Hausmusik: Holger Faust-Peters unterrichtet aus der Ferne

Die Räume der Max-Bruch-Musikschule stehen leer, aber der Unterricht läuft. Per Telefon und Videoschaltung. Wie das funktioniert erläutert der Cello-Lehrer Holger Faust-Peters.

Das Ende des Präsenzbetriebs kam auch für die städtische Musikschule sehr abrupt. Keine Kontakte, keine Präsenz, kein Unterricht? Doch!

Mit großem Einsatz und Flexibilität haben sich Dozent:innen und Schüler:innen neu eingerichtet. Sehr viele Instrumentalunterrichts-Einheiten laufen jetzt über Whatsapp, Skype oder andere digitalen Methoden, berichtet die Musikschule.

Lehrkräfte und Schüler verabreden einen Zeitpunkt, bereiten ihr Instrument vor und positionieren Computer und/oder Smartphone zuhause in ihren Zimmern. Dann wird gegenseitig vorgespielt, korrigiert, gefragt und geantwortet.

Er stelle den Kontakt per Skype oder WhatsApp her, berichtet Holger Faust-Peters, der den Fachbereich Streicher der Musikschule leitet. Andere Kollegen würden auch Zoom oder andere Video-Portale nutzen.

„Es hat viele von uns total überrascht, aber für eine begrenzte Zeit funktioniert diese Art des Unterrichts ganz gut”, sagt Faust-Peters. Das größte Hindernis seien da noch die technischen Verbindungsstörungen aufgrund des überlasteten Netzes.

Motivierte und ausgeschlafene Schüler:innen

Allerdings habe sich der Fokus beim Unterrichten verschoben. Man nehme andere Dinge wahr als sonst und könne ziemlich genau korrigieren, bilanziert Faust-Peters. Auf der anderen Seite falle alles weg, was den Unterricht normalerweise belebe: das Miteinander-Musizieren, das Begleiten.

Ein Problem, das viele Dozenten ein Stück weit lösen, indem sie Musik einspielen. Einige der Kolleg:innen arbeiteten auch mit Rätseln oder theoretischen Aufgaben. Hilfreich seien Videotipps auf Youtube oder von kulturellen Einrichtungen wie der Elfi. Selbst im Elementarbereich gebe es gutes Material für Kinder und Eltern per Video.

Hinweis der Redaktion: Neben der Musikschule bieten auch die Stadtbücherei, das Stadtarchiv und das Bergische Museum einen Teil der bekannten und einige neue Dienste im Netz an. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Die Schüler:innen seien zu einem großen Teil „ziemlich motiviert und finden diese neue Art auch spannend”, sagt Faust-Peters. Die allermeisten von ihnen würden das Angebot gerne wahrnehmen. Viele hätten zwar auch für die normale Schule sehr viele (Haus-)Aufgaben erfüllen müssen. Dennoch seien viele der digitalen Musikstunden entspannter als sonst gelaufen.

Vielleicht auch deshalb, weil der Musikunterricht jetzt mal eben am Vormittag stattfinden können – und nicht erst nachmittags nach einem langen Schultag.

Die Proben der Ensembles fallen aus, bedauert Faust-Peters, der auch die „Saitentänzer” leitet. Aber immerhin könnten kleine Gruppen, bis hin zu einer vierköpfigen Geigengruppe, mit Material, Videos und Aufgaben betraut werden.

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Redaktion

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