Mit Außerhaus-Angeboten versuchen einige Gastronomen, präsent zu bleiben

Für die Inhaber der Restaurants und Gaststätten ist klar, dass sie frühestens im Januar wieder öffnen können. Nur einige von ihnen können mit dem Außer-Haus-Geschäft etwas Umsatz machen. Um den Winter zu überleben sind sie alle jetzt auf Unterstützung angewiesen. Und zwar nicht nur von der Bundesregierung, stellt Wirte-Sprecher Udo Güldenberg klar.

Udo Güldenberg. Foto: Archiv

Formal lässt der Bund-Länder-Beschluss mit den neuen Corona-Regeln eine kleine Chance offen, dass die Restaurants und Kneipen nach dem 20. Dezember wieder Gäste empfangen dürfen. Daran glaube aber niemand, frühestens im Januar gehe es wieder los, sagt Udo Güldenberg, Inhaber des Gronauer Wirtshauses und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes in Rhein-Berg.

Er selbst habe das Glück, über ein sehr gut laufendes „Gans to go-Geschäft“ zu verfügen, sagt Güldenberg, aber dazu hätten viele der Kollegen gar nicht die Chance. Das Außer-Haus-Geschäft vieler Restaurants treffe zwar auf sehr hohe Resonanz sowie große Wertschätzung der Stammkunden und sorge für etwas Umsatz. „Aber Gewinn kann man damit nicht machen – und schon gar nicht die Verluste dieses Jahres ausgleichen“, sagt Güldenberg.

Rudi Batesta, Inhaber der Naschbar.

Das bestätigt Rudi Batesta, Inhaber der Naschbar, der neben dem Tapas-Restaurant auch ein Cateringgeschäft betreibt. Betriebswirtschaftlich würde sich das Außer-Haus-Geschäft unter Corona-Bedingungen nicht lohnen. Er hatte gerade eine Winter-Lounge eröffnet und alles für einen kleinen Weihnachtsmarkt vorbereitet – jetzt denkt er darüber nach, womöglich erst im Frühjahr wieder zu starten.

Der November und der Dezember sind auch für die Bergisch Gladbacher Wirte die mit großem Abstand besten Monate des Jahres. Und dann folge das ebenfalls starke Karnevalsgeschäft. Normalerweise – denn 2020 / 2021 fällt das alles weg.

Güldenberg und Batesta loben die Unterstützung durch die Bundesregierung, ohne diese Hilfe würden viele „längst am Fliegenfänger hängen“, sagt Güldenberg. Zwar gebe es – ebenso wie zur Unterstützung im ersten Lockdown – noch Dutzende von Fragen zur Abrechnung und Verwendung der Hilfen, aber Existenzsorgen machen sich diese beide Wirte nicht.

+ Eine Anzeige in eigner Sache +

Damit die Gastronomie, neben den Restaurants auch die Kneipen, in ihrer Breite überlebe, sei jetzt sehr viel Unterstützung von allen Seiten notwendig, appelliert Güldenberg. Dazu gehöre die Rückendeckung durch die Kunden, vor allem aber auch durch die Vermieter: „Nur dann gibt es eine Chance, dass wir im nächsten Jahr noch alle da sind.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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