Der Moschee am Refrather Weg angegliedert ist ein Wohnheim für angehende muslimische Theologinnen.

Am Dienstag hatte das Gesundheitsamt von zwei Corona-Fällen in der Schülerschaft der Bergisch Gladbacher Moschee „Yeni Camii“ erfahren; inzwischen wurden bei vielen Schülerinnen und Lehrkräften unklare Symptome registriert. Bei der Einrichtung handelt es sich um eine Ausbildungsstätte für muslimische Theologinnen.

Nach dem Bekanntwerden der ersten zwei Fälle in dem Wohnheim, das wochentags von etwa 30 Schülerinnen und Lehrkräften genutzt werde, habe das Gesundheitsamt heute vor Ort eine Risikoabschätzung vorgenommen, teilt die Kreisverwaltung mit.

Dabei sei ermittelt worden, dass „bei rund 25 Jugendlichen und Lehrkräften Symptome unterschiedlichster Art vorliegen”. Diese 25 seien von den symptomfreien Personen innerhalb des Wohnheims am Refrather Weg getrennt worden. Alle Bewohner:innen sollen am Donnerstag getestet werden.

Angesicht „der Vielzahl an symptomatischen Personen” seien vorsorglich alle Personen der Schülerschaft und Mitarbeiter unter Quarantäne gesetzt worden, durch eine Allgemeinverfügung des Gesundheitsamtes.

Lokmann Aksu, ein Sprecher der Moschee-Gemeinde bestätigte die Angaben. Die beiden positiv getesteten Personen seien schon seit dem Wochenende nicht mehr im Wohnheim gewesen, sondern in ihren Familien außerhalb des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dort waren sie auch getestet worden; daraufhin habe das Wohnheim das Gesundheitsamt RheinBerg proaktiv informiert.

Aksu erläutert, dass es sich bei der Einrichtung am Refrather Weg um eine Ausbildungsstätte für muslimische Theologinnen handelt. Innerhalb des Hauses gelte ein mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept; dazu gehöre auch ein durchgehendes Tragen einer Maske.

Berufsschule stellt zwei Klassen frei

Zudem ermittelte das Gesundheitsamt, dass eine der positiv getesteten Schülerinnen einen „relevanten Außenkontakt” zu einer Berufsschulklasse hatte. Allerdings habe sie während der gesamten Schulzeit eine Maske getragen.

Daraufhin habe die Leitung der entsprechenden Bergisch Gladbacher Berufsschule vorsorglich zwei Klassen, in denen Jugendliche des Wohnheims unterrichtet werden, vom Unterricht befreit – bis dort alle Testergebnisse vorliegen.

Ein Blick in den Gebetsraum der Moschee am Refrather Weg.

Hintergrund: Yeni Camii-Moschee

Die Moschee am Refrather Weg besteht seit 2003 und umfasst neben Gebetsräumen auch Sozialbereiche und die Ausbildungsstätte mit Wohnheim. Die Gemeinde, die bereits seit 1976 existiert, hat rund 80 bis 90 Mitglieder und spricht Muslime von Mülheim/Dellbrück über Burscheid bis Overath an. Träger der Moschee ist der Bergischen Verein für Bildung und Integration e.V..

Die Moschee selbst war Ende Mai, nach einigen Wochen der Corona-Schließung, unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln wieder eröffnet worden. Sie ist von dem betroffenen Wohnheim räumlich getrennt.

Vier weitere Fälle

Unabhängig von den Fällen im Umfeld der Moschee hat das Gesundheitsamt am Mittwoch vier weitere Corona-Fälle bestätigt, jeweils zwei in Bergisch Gladbach und Wermelskirchen. Gleicheitig gelten vier weitere Personen als genesen, damit bleibt die Zahl der akut Infizierten mit 35 unverändert.

Die aktuellen Zahlen im Überblick:

Ortneue FälleInfektionenToteGenesenInfiziert
Bergisch Gladbach23051627910
Burscheid0430394
Kürten0300300
Leichlingen0480471
Odenthal0261241
Overath0542493
Rösrath0640604
Wermelskirchen28837312
RheinBerg46582260135

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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