Die Hoffnungen von Grünen und Bürgermeister Lutz Urbach, in diesem Jahr ein zentrales Feuerwerk als Alternative zum privaten Böllern anzubieten, waren verfrüht. Beim Start ins Jahr 2020 bleibt alles beim alten, für 2021 wird ein Veranstalter gesucht.

Beim vergangenen Silvesterfeuerwerk hatten Mitglieder der Grünen die Feinstaubwerte in Nussbaum gemessen und uns waren auf sehr hohe Werte gekommen. Weil der Lärm auch für Tiere Stress bedeutet hatten sie vorgeschlagen, die Bürgerschaft aufzufordern, auf eigenes Feuerwerk zu verzichten und stattdessen ein zentrales Feuerwerk in der Stadtmitte anzubieten.

Diese Idee hatte Bürgermeister Lutz Urbach „mit großem Interesse” aufgenommen – und eine lebhafte Debatte ausgelöst. Im März hatte er erklärt, eine zentrale Veranstaltung sei eine gute Möglichkeit, im Sinne des Klimaschutzes die Feinstaubbelastung zu reduzieren und zum Schutz der Tiere einen Beitrag zu leisten.

Daraus ist bislang allerdings noch nichts geworden, wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilt. Urbach habe mit einer Feuerwerkerin und einem Gastronom gesprochen – und erfahren, dass ein zentrales Feuerwerk, die notwendigen Sicherungen, die PR und weitere, notwendige Maßnahmen rund 7000 Euro kosten würden. Zudem sei unklar geblieben, wer Veranstalter sein könnte.

„Überdenken Sie das Abbrennen von Feuerwerk”

„Die Idee von Theresia Meinhardt und der Fraktion ‚Bündnis 90/Die Grünen‘ finde ich nach wie vor spannend, aber dieses Projekt kann die Stadtverwaltung mit den vorhandenen personellen und finanziellen Kapazitäten nicht als Veranstalter alleine stemmen“, erläutert der Bürgermeister.

Zwar werde daher am Jahreswechsel 2019/2020 noch kein zentrales Feuerwerk geben. „Nichtdestotrotz möchten wir alle Feiernden bitten – auch im Hinblick auf den Schutz der Tiere -, das Abbrennen von Feuerwerk zu überdenken“, unterstützt Urbach die Grundidee, die Belastung zu reduzieren.

Für Silvester 2020 kann sich der Bürgermeister ein Projektteam vorstellen, dass das zentrale Feuerwerk organisiert, veranstaltet und auch die Werbung dazu übernimmt. „Wer Interesse hat, diese Aufgabe zu übernehmen, kann sich gerne im Bürgermeisterbüro melden“, betont Lutz Urbach. Als Kooperationspartner wird die Stadtverwaltung gerne unterstützen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kam als Veranstalter nicht in Betracht: „Wir hätten am liebsten gar kein Feuerwerk“, so Initiatorin und Vorstandsmitglied Theresia Meinhardt, „ein zentrales Feuerwerk sehen wir lediglich als Möglichkeit, die Böllerei insgesamt zu reduzieren und damit einhergehend die Feinstaub- und Lärmbelästigungen, sowie den Stress für die Tiere.“

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7 Kommentare

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  1. Diese beiden Artikel hintereinander zu platzieren kann man fast schon als Satire bezeichnen:

    “Die Hoffnungen von Grünen und Bürgermeister Lutz Urbach, in diesem Jahr ein zentrales Feuerwerk als Alternative zum privaten Böllern anzubieten, waren verfrüht. ”
    und
    “Der Klimawandel hat auch schwere gesundheitliche Folgen, die bereits jetzt spürbar sind. Daher müsse die Politik jetzt handeln…”

    Streiche 1 , dann tut du was für 2 – so einfach kann es manchmal sein.

  2. Nun ja, “am liebsten hätten wir gar kein Feuerwerk”, warum wir als vom Bürgermeister vorgeschlagenen Veranstalter nicht infrage kommen, muss man anfügen. Diese Meinung spiegelt eigentlich nur die Haltung von Alt-Grünen wieder – verbieten, aber nicht selbst an Änderungen teilhaben – und sollte aus den Köpfen unserer Grünen verschwunden sein. Hier gab es eine Gelegenheit, eine absolut richtige grüne Meinung zu untermauern, ein Zeichen zu setzen. Aber m.E. besitzen die Grünen im Gladbacher Parlament zwar gute Ideen. Es fehlt leider an Umsetzpotential, weshalb schon mehrfach in den letzten Jahren auf Hilfe von außen zurückgegriffen wurde. Man muss aber keine Prophet sein anzunehmen, dass sich das mit dem 19.10.2020 ändern wird.

  3. Die private Böllerei zu verbieten halte ich für gar keine schlechte Idee. Nicht unbedingt wegen der (zeitlich sehr limitierten) Umweltverschmutzung, sondern eher, weil leider nicht zu verhindern ist, dass gelegentlich Vollidioten mit Raketen auf Menschen oder Gegenstände zielen und damit sowohl Personen- als auch Sachschäden verursachen. Zudem ist diese chaotische Böllerei noch nicht einmal schön anzuschauen.
    Was die Umweltrelevanz angeht, ist jedes Holzfeuer, das im privaten Kamin abbrennt (und davon gibt es einige!) sicher schlimmer einzustufen, von den sommerlichen Grillorgien einmal ganz abgesehen. Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen.
    Ein professionell organisiertes, choreografiertes, zentrales Feuerwerk, das als gemeinschaftliches Event stattfindet, ist sicher für Klein und Groß ein schöneres Erlebnis als für unkontrolliert herumböllernde Horden als Zielscheibe zu dienen.

  4. Privates Feuerwerk an Silvester habe ich schon immer als gigantische Material- und Geldverschwendung empfunden. Mehr als 130 Mio. Euro gehen in Deutschland Jahr für Jahr für nichts und wieder nichts in Rauch auf, die könnten der Volkswirtschaft ohne Zweifel auf bessere Weise zunutzen sein. Von der Belastung für die Umwelt noch gar nicht gesprochen, können alle, die einen Haustier haben davon berichten welchem Stress die Tiere Silvester ausgesetzt sind. Unser Hund geht jedes Jahr buchstäblich durch die Hölle.
    Die zahlreichen Verletzten (und sogar Toten!) jedes Jahr durch das Silvester-Geböllere wären übrigens auch nicht nötig.
    Von daher: ja, bitte endlich Schluss damit. Nach wenigen Jahren würde es keiner mehr vermissen.

  5. Lieber Herr Kraus,
    das mit der Verbotspartei is ja nun wirklich kalter Kaffee. (Schon im Wahlkampfmodus?)
    Kinder kann man sicherlich auch mit anderen Sachen erfreuen. Allerdings haben wir so unsere klare Vorstellungen wie wir unser Stadtklima verbessern können. Und ja, manchmal muss man auch etwas verbieten. Das ist so üblich in einem Rechtsstaat. (Siehe die StVO).

  6. Die Idee der Grünen ist sehr gut und unterstützenswert. Das schreibe ich, obwohl ich selbst schon Raketen etc. gekauft und Feuerwerke bewundert habe. Die Knallerei an Silvester ist genau genommen aber eine Zumutung. Sie ist nicht nur eine Form der kollektiven und gesellschaftlich erlaubten Umweltverschmutzung (Feinstaub, liegengelassener Dreck, Belastung von wilden und Haustieren), sondern auch eine Form der gegenseitigen Körperverletzung (Feinstaub, ohrenbetäubender Lärm, der durch Frühknaller schon Stunden vor Mitternacht beginnt), und darüber hinaus eine der besten Methoden, möglichst schnell Geld zu verbrennen. Normalerweise müsste dieses Handeln tatsächlich verboten werden – gerade zum Schutz unserer Kinder.
    Ich bin den Grünen und Bürgermeister Lutz Urbach dankbar, dass sie uns zum Nachdenken über unser Verhalten bringen und immerhin einen Kompromiss erwägen.

  7. Typisch Grüne, Hauptsache verbieten aber nicht dazu beitragen eine Kompromisslösung zu finden bzw. diese aktiv zu unterstützen! Schlau vorschlagen aber “die anderen” sollen es machen a la “Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kam als Veranstalter nicht in Betracht: „Wir hätten am liebsten gar kein Feuerwerk“, ” also liebe Freunde der Grünen, mit euch gibt’s demnächst kein Feuerwerk mehr, da freuen sich bestimmt viele Kinder ;-)