Frank Stein und Christian Buchen sind im Straßenbild nicht mehr zu übersehen. Foto: Thomas Merkenich

Die FWG tritt zur Wahl des Stadtrats an, hat aber keinen eigenen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters aufgestellt. Daher hat sie die Angebote der CDU sowie von Grünen, FDP und SPD geprüft – und kommt zu einem verhalten eindeutigen Urteil.

Die FWG Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach tritt auf Listenplatz 7 zur Ratswahl an. Die FWG will als Nahtstelle zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der Politik fungieren. Hier sieht sie ihre Aufgabe im Stadtrat.

Sie öffnet sich ausdrücklich auch Bürgern, die ohne Parteibuch zum Wohl der Stadt beitragen wollen. Ein Großteil ihrer Kandidaten ist bereits seit Jahren in Bürgerinitiativen aktiv und setzt sich dort für ein lebenswertes Wohnumfeld ein. Auf die Bennennung eines eigenen Bürgermeisterkandidaten hat sie verzichtet.

Kandidatencheck: Stein vorne

Deshalb hat die FWG ein Kandidatencheck bei den beiden aussichtsreichsten Kandidaten durchgeführt. Dabei schneidet Frank Stein insgesamt besser ab als sein Kontrahent Christian Buchen.

Bei ausgewählten Themen, die der Freien Wählergemeinschaft besonders wichtig sind und die sie im Rat verfolgen will, erzielt Frank Stein mehr Punkte, insbesondere bei Problemen des Verkehrs, während Christian Buchen bei Sicherheit für die Stadt und Digitalisierung die Nase vorn hat.

FWG-Vorsitzender Benno Nuding: „Unser Vergleich ist eine Hilfe zur Wahl aus unserer Sicht. Unsere Einschätzungen beziehen sich bei Frank Stein überwiegend auf die konkrete Beantwortung von Fragen, die wir ihm gestellt haben, bei Christian Buchen auf andere Quellen (Webseite, Bürgerportal), weil unsere Fragen leider nicht von ihm beantwortet wurden.“

Schwierig sei es gewesen, so Nuding, die getroffenen Wahlaussagen beider Kandidaten richtig einzuordnen: „Wir wollten sie nicht von vornherein in Frage stellen, auch wenn wir aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre durchaus Bedenken hatten. 

Zum Beispiel Verkehr

Was Christian Buchen dazu sagt, klingt zunächst einmal gut. Andererseits hieß es schon bei der Kommunalwahl 2014 im CDU-Programm: Fahrradfahren attraktiver machen. Umgesetzt wurde aber praktisch nichts. Bergisch Gladbach rangiert beim Fahrradklimatest deutscher Großstädte weiter auf einem der letzten Plätze.“ Die FWG erwarte deshalb nicht, dass sich die Verkehrspolitik der CDU grundlegend ändert, auch wenn die Verantwortung dafür auf einen anderen CDU-Bürgermeister übergehen sollte.

Hinweis der Redaktion: Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt und für den Stadtrat können Sie am Donnerstag, 3.9., ab 16 Uhr bei der Wahlarena des Bürgerportals im Bergischen Löwen kennenlernen. Alle Infos, Anmeldung.

Deshalb mag das Ergebnis zu diesem Thema auf den ersten Blick den einen oder anderen überraschen. Die Verlässlichkeit solcher Aussagen muss jeder Wähler individuell einschätzen. Und auch ist klar, dass eine andere Gewichtung der ausgewählten Schwerpunkte möglicherweise auch zu einem anderen Ergebnis führen kann.

Die FWG kritisiert generell, dass bei den Aussagen der Kandidaten zu häufig der Konjunktiv benutzt werde, sie oft unverbindlich und vage blieben. Oft werde lediglich prognostiziert oder gefordert, anstatt konkret zu benennen, wofür man eintritt. Nuding ist sich sicher,  Wählerinnen und Wähler haben ein Gespür dafür, ob Ernsthaftigkeit in solchen Wahlmanövern steckt. 

Eine Übersicht die Ergebnisse:

Ausgewählte ThemenFrank SteinChristian Buchen
Umsetzung des Flächennutzungsplans***
Nutzung des Zanders-Geländes****
Ausweisung von Gewerbegebieten***
Verkehrsfragen*********
Nutzung des Alten Bahndamms****
Bürgerbeteiligung******
Klimaschutz*****
Ordnung und Sicherheit*****
Digitalisierung in Schulen und Stadtverwaltung*********

Je mehr Sterne ein Kandidat erreicht, desto höher ist die Übereinstimmung mit den Zielen der FWG. Ein Stern bedeutet keine Übereinstimmung, fünf Sterne eine sehr hohe Übereinstimmung.

Den detaillierten Kandidatencheck mit Hinweis auf die Stellungnahmen der Kandidaten, Beurteilung durch die FWG und dazugehörigen Quellenangaben gibt es hier.

Den kompletten Kandidatencheck der FWG finden Sie auf der Website.

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4 Kommentare

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  1. @Rolf Havermann
    Das Verkehren lässt sich nur im Ganzen betrachten, die Probleme beim Verkehr lassen sich nur im Ganzen lösen, intelligente „Verkehrsübergänge“ werden Zeit, Investition, auch Gewöhnung brauchen, und wechselseitiger Dauerbeschuss aus je tief eingegrabenen Stellungen der „Vier“- und „Zweirrad-Front“ würde nur die wachsende Erstarrung des (eben nicht mehr) fließenden Verkehrs spiegeln … Vollkommen richtig!

    Und es ist doch klar, dass eine Instant- und / oder Total-Umstellung vom Freien Autoland D auf das Massen-Mobilitätsbild des China noch der frühen 80´er Jahre (dann aber nicht in „Blau“, sondern in „Grün“) von Niemandem, dessen mentale Kugellager noch funktionieren, im Ernst erwartet noch gefordert wird.

    Schon gar nicht von der Freien Wählergemeinschaft und auch nicht in diesem Beitrag.
    Zum Stichwort „Verkehr“ ging es hier lediglich um die nicht unzutreffende Diagnose, dass die immer wieder und beinahe allseits proklamierte Absicht, den Radverkehr als breiter nutzbare Option grds. attraktiver zu machen, nur bestenfalls schleppend praktische Umsetzung erfährt.

    Davon abgesehen besteht der Markenkern der FWG doch gerade darin, die konkrete Stadt- und also auch Verkehrsentwicklung aufeinander bezogen und im Ganzen zu denken, dabei jede Art von zusammenhängender Stadtplanung vor dem Hintergrund der ökologischen, energetischen und schon rein quantitativen Herausforderungen zu betrachten …

    Denn das Kernproblem liegt doch vor allem in der weiteren Gewährleistung von Massen-Mobilität, ohne dass die Massen sowohl die Mobilität zum Erliegen bringen als auch per „massenmobiler“ Kollateralfolgen soviel Flur- und sonstigen Schaden anrichten, dass Mobilität noch das geringste Problem würde …

  2. Herr Havermann,
    es fällt auf jeden Fall auf, dass Sie immer wieder dieselbe unwahre Behauptung in den Raum stellen, dass – sei es jetzt FWG, GRÜNE oder ADFC – das Fahrrad als alleiniges Verkehrmittel etablieren wollen. Das stimmt einfach nicht, keine Partei und keine Institution will das. Nur gibt es eben in Bergisch Gladbach insbesondere beim Thema Fahrrad-Mobilität den größten Nachholbedarf im Vergleich der Verkehrsträger. Aber weder will irgendwer deswegen das Autofahren verbieten oder unmöglich machen, noch soll der ÖPNV-Ausbau hinter dem Fahrrad zurücktreten. Es geht lediglich um eine gerechtere Verteilung des Verkehrsraums.

    Und bitte, bitte, nehmen Sie endlich zur Kenntniss dass es sehr wohl ein gesteigertes Interesse an ständig verfügbaren Radwegen gibt und das immer mehr Menschen (mich eingeschlossen) tatsächlich täglich mit dem Rad pendeln, auch bei Wind, Wetter und Dunkelheit.

  3. Das Topographie-Argument ist durch die E-Bikes nicht länger gültig. Im Übrigen pendeln doch eine Vielzahl der Radfahrer von Bergisch Gladbach nach Köln oder Leverkusen. 80 Prozent der Strecke ist dann häufig topographisch kein Problem.

    Radfahren muss in den Fokus rücken, da es bislang fast vollumfänglich ignoriert wurde. Straßen für Autos existieren ja nunmal bereits in ordentlichem Umfang. Es ist ja auch nicht so, dass Straßen “rückgebaut” werden sollen. Vielleicht wird an der einen oder anderen Stelle der Verkehrsraum etwas aufgeteilt?

    Schauen Sie doch mal zu unseren niederländischen Nachbarn. Wann fahren die eigentlich Rad? 10 von 12 Monaten will ich meinen. Und das vor allem aus dem Grund, weil die Infrastruktur dort einmalig gut ist, und sich gar nicht mehr die Frage nach einem anderen Verkehrsmittel stellt. Das Rad ist praktisch, kostet kaum etwas und hält auch noch fit.

    Bei extremen Wetterbedingungen (Glatteis, Schnee) stellt nebenbei auch das Auto ein Risiko dar, bzw. fallen Bahnen aus. Dieses Argument lässt sich also auf jedes Verkehrsmittel projizieren.
    Auch aufgrund der anstehenden, milden Winter ist unser Klima optimal geeignet für ganzjähriges Radfahren.

  4. Es fällt auf, dass die FWG immer wieder das Fahrrad als fast alleinigen Heilsbringer für unsere Verkehrsprobleme apostrophiert – wie am Anfang dieses Artikels. Wenn nicht alle die Mobilität ganzheitlich betrachten, werden wir dem Chaos nicht gerecht werden. Fahradfahren mit Blick auf unsere Topographie geht m.E. nur regelmäßig mit Pedelecs, bis +25 Grad regen- und sturmfrei, ohne Schnee und Eis. Vielleicht sollte mal jemand errechnen, an wie vielen Tagen des Jahres Verhältnisse herrschen, die zum Fahrradfahren für Pendler geeignet sind. An allen anderen Tagen herrscht der motorisierte Individualverkehr. Und dann?

    Auch über Kosten für E-Fahrräder sollte man nachdenken. Eine vierköpfige Familie, Eltern berufstätig, Kinder schulpflichtig, müsste etwa € 10.000,00 inverstieren, um sich solche E-Bikes anzuschaffen, deren technik man vertrauen kann. Der Rat von ADFC-Werheid, man bekäme gebrauchte Pedelecs schon ab € 400,00, ist negativ, wenn man wirkliche Fachleute befragt!