Axel Müller in seinem neuen Coworking Space an der Hauptstraße

Wenn es um das Abschneiden alter Zöpfe geht, fackelt Axel Müller nicht lange. Die Familienfirma hat er als Online-Shop bei Amazon untergebracht. Für seine neue Online-Tätigkeit hat er kurzerhand Bergisch Gladbachs ersten Coworking-Space gegründet. Und der Pferdeschwanz ist auch ab.  

„Viele arbeiten für sich, aber das muss ja nicht unbedingt alleine sein”, beschreibt Axel Müller den Alltag vieler Freiberufler, Home-Office-Nutzer und Unternehmensgründer. Daher gibt es in den Metropolen seit langem sogenannte „Coworking-Spaces”. Komplett ausgestattete Großraumbüros mit Postadresse, Internet und Konferenzräumen, die man sehr flexibel mieten kann. Dort arbeitet jeder für sich, aber zusammen.

Der Coworking-Space, Hauptstraße 257

Genau so eine Einrichtung hat Axel Müller in Bergisch Gladbach gegründet, am 4. April nimmt „Coworking GL” offiziell den Betrieb auf.  240 Quadratmetern auf zwei Ebenen in einem ehemaligen Ladenlokal an der oberen Hauptstraße, genau gegenüber der Gnadenkirche, hat Müller in den vergangenen Monaten in eine moderne Anlaufstation für die Nomaden und Gründer unter den Berufstätigen umgewandelt.

Links die Empfangstheke, rechts eine Couch-Ecke mit der obligatorischen Espresso-Maschine, dahinter ein sehr großer Tisch mit acht Arbeitsplätzen und weiter hinten noch einmal fünf Einzeltische – die man tageweise buchen kann. Auf der anderen Seite finden sich drei größere Einzeltische, für feste Untermieter.

Im Untergeschoss entstehen gerade noch ein Konferenzraum sowie zwei Telefonkabinen für die diskreten Gespräche.

Für 16,95 Euro gibt es ein Tagesticket, ein fester Schreibtisch kostet pro Monat 299 Euro. Dazwischen gibt es alle möglichen Varianten. Auch ein Abendticket für Studenten (fünf Euro) und ein Nachttarif – denn der Coworking-Space ist per Smartphone-App immer zugänglich.

Ein Konzept, das sich rund um den Globus im Aufwind befindet. Aber in Bergisch Gladbach?

„Wenn ich davon ausgehe, wieviele Leute schon angefragt haben, dann wird das auch in Gläbbisch ein Erfolg”, sagt Müller. Ähnliche Angebote gibt es tatsächlich nur im Technologiezentrum in Moitzfeld, in Untereschbach und natürlich in Köln.

Als potenzielle Mieter hat der Unternehmer gleich vier Zielgruppen ausgemacht, vom klassischen Freiberufler über Home-Office-Arbeiter und Studenten bis hin zu Unternehmensgründern. Allen gemeinsam ist es, dass sie sonst zuhause arbeiten, zwischen Sofa und Bügelbrett. „Das habe ich auch versucht – aber da schafft man doch nichts,” bekennt Müller.

Großen Wert legt der Ehrenvorsitzende der Großen Gladbacher KG auf die Vernetzung der Mitglieder – untereinander, aber auch mit externen Institutionen und Einrichtungen. Die erste Kooperation, mit dem Technologiepark in Moitzfeld, steht bereits. Regelmäßig sollen Workshops und andere Veranstaltungen stattfinden, die sich um die Themen Online, Marketing und Selbständigkeit drehen.

Die Kunden bei Coworking GL sind auch keine Kunden, sondern Mitglieder – die Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit leben wollen. Oder zumindest neugierig darauf sind.

Mehr Informationen und Kontakt:

„Coworking GL – your community workspace”
Hauptstraße 257 · 51465 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 86 733 86
E-Mail: info@coworking.gl

WebsiteFacebookInstagram

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

5 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Mutige, gut umgesetzte Idee; schöne Variante mit Tagestickets und App Buchung.
    Wer einmal zum Beispiel Uber benutzt hat, weiß: Simplicity sells.
    Viel Erfolg damit.

    Frank

  2. Herzlichen Glückwunsch zu diesem aktuellen und zukunftsorientierten Geschäftsmodell.

    Ganz besonders freut mich dabei zu lesen……

    Die Kunden bei Coworking GL sind auch keine Kunden, sondern Mitglieder – die Offenheit, Kollaboration, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zugänglichkeit leben wollen. Oder zumindest neugierig darauf sind……

    Viel Erfolg!!!

  3. Es föllt mr schwer, jemandem, der seine bisherie “normale” berufliche Existenz ins Haifischbekcen von Amazon schmeißt und damit hilft, den freien handel weiter auszuhöhlen, für eine Idee zu gratulieren.
    Bald gibt es kaum noch freie Buchläden, kaum noch freie Spezialgeschäfte, alles Amazon und ähnlichen auch den Arbeitsmarkt zerstörenden Unternehmen. Aber der Verbraucher findet es ja toll mit einem Klick alles zu bekommen. Was schert mich denn der freie Handel. Vielleicht, damit unsere Kinder und Endel nicht alle im Elend einer Niedriglohnbeschäftigung enden?

  4. Herzlichen Glückwunsch, gute Idee, wird sich tragen, bei dem Background!

    Von EVS zu EVS