Auch der Schockraum im Marien-Krankenhaus ist mit einem Beatmungsgerät ausgestattet. Fotos: Thomas Merkenich

Mit dem Anstieg der Corona-Fallzahlen rücken die Krankenhäuser in Bergisch Gladbach wieder in den Fokus. Die Zahl der Corona-Patienten ist bereits deutlich angezogen. Aber nach Auskunft der GFO-Kliniken und des EVK stehen ausreichend Intensivbetten bereit – und auch die Fachkräfte zur Versorgung der Patienten. Die Lage muss jedoch von Tag zu Tag neu bewertet werden.

„Wir sind aktuell in der Lage, alle ernsthaft erkrankten und Notfall-Patienten gut zu versorgen – unabhängig von ihrer Erkrankung”, erklärt Jörg Zbick, Leiter Unternehmenskommunikation der GFO-Kliniken, dem Marien-Krankenhaus (MKH) und dem Vinzenz-Pallotti-Hospital (VPH).

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Nach Angaben des Gesundheitsamtes von Mittwoch befinden sich derzeit 21 Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, in einem der vier Krankenhäuser im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. In der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt noch Zahlen im niedrigen einstelligen Bereich gemeldet.

Zum Höhepunkt der 1. Coronawelle Mitte April hatte der Kreis in der Spitze 27 Corona-Patienten in den Krankenhäusern gemeldet; danach war die Zahl wieder zurück gegangen. 

Das DIVI Intensivregister weist für den Rheinisch-Bergischen Kreis im Moment zwei Corona-Patienten aus, die auf einer Intensivstation behandelt werden, beide werden invasiv behandelt.

Weitere Beatmungsgeräte bestellt

Derzeit würde in den beiden GFO-Kliniken eine einstellige Zahl von Corona-Patienten betreut. Ausreichende Intensivbetten seien vorhanden, so Zbick. Im Marienkrankenhaus stünden zehn Intensivbetten mit sechs Beatmungsplätzen zur Verfügung. Zwölf Intensivbetten mit acht Beatmungskapazitäten biete das VPH. Kurzfristig könne die Bettenkapazität in beiden Krankenhäusern erweitert werden.

Für beide Standorte seien je vier weitere Beatmungsgeräte bestellt. Auch die zusätzliche Beatmung von Patienten mit mobilen OP-Geräte sei grundsätzlich möglich, werde aber nur in Extremsituationen nach erfolgter Freigabe durch die Politik erfolgen, machte Zbick gegenüber dem Bürgerportal deutlich.

Insgesamt hätten die vier Kliniken im Kreis derzeit 52 Intensivbetten gemeldet. “Es stehen derzeit ausreichend Fachkräfte für die intensivmedizinische Betreuung zur Verfügung”, so Zbick zur Personalsituation auf den Intensivstationen.

Rückgriff auf internes Pflegepersonal

Am Evangelischen Krankenhaus stehen Stand heute 16 Intensivbetten bereit. „Darüber hinaus gibt es bei Bedarf vier Intensivbetten in Reserve, für die intern ausgebildetes Pflegepersonal rekrutiert werden könnte”, erklärt Daniel Beer von der Unternehmenskommunikation des EVK.

Hierbei könnten laut Beer beispielsweise Mitarbeiter:innen eingesetzt werden, die in der angegliederten Anästhesiologie arbeiten oder früher auf der Intensivstation gearbeitet haben und über entsprechende Erfahrung verfügen.

Entwicklung genau beobachten

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die Pandemie-Lage zum 28. Oktober. Ob die Kapazitäten künftig genügen hängt von der Lageentwicklung ab.

„Die Coronavirus-Epidemie entwickelt sich auch im Herbst leider wieder dynamisch, deswegen können wir seriös keine verlässlichen Prognosen darüber abgeben, wie sich die Lage in den Krankenhäusern weiter entwickeln wird”, sagt Zbick. Dies müsse von Woche zu Woche oder Tag zu Tag neu bewertet werden.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. „… die zusätzliche Beatmung von Patienten mit mobilen OP-Geräte sei grundsätzlich möglich, werde aber nur in Extremsituationen nach erfolgter Freigabe durch die Politik erfolgen, machte Zbick gegenüber dem Bürgerportal deutlich.“ Ist die Behandlung von Patienten keine medizinische, sondern eine politische Entscheidung??