Bürgerversammlung im Straßenbahnmuseum Thielenbruch

Der Arbeitskreis Verkehr Rechtsrheinisch hat bei einer Bürgerinformation im Straßenbahnmuseum Thielenbruch ein Jahr nach der Vorstellung von 33 Maßnahmen zur Bekämpfung des Staus erste Projekte konkretisiert.

Bergisch Gladbachs Baurat Harald Flügge warb erneut dafür, den Bahndamm neu zu betrachten – als Autobahnzubringer mit Platz für weitere Nutzungen.

Ein Vertreter von StraßenNRW gab als Ziel für die Fertigstellung des sechsspurigen Ausbaus der A4 das Jahr 2032 aus.

Die Stadt Köln kündigte für die Bergisch Gladbacher Straße Tempo 30 an, zudem soll dort Flüsterasphalt verlegt werden.

Der Kreis setzt auf Schnellbuslinien; als eine schnell zu realisierende Vorläuferform neuer Schienenstrecken.

Die KVB will die Kapazität der Linie 3 durch eine Verlängerung der Züge erhöhen.

Die Linie 1 soll bis Bensberg massiv ausgebaut werden, um längere Züge zu ermöglichen – und damit Potential für eine Verlängerung mindestens bis Moitzfeld zu schaffen.

Der Bau eines zweiten Gleis für die S11 wird konkreter: am 9. April in Mülheim und am 14. Mai in Bergisch Gladbach wollen die Beteiligten den aktuellen Planungsstand bei einer „Infomesse” vorstellen. 

Alle Details der Bürgerversammlung können Sie im Twitter-Protokoll nachlesen: 


G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Die Annahme, dass eine L286n die Bergisch Gladbacher Straße entlasten würde, ist noch unter Milchmädchenniveau. Mehr Straßen bedeuten mehr (KFZ-)Verkehr, das ist immer und überall zu beobachten. Wenn Herr Flügge und Co. die Menschen animieren möchten, öfter mal auf Bus & Bahn zu verzichten und das Fahrrad stehenzulassen: Weiter so! Und natürlich würde die neue Straße auch massenhaft Verkehr, nicht zuletzt LKWs, anziehen, der clever sein und von der A1 zur A4 abkürzen möchte. Eine schöne gerade Verbindung, mit der sich die überfüllten Kreuze Leverkusen und Köln-Ost umfahren lassen – klasse!

    Gefragt sind heute nicht weitere veraltete Konzepte, sondern moderne, intelligente Verkehrslösungen, die tatsächlich die Straßen entlasten und den Verkehr flüssiger, leiser und umweltfreundlicher machen.
    Die geplante zweigleisige S-Bahn und der Ausbau der Linien 1 und 3 werden die Verkehrssituation in und um Gladbach bereits deutlich entspannen, doch es gibt keinen Grund dort stehenzubleiben: Wo bleibt der Anschluss von Schildgen und Odenthal an die Linie 4, inkl. Park & Ride? Warum sollte die Linie 3 in Thielenbruch enden? Und was spricht gegen eine Straßenbahn auf dem Bahndamm, von Frankenforst nach Stadtmitte?
    Korrekt wäre daher der Satz: “Jeder Gladbacher, der dank Ausbau des Schienennetzes mit S- oder Straßenbahn fahren könnte, würde nicht über die Bergisch Gladbacher Straße fahren.”

  2. Ausgerechnet der Gladbacher Baurat meint, mit dem Bau von neuen Straßen dem Verkehr Herr werden zu können, vielleicht war es auch die Wirkung der Umgebung, der Teilnehmer. Außer dem Gladbacher Baurat sind das heute nur noch ganz wenige, die noch glauben, mit dem Bau von neuen Straßen könne man dem „Verkehrsinfarkt“ begegnen und als Binsenweisheit wird gehandelt, dass neue Straßen neuen Verkehr anziehen. Von allen anderen in den letzten 30 Jahren zu diesem Vorhaben ausgetauschten Argumenten will ich hier einmal ganz absehen. Auch durch beständiges wiederholen „Straße über den Bahndamm“ wird das Gesagte nicht richtiger, auch nicht, wenn man eine blumige Beschreibung wählt. Das Mobilitätsband neu Denken…. und raus kommt eine Straße.
    Mit einfachen Bildern wird hier versucht, eine Sicht auf den Bahndamm als völlig neue Idee zu verkaufen, ja, eine total veränderte Situation. Wer hat denn in den letzten 30 Jahren wirklich geglaubt, dass auf die einige wenige Meter breite Dammkrone eine Straße gebaut wird? Auf diese Idee muss man erst einmal kommen!!!
    Hier sollten als erstes die Studien angeführt werden, die in den letzten 30 Jahren zu diesem Vorhaben bereits erstellt wurden, die sollte man zur Kenntnis nehmen und für sich sprechen lassen. Dazu kommen dann heute noch die verschärften gesetzlichen Bestimmungen. Auf keinen Fall sollte es jetzt mit neuem Personal den wiederholten Versuch geben, die Öffentlichkeit an der Nase rumzuführen und verkehrte Hoffnungen zu wecken, obwohl man schon mehr weiß.
    Die Anlieger der Dolmanstrasse oder die der Bergisch Glabacher-/Bensberger Straße haben wie alle anderen Bürger dieser Stadt auch, das Recht auf die Sachargumente, die belastbaren Ergebnisse der Gutachten. Mit einfachen Bildern ist da niemandem geholfen. Der Verkehr wäre dann auch nicht weg, wenn es diese Straße über den Bahndamm gäbe, er wäre auch nicht woanders, sondern er bleibt dauerhaft der Begleiter in dieser Region, auch auf diesen Straßen. Er stünde dann nur auf einer weiteren Straße.
    Wir müssen „intelligenter“ mit den Mobilitätsanforderungen umgehen, was zum einen die Einbeziehung der möglichen Anwendungen durch die Digitalisierung betrifft und zum anderen der deutlich schwierigere Teil, die Verhaltensänderung und das zusätzlich zum nutzungsgerechten Ausbau des ÖPNV.
    Allein der etwas erweiterte Blick über das scheinbar einengende und als Retter in der Not angesehene „Mobilitätsband“ hinaus macht klar, das kann nicht die Lösung sein, so kann es nicht gelingen. Die A 4 ist bereits heute während der Rushhour mit kilometerlangem Stau zugestellt. Der sechsspurige Ausbau der A 4 vom Autobahnkreuz Ost bis Moitzfeld steht ab voraussichtlich 2032 zur Verfügung. Da sich in den nächsten 5-10 Jahren die „Durchfahrzeit“ an der Rheinschiene von “vor Düsseldorf bis hinter Köln” mehr als verdoppelt – aufkommendes Frachtvolumen von den Häfen im Norden in den Süden Europas, wir erinnern uns, dafür haben die Schweizer den Gotthardtunnel gebaut – deshalb wird es auch weiterhin den Stau auf der A 4 geben, weil der Verkehr nicht abfließen kann. Von Baustellen wegen Instandsetzung, Erneuerung, Modernisierung in dieser Region ganz zu Schweigen. Die dritte Spur auf der A 4 ist dann willkommen und mit großer Freude als Busspur zu benutzen und damit stimmt auch der Schwerpunkt der Initiative wieder, Stärkung des ÖPNV, das ist die Botschaft.

  3. Oh, wie herzlich habe ich gelacht: “Jedes Fahrzeug, das über die L286n fahren könnte, würde nicht über die Bergisch Gladbacher Straße fahren.”
    Als Alltagsradfahrein muss ich hier energisch widersprechen. Sobald auf dem Bahndamm Autos fahren dürfen, ist die Strecke für uns Radfahrer erledigt, für uns wäre kein Platz mehr. Das gilt auch für die Kinder/Jugendlichen auf dem Weg zu den Otto-Hahn-Schulen. Seit über 20 Jahren beobachte ich die Radverkehrspolitik der Stadt Bergisch Gladbach, und in dieser ganzen Zeit sind auf meinen Strecken ausschließlich Verschlechterungen zu verzeichnen. Jüngstes Beispiel ist der tolle Turbokreisel: Wenn ich von der Gohrsmühle komme und links zum Markt abbiegen möchte (Fußgängerzone darf ich ja praktisch nicht nutzen), dann muss ich nun nach Konzept der Stadt dreiviertel um den Kreis herum, über ungezählte Bordsteine und immer aufpassen, ob die Autos mir auch Vorrang lassen. Außerdem geht es jetzt kräftig den Berg hinauf für eine alte Frau. Ich habe absolut keine Hoffnung, dass eine Autorennstrecke über den schmalen Bahndamm irgendeine Verbesserung für mich als Radfahrerin bringen wird.

  4. “Jedes Fahrzeug, das über die L286n fahren könnte, würde nicht über die Bergisch Gladbacher Str. fahren”.

    Welches Interesse hat Flügge eigentlich an Bergisch Gladbach? Ist er hier 1. Beigeordneter oder im rechtrheinischen Köln? Er stellt sich in eine Reihe mit Herrn Börschel, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kölner Rat, der eine Pförtnerampel auf bewusster Straße einrichten lassen will, sollte BGL den Bahndamm nicht bauen. Flügge unterwirft sich also dem Erpressungsversuch der Kölner SPD. Shame on you, möchte man sagen.

    In Bergisch Gladbach sorgen sich zigtausende Bürgerinnen und Bürger über die Auswirkungen des FNP-E. – in den eine Bahndammtrasse eigentlich nicht hätte einziehen dürfen – viele Bürgerinitiativen haben den FNP-E. in vielen Teilen ad absurdum geführt, worauf die Potentialflächen um fast die Hälfte verringert wurden. In so vielen Bereichen würde eine Bahndammtrasse verheerende Folgen zeigen, dass die Nennung derselben den Rahmen dieses Kommentars sprengen würde. Und Flügge macht vor Köln einen Kotau, damit seine in Bergisch Gladbach wenig spürbare Effizienz wenigstens in Köln beachtet wird.

    Niemand hat bisher deutlich gemacht, und Flügge und sein Chef schon gar nicht, dass vermutlich erst 2040 – 45 Fahrzeuge über eine neue Trasse gefahren werden kann. Was machen wir denn bis dahin? Neue Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an, warnen die Experten! Mit einer Bahndammtrasse zieht sich eine Schneise durch BGL, die von Abgasgiften nur so strotzen wird. Das kommt bei den ohnehin an vielen Stellen über die Normen hinausgehenden Schadstoffemissionen hinzu. Warum geht es nicht in den Kopf der Kommunalpolitiker, dass wir die Abgas-Verursacher von der Straße wegbringen und ihnen nicht noch mehr Fläche opfern müssen?

    Was mag Bürgermeister Urbach veranlasst haben, einen solchen 1. Beigeordneten an seine Seite zu stellen?