderneren Touch bekommen und mit Licht, Corten-Stahl und Kunstelementen in Szene gesetzt werden. Innen werden neben den offenen Räumen des bauoffice auch das ehemalige Restaurant und der Glasanbau einbezogen.

Dabei soll ein offener Raum entstehen, der von möglichst vielen kreativen Kräften genutzt wird. So können die Räume auch für Coachings gebucht werden, für alle Arten von Kursen, für kreative Kinderbeschäftigung oder für einen Koch-Workshop.

„Wir sind für alle Konzepte offen, wenn guter Geist und Herz dabei sind”, sagt die Architektin. Ihr Ziel ist es, die Eintrittsbarrieren zu senken. Daher lädt sie jeden ein, reinzuschauen: „Das hier soll ein Treffpunkt werden.”

Die Rückseite der Buchmühle: mit Lichtraum und dem Küchengarten

Im sogenannten Küchengarten hat Lisa Wendling noch etwas Besonders vor: Ein kleines Café, mit einer Mittagskarte und Platz für Begegnungen. Aber auch für Ausstellungen, Gesprächskreise, Weinproben, Live-Musik, Theater oder Kleinkunst. „Wir machen hier einen großen Topf auf und schauen, wie sich der gut füllen lässt”, beschreibt die Architektin den Plan.

So entsteht mitten im historischen Kern der Stadt, zwischen Laurentiusviertel und dem neuen Buchmühlenpark, ein neuer Anziehungspunkt. Ein sehr guter Standort, wenn die Baustelle von „Strunde hoch vier” in einigen Monaten aus dem Viertel verschwunden ist. 

In die Klagen über die Baustellen will Lisa Wendling aber gar nicht erst einfallen. Schon als Studentin hatte sie sich 1989 an einem Wettbewerb für den Fronhof beteiligt, sie kennt das Viertel so gut wie kaum jemand sonst. Ihre Perspektive ist klar: „Als Architekten arbeiten wir immer auf einer Baustelle. Unser Glas ist nie halbleer, immer halbvoll – wir machen Dinge schöner.”

Mehr Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.