Corona fördert neue Formate, auch in der Kunst: Das Schaufenster des Ausstellungsraums Basement16 in der Schlossstraße zeigt die Werke von drei Künstler und gibt damit einen Vorgeschmack auf die Ausstellung „Human//Nature”, die sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Die Eröffnung ist jetzt für Ende Juli geplant.

Im Basement16 können Passanten einen Blick durchs neugestaltete Schaufenster in die vertagte Kunstausstellung werfen: In „Human//Nature“ zeigen drei internationale Künstler Malerei, Skulptur und Konzeptkunst – inspiriert von den gesellschaftlichen Herausforderungen des Klimawandels.

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Eigentlich sollte die Ausstellung schon im April eröffnet werden – als Auftakt für ein langfristiges, interdisziplinäres Projekt – eine Ausstellungsreihe mit Workshops, Diskussionsreihe und wechselnden Ausstellungen. Ein Auftakt, das wird es auch – nur mit anderen Mitteln, verrät Marlis Sauer, Initiatorin des Basement16.

Schon jetzt können die Passanten der Schlossstraße einen Blick auf die Malerei von Nirma Siesenop und die Skulpturen von Chamila Gamage werfen

Antwort auf Fridays for Future-Bewegung

Die Reihe „Human//Nature“ sei ihr Beitrag zu den politischen Ereignissen, rund um Klimawandel und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – eine persönliche Antwort auf die „Fridays for Future-Bewegung“ sagt Organisatorin Sauer:

„Junge Menschen auf dem gesamten Globus gehen für den Wandel und ihre Zukunft auf die Straße. Allein dies zeigt: Die Probleme mögen in jedem Land unterschiedlich sein, aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten. Künstler können diese Gemeinsamkeiten über Grenzen hinweg sichtbar machen.”

Ganz in diesem Sinne hat Marlis Sauer ihre ausstellenden Künstler ausgewählt:

Den aufstrebenden Sri lankischen Künstler Chamila Gamage, der in seiner Heimat mit interaktiven Figureninstallationen ins Herz traf und damit im asiatischen Raum sehr bekannt wurde.

Nirma Siesenop mit einigen ihrer Werke.

Nirma Siesenop, die auch in Sri Lanka geboren wurde und nun in Lohmar lebt. Sie malt teils gegenständliche, teils abstrakte Farbwelten auf große Leinwände: Lebendige, eigenwillige Strukturlandschaften.

Die Schaufenster-Installation von Schlenker-Kortum „Ohne Betrachter keine Kunst“ karikiert den noch kunstfreien Monitor und nimmt damit Bezug auf die Corona-Krise und ihre Beschränkungen für Kunst und Kultur.

Im Gegensatz dazu – die  serielle Installation „Der Betrachter macht die Kunst“ der heimischen Konzeptkünstlerin Antje Schlenker-Kortum. Sie offenbart in der Fotoserie „Instant Installation“ eine karikatureske Sichtweise auf Umweltzerstörung.

Hinweis der Redaktion: Antje Schlenker-Kortum ist Kunstreporterin des Bürgerportals und Künstlerin, daher ist sie bei diesem Beitrag die Autorin und taucht selbst im Beitrag auf.

Wegen der Corona-Krise wird die Ausstellung in bessere Zeiten verlegt: Am 31.7. um 19.30 Uhr ist eine Vernissage geplant. Natürlich ganz coronakonform: mit begrenztem Besuchereinlass, Abstand und Programm im Freien.

Allerdings: Chamila Gamage sitze wegen des geschlossenen Flughafens in Sri Lanka fest und mit ihm der größte Teil seiner Werke.

Marlis Sauer, selbst Künstlerin betont „Ich nehme die Dinge, wie sie sind. Ich versuche einfach das Beste daraus zu machen.“

Und die Malerin Siesenop fügt hinzu „Du sagst es. Die Dinge positiv und kreativ angehen, genau das ist die Gabe der Künstler!“

Es läuft eine Dokumentation von Gamage – Stück für Stück sieht man wunderschöne Eisskulpturen schrumpfen. Schicht für Schicht enthüllt sich Müll, der darin eingeschlossen wurde.

Ein Einführungsvideo zur Ausstellung ist hier zu sehen. Auf der Webseite stehen auch die Biografien der teilnehmenden Künstler bereit.

Immerhin vier Malereien und 100 Einzelfiguren von Gamage konnten sie inzwischen nach Deutschland importieren – alles Unikate, die auch zum Verkauf stehen. 10 Euro pro Figur will Sauer auf jeden Fall an einen heimischen Naturschutzverein spenden. Je nach Verkauf der ausgestellten Kunstwerke, solle die Spende noch anwachsen.

Auch die Künstler haben aus der Not eine Tugend gemacht und kleine Filme erstellt.  Per QR-Code am Schaufenster werden die Passanten der Schlossstraße zur frisch renovierten Webseite gelotst.

Wie werden das die Bensberger Passanten wahrnehmen? Noch spiegeln sich Fassaden und eine menschenleere Einkaufsstraße. Aber beinahe jeder, der flanierenden Passanten schaut sichtlich interessiert durch die Fenster.

„Endlich mal was anderes sehen“, kommentiert die Siesenop freudig die Aufbruchsstimmung. Sie nutzt die Isolation zum Malen –  aber auch sie  vermisst schmerzlich den Austausch mit Kollegen und Kunstinteressierten.

Auch deswegen will Marlis Sauer einer Auswahl an Künstlern eine Gelegenheit zur Präsentation auf ihrer Webseite geben: Unter dem Punkt  „Wir stellen vor“.

www.basement16.de
Schlossstraße 16, 51429 Bensberg

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