Die Kreisverwaltung und die Kassenärztliche Vereinigung reagieren auf die steigenden Corona-Zahlen und weiten die Testkapazitäten aus. Damit werden vor allem Patienten mit Krankheitssymptomen deutlich entlastet, aber auch das Gesundheitsamt kann mehr und flexibler testen. Wir erklären, wo ausgebaut wird und wer für welche Testmaßnahmen zuständig ist.

Der 7-Tage-Gesamtindex im Kreis nähert sich dem Wert von 50, Kommunen wie Bergisch Gladbach, Kürten und Leichlingen liegen längst darüber. Damit steigt der Bedarf an Corona-Test weiter an.

Die maßgeblichen Stellen zur Corona-Bekämpfung, also Kreis und Kassenärztliche Vereinigung, reagieren auf die Entwicklung und erhöhen ihre Testkapazitäten. Dazu werden stationäre Teststationen eingerichtet.

Die Kreisverwaltung wird am Kreishaus einen Container mit zwei Test-Plätzen aufstellen und verdoppelt dort die Kapazität. Bislang war dort ein Krankentransportwagen; der soll künftig als mobiles Testzentrum im Kreis eingesetzt werden.

Die KV plant die Einrichtung einer Teststation am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK). Speziell mit dem Aufbau dieser Station für Patienten mit Corona-Symptomen wird eine schwierige Debatte zwischen Kreis und KV beendet.

Doch welche Station ist für welche Tests zuständig?

Wer testet was?

Die Antwort ergbibt sich aus den Zuständigkeiten, die Kreis sowie Ärzte im Rahmen der Corona-Bekämpfung haben:

Rheinisch-Bergisch Kreis – Infektionsschutz

Der Kreis ist im Bereich Infektionsschutz aktiv: Hat sich jemand mit Corona infiziert, versucht der Kreis dessen Kontakte zu ermitteln und die Infektionsketten zu unterbrechen. Hierzu werden z.B. Kontaktpersonen 1. Grades getestet, z.B. an Schulen. Hinzu kommen Reiserückkehrer. So soll die Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Für diese Testungen, die nur auf Ladung des RBK durchgeführt werden, war bislang u.a. ein Krankenwagen vor dem Kreishaus eingesetzt. Ein neuer Container solle künftig diese Aufgabe vor Ort übernehmen. Der Krankenwagen wird dann für mobile Abstrichaktionen genutzt.

Kassenärztliche Vereinigung – Differentialdiagnostik

Die niedergelassenen Ärzte untersuchen hingegen Menschen, die Krankheitssymptome haben. Besteht der Verdacht auf eine Corona-Infektion, veranlasst der Arzt einen Corona-Test. Dies nennt man Differentialdiagnostik, also eine Untersuchung zur Bestätigung einer Diagnose.

Der Test kann z.B. in einer Praxis vorgenommen werden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) betreiben jedoch auch stationäre Teststationen, z.B. in Leverkusen und Köln. Patienten aus dem Kreis wurden teils dorthin überwiesen. Entsprechende Stationen im RBK waren nach Abebben der ersten Welle wieder abgebaut worden.

Um den anstiegenden Zahlen gerecht zu werden, plane die KV nun erneut die Einrichtung einer Teststation. Sie solle am EVK eingerichtet werden. Entsprechende Verträge würden bereits beiden Parteien zur Unterschrift vorliegen, bestätigt der Arzt Heribert Wiemer, Vorsitzender der Kreisstelle der KV Nordrhein im Rheinisch-Bergischen Kreis: „Danach geht es unverzüglich an die konkrete Umsetzung.“

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. Soll die für GL geplante “stationäre Teststation” / “stationäre Testeinrichtung” / “Abstrichstelle” den Kriterien der “Fieberambulanz” / “Corona-Ambulanz” entsprechen, die Bundesgesundheitsminiter Jens Spahn flächendeckend in ganz Deutschland einrichten will?