Die Polizei arbeitet in ganz NRW fieberhaft an der Auswertung riesiger Datenbestände, um zu verhindern das womöglich weitere Kinder missbraucht werden. Dafür vernetzt ein Dutzend Dienststellen und richtet sich auf Ermittlungen im Ausland ein. Die beteiligten Polizisten werden psychosozial betreut.

Der Fall von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie hatte in Bergisch Gladbach seinen Ausgangspunkt, erfasst inzwischen aber auch Köln, Aachen, Mönchengladbach, Krefeld, Düsseldorf und Duisburg sowie viele übergeordnete Dienststellen. Inzwischen geht die Polizei auch davon aus, das Ermittlungen auch im Ausland notwendig werden, teilte sie am Freitag mit.

Nach dem ersten Verdächtigen in Bergisch Gladbach wurden bislang fünf weitere Verdächtige festgenommen, die sich über das Internet ausgetauscht und gewaltige Datenmengen angesammelt hatten. Damit die Vielzahl von Handys, Computern und anderen Datenträgern rasch ausgewertet werden kann, rüstet die Polizei derzeit logistisch auf. Die Geschwindigkeit spielt eine wichtige Rolle – weil die Polizei befürchtet, dass es weitere Täter gibt, die weitere Taten verüben und Spuren verwischen könnten.

Alle sichergestellten Datenträger werden jetzt beim Landeskriminalamt in Düsseldorf eingelesen. Nach ersten automatisierten Suchläufen werden die Daten gesichtet, bewertet und auf einem abgesicherten Server allen ermittelnden Behörden zur Verfügung gestellt.

Hierzu werden gerade die technischen Voraussetzungen in Köln, Aachen, Mönchengladbach, Krefeld, Düsseldorf und Duisburg geschaffen. Die Kreispolizei in Bergisch Gladbach hatte den Fall an die Kölner Kripo abgegeben, nachdem die Ermittlungen vorzeitig bekannt geworden waren – arbeitet aber nach wie vor den Kollegen in Köln zu.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob, Einsatzleiter Michael Esser und Kripochef Klaus Stephan Becker haben am Freitag mit allen eingebundenen Behörden konferiert. Dazu gehören inzwischen neben dem LKA auch das Bundeskriminalamt und die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC) bei der Staatsanwaltschaft Köln.

Neben den eigentlichen Ermittlungen und der Koordination muss sich die Polizei auch um die eigenen Mitarbeiter kümmern, die das kinderpornografische Material sichten müssen. Die Kölner Behörde richtete für die psychosoziale Unterstützung eine eigene Abteilung ein.

Hinweis der Redaktion: Die NRW-Opferschutzbeauftrage Elisabeth Auchter-Mainz setzt sich dafür ein, dass den Kindern in ihren Familien sowie in Einrichtungen, in denen sie betreut werden, geholfen wird. Sie ist über die Hotline 0221 39909964 telefonisch zu erreichen.

Auch für Menschen, die an sich pädophile Neigungen entdecken, gibt es Hilfe: Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet ein durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Menschen, die therapeutische Hilfe suchen, weil sie sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Dazu gibt es hier mehr Informationen.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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