Bei vielen Leuten ist das „Bleib zu Hause!“ einzementiert. Aber Bewegung und Sport an der frischen Luft ist möglich und sinnvoll. Gerade das Radfahren wird Lungenfachärzten empfohlen.

Menschen würden sich trotz der Einschränkungen weiterhin im Verkehr begegnen und auch die, die aus verständlichen Gründen den öffentlichen Verkehr aktuell meiden und kein Auto besäßen, müssten gut und sicher an ihr Ziel kommen.

Radfahren gegen das Infektionsrisiko

Virologen haben immer wieder betont, wie sinnvoll es ist, wenn Menschen, die über kein eigenes Auto verfügen, Fahrrad fahren, statt den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Wenn Menschen vom ÖPNV auf das Fahrrad umsteigen, sinkt das Infektionsrisiko gleich mehrfach:

  • Der Umsteiger selbst hat ein geringeres Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken.
  • Menschen, die unwissentlich bereits mit dem Coronavirus infiziert sind, stecken weniger Menschen an, wenn sie Fahrrad statt ÖPNV fahren.
  • Busse und Bahnen sind weniger voll, wenn mehr Menschen mit dem Rad fahren. Auch dadurch sinkt das Infektionsrisiko.
  • Radfahren stärkt das Herzkreislaufsystem und stärkt damit die Widerstandskraft gegen das Corona-Virus.
  • Radeln stärkt die Lunge. Eine starke Lunge stemmt sich einem kritischen Verlauf der Convid-19 Lungenkrankheit entgegen

„Fahrradfahren für alle, die dazu in der Lage sind“, sei eine einfache Intervention, habe jenen Dreifacheffekt und sei deshalb „wahrscheinlich hocheffektiv“, sagt der Epidemiologe und frühere Chef des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg, Gerd Antes. Ihm sei „völlig unverständlich, warum das nicht pausenlos in die Köpfe getrieben“ werde.

Auch der Charité-Virologe Christian Drosten hat diese Woche im NDR-Podcast insbesondere Großstadtbewohnern, die kein eigenes Auto besitzen, die Fortbewegung mit dem Rad empfohlen.

Radfahren statt Busfahren

Viele Menschen nehmen derzeit das Radfahren wieder auf, um überfüllten Stadtbahnen und Bussen auszuweichen und nicht nur Staus, sondern auch eine mögliche Exposition gegenüber Covid-19 zu vermeiden (der Gesundheitsminister fordert mehr Menschen zum Radfahren und Gehen auf und öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden).

Während einige Städte das Radfahren verbieten oder davon abhalten, setzen andere wie New York und Bogota auf das Radfahren, damit Menschen sich sozial isolieren und dennoch fortbewegen.

Wenn Sie also zum ersten Mal seit Ewigkeiten und ziemlich plötzlich wieder auf Ihr Fahrrad steigen, finden Sie hier einige Ratschläge:

Überprüfen Sie das Fahrrad, bevor Sie fahren. Dazu sind nur wenige einfache Schritte notwendig. Wenn Sie damit nichts anfangen können, lassen Sie eine Inspektion durchführen.

Radläden sind systemrelevant

Wenn Ihr Fahrrad Probleme hat, bringen Sie es zu einem örtlichen Fahrradgeschäft. Fahrradläden oder Reparaturbetriebe sind als systemrelevant eingestuft, so dass diese öffnen dürfen. Abgabe-/Abholservice ist organisiert und so kann man ein Fahrrad ohne soziale Belastung reparieren lassen.

Besuchen Sie die „Radstation“ am S-Bahnhof oder die Fahrradwerkstatt „RADWERK“ in der unteren Hauptstraße. Beides sind soziale Einrichtungen und brauchen ihre Unterstützung!

Setz dich auf den Sattel! Radfahren ist sehr sicher und verlängert Ihr Leben um Jahre, was die Gesundheit betrifft. Es kann sich jedoch ziemlich einschüchternd anfühlen, im Großstadtverkehr unterwegs zu sein.

Sperren Sie ihr Rad ab, verlieren Sie es nicht. Sie benötigen wahrscheinlich zwei anständige Schlösser, um Diebstahl zu einem weitaus weniger wahrscheinlichen Ergebnis zu machen. Stellen Sie sicher, dass der Rahmen und mindestens beide Räder an etwas Festem und Sicherem befestigt sind.

Überlegen Sie, ob Sie helfen sollen. Viele unserer lokalen Gruppen sowie andere Communitys (z.B. „Nebenan.de“) organisieren Lebensmittelverteilung und andere Unterstützung für Kranke, Selbstisolierende usw.

Fahrräder sind eine gute Möglichkeit, sich fortzubewegen, ohne in engem Kontakt mit anderen zu sein. Wenn Sie Zeit haben, sollten Sie in Betracht ziehen, anderen in Ihrer Nähe zu helfen, wo immer dies möglich ist.

Begleiten Sie uns! Unsere Mitgliedschaft bedeutet Sicherheit mit kostenloser Haftpflicht-/ Rechtsschutzversicherung und Pannenschutz, einem regulären Magazin, und Sie unterstützen unsere Kampagne, um das Radfahren sicherer und einfacher zu machen.

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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5 Kommentare

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  1. Auch ich möchte dem nur zustimmen, es ist bekannt das Sauerstoff einatmen insbesondere beim laufen und radeln die Lungen trainiert. Dazu ist auch bekannt, dass Sauerstoff Viren abtöten und Vitamin D gibts noch von der Sonne geschenkt – viel Spaß beim radeln. Da ich vor einer Woche bereits von Kürten nach Köln-Mülheim geradelt bin, habe ich festgestellt, dass der Verkehr in dieser Woche wieder zugenommen hat. Bin gespannt auf die sonnige Osterwoche. Die Menschen wollen raus aus dem “kokooning”.

  2. Gegen das Radfahren ist nichts einzuwenden.
    Jedoch gegen zu zweit nebeneinander fahren.
    Wir haben gestern Fahrradfahrer auf dem Irlenfelder Kamm darauf
    hingewiesen, dass sie auch zwei Meter Abstand zu uns Fußgänger halten müssten.
    Da sind wir aber vielleicht beschimpft worden . das geht aber auch nicht.
    Also bitte dann auch mehr darauf hinweisen, auch als Fahrradfahre Abstand.

  3. Ein gutes, aktuell nützliches Plädoyer für das Radfahren auch über den reinen Berufsverkehr hinaus. Das Kontaktverbot und die „Bleib zu Hause-Bitte“ wird wohl teilweise überinterpretiert. Denn ich finde auch Joggen und Spazierengehen an der frischen Luft haben den gleichen positiven gesundheitlichen Stellenwert wenn man das einzeln und nicht in Gruppen praktizieren kann und dabei Kontakte konsequent vermeidet. Das dürfte in Bergisch Gladbach noch machbar, aber schon in Köln problematisch sein. Meiner Einschätzung nach reichern sich Viren-Aerosole vorzugsweise in schlecht belüfteten geschlossenen Räumen an und dürften sich im Freien nur an stark belebten Plätzen kritisch konzentrieren. Gerade auch bei schlechterem, regnerischem Wetter sollte man im Freien relativ ungefährdet sein.

  4. Warum ist der neue Radstellplatz auf dem Autoparkplatz eigentlich nicht überdacht wie der frühere Stellplatz oben am Bahnsteig?
    Achso. Radstation gegen Geld. Danke ADFC.

  5. Da kann ich nur zustimmen. Ein Punkt fehlt in der Aufzählung: Radfahren macht gute Laune, nachdem man den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen hat. Förderlich für die gute Laune ist auch, dass der Autoverkehr in GL momentan deutlich schwächer ist als sonst.