Die aktuellen Informationen zu Corona erreichen nicht alle Mitbürgerinnen und Mitbürger. Denn viele hören und sehen nicht die öffentlich-rechtlichen Sender, lesen keine Tageszeitung oder das Bürgerportal. Und nicht alle Menschen in dieser Stadt sprechen Deutsch als erste Sprache. Ein Einwurf.

Kinder und jüngere Menschen nutzen sehr unterschiedliche Medien. Nicht überraschend also, dass in den Jahrgängen bis 39 Jahren die Infektionen überproportional steigen.

Infizierte aber können andere infizieren. Dann geht die Kontrolle verloren.

Einige grüne Banner in unserer Stadt (warum nur in Deutsch, wenn wir doch „gemeinsam die Krise überwinden“ wollen?) reichen wahrscheinlich nicht aus. Ständige Mahnung, aber ohne Neuigkeitswert. Nach wenigen Tagen hat man sich an sie gewöhnt. 

Die Neugier muss immer wieder neu geweckt werden. Denn Corona wird uns wahrscheinlich noch lange begleiten. 

Ein klassisches Medium ist gut geeignet, durch öffentliche Präsenz die Wahrnehmung der jeweils aktuellen Corona-Informationen für alle Zielgruppen zu steigern. 

Mein Vorschlag: Plakatierung der wichtigsten Botschaften zu Corona in verschiedenen Sprachen auf zentralen Großflächen der Stadt, also dort, wo viele Menschen vorbeikommen oder sich auch längere Zeit aufhalten – zum Beispiel am S-Bahnhof in Bergisch Gladbach. Also gerade auch an Orten, wo sich Jugendliche besonders gern treffen und aufhalten.

Ein regelmäßiger Rhythmus aktualisierter Themen. Dazu ein Smartphone-Symbol und eine einheitliche Telefonnummer zum Gesundheitsamt der Stadt, unter der die aktuellsten Informationen in wichtigen Sprachen – geführt durch Eingabe von Ziffern – zu hören sind. 

Jede oder jeder nicht- oder schlecht Informierte(r) ist gefährdet. Und damit natürlich auch eine Gefahr für alle anderen. 

Vielleicht sind der WDR oder die Deutsche Welle, Unternehmen der Außenwerbung und Druckereien als Sponsoren für diese Idee zu gewinnen. Über Bergisch Gladbach hinaus.

Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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5 Kommentare

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  1. Sehr geehrte Frau Eck,
    normalerweise würde ich mit Ihnen zum Teil übereinstimmen, aber leider ist momentan nichts normal.
    Es hat nichts mit „Kuscherei“ zu tun, wenn man in dieser, für viele lebensbedrohlichen Ausnahmesituation versucht, möglichst breite Teile der Bevölkerung mit Informationen zu erreichen. Informationen, deren schnelle Verbreitung im Interesse von uns allen sind!
    Jetzt ist beileibe nicht die Zeit für Kleinkariertheit.
    Mit freundlichen Grüßen.

  2. Eine ganz wichtige Idee. Ich erlebe es im Einzelhandel leider tagtäglich, dass Abstand immer noch nicht zur Routine geworden ist und immer wieder neu eingefordert werden muss.

  3. schön geschrieben – aber ich denke doch, man muss es nicht übertreiben. englisch würde ggf schon völlig genügen. schließlich ist unsere sprache hier immer noch deutsch. wenn ich im ausland unterwegs bin gibt es überall englisch und vielleicht französisch oder spanisch. damit komme ich zurecht – ich erwarte im ausland als gast oder Zuwanderer nicht, in meiner sprache angesprochen zu werden.
    hören sie endlich diese kuscherei auf.

  4. schön geschrieben – aber ich denke doch, man muss es nicht übertreiben. englisch würde ggf schon völlig genügen. schließlich ist unsere sprache hier immer noch deutsch. wenn ich im ausland unterwegs bin gibt es überall englisch und vielleicht französisch oder spanisch. damit komme ich zurecht – ich erwarte im ausland als gast oder Zuwanderer nicht, in meiner sprache angesprochen zu werden.
    hören sie endlich diese kuscherei auf.

  5. Guten Tag Herr Hansen,

    eine sehr gute Idee! Man muss es der breiten Bevölkerung mit allen Schichten so einfach und attraktiv wie möglich machen, sich zu informieren!
    Nur so gelingt der Turnaround…
    Hoffentlich unterstützt die neue Stadtverwaltung diese Idee nach Kräften…
    Unserem neuen Bürgermeister an dieser Stelle gute Besserung!