Die Schulen befinden sich im Wechselunterricht, dabei sind die Lehrer:innen vielen Kontakten ausgesetzt. Foto: Anni Faust (Archiv)

Im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium findet auch in Corona-Zeiten ein fast normaler Präsenzunterricht statt. Schüler:innen und Lehrer:innen sind digital gut ausgestattet, alle halten sich vorbildlich an die Regeln. Wir haben uns den Schulalltag angeschaut und sind dann doch noch auf ein paar kleine und ein sehr großes Problem gestoßen.

Äußerlich hat sich nicht viel im DBG verändert – wenn man vom Desinfektionsgel an jedem Eingang und den Plakaten, die auf die Corona-Regeln aufmerksam machen, mal absieht. Alle Fenster und Türen sind während des Unterrichts offen, über die Maske beschwert sich keiner der Schüler:innen. ,,Das ist nur Gewöhnungssache,“ sagen sie.

Der Gong am Pausenanfang und -ende bleibt wegen Corona stumm, um Gedränge auf der Treppe zu vermeiden.

Mit den Regeln kommen insgesamt alle gut klar. Ständig auf neue Auflagen reagieren zu müssen sei allerdings sehr anstrengend, berichtet Latein- und Biologielehrerin Simone Busch. Die Regeln selbst seien ja auch kein Problem, aber ,,jeder hätte gerne einen langfristigen Plan“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Sandra Altwicker.

In der vergangenen Woche hatte das DBG zur Probe einen digitalen Unterrichtstag ausprobiert. Alle Schüler:innen haben von zu Hause aus am Konferenzunterricht über Zoom oder Teams teilgenommen – dieser Versuch sei erfolgreich gewesen, berichtet die Schulleitung.

Insgesamt sei der überwiegende Teil der Schulgemeinschaft aber froh um den Präsenzunterricht, den persönlichen Austausch. Nur vereinzelt gebe es Schüler:innen, die mit dem Virus infiziert sind, nur Einzelne seien in Quarantäne. Aus dem Lehrerkollegium fehlen viele – aber nicht wegen einer Corona-Infektion.

Mit dem Stoff kommen die Schüler:innen genauso gut (oder nicht gut) zurecht wie vor der Krise. Vor allem die Oberstufe hatte sogar mehr Unterricht, da alle Ausflüge und Studienfahrten gestrichen worden sind.

Das einzige Fach, das zwangsweise anders unterrichtet werden muss, ist Sport. Wenn die Schüler:innen sich bewegen, sind sie von der Maskenpflicht befreit – können daher aber nur kontaktlosen Sport machen wie Badminton oder Tanzen, erklärt Sportlehrerin Katharina Heinz. Daher fehlen den Schüler:innen der Ausgleich, sie können sich nicht richtig auspowern.

Außerdem stehen von vier Sporthallen nur zwei zur Verfügung: die Gymnastikhalle ist zu klein und die gerade gebaute große Sporthalle ist wegen undichter Leitungen derzeit nicht nutzbar. Für Sport unter freiem Himmel ist es mittlerweile zu kalt.

Beim Internet ist noch Luft nach oben

Bei aller Normalität hat das DBG dennoch ein großes Problem, wie viele andere Schulen der Stadt auch: ein katastrophal schlechter Zugang zum Internet. Sowohl Schüler:innen als auch Lehrer:innen sind mit iPads, Tablets, Laptops und anderen Geräten gut ausgestattet – aber was nützt das, wenn das Internet einfach zu langsam oder zwischendurch gar nicht vorhanden ist.

Schulleiter Bäcker auf dem Bagger. Foto: Anni Faust

Ein Glasfaserkabel sei daher unbedingt nötig für den digitalen Unterricht, fordert Direktor Frank Bäcker. Um auf das Internet-Problem aufmerksam zu machen, hat Kunstlehrer Piet Beuys mit der 5d schon einmal einen Graben für das Glasfaserkabel gebuddelt – so müsse es nur noch hineingelegt werden. Dazu gibt es hier einen ausführlichen Artikel.

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2 Kommentare

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  1. Sehr geehrte Herr Zieriacks,
    auch wenn wir eine der Schule zugewandte und engagierte Elternschaft haben, die sich nicht scheut hier immer wieder mit anzupacken und zu helfen, ist und bleibt das DBG eine öffentliche und in jeder Beziehung sehr offene Schule in Trägerschaft der Stadt Bergisch Gladbach. Ihr Kommentar zeugt daher von einem fragwürdigen Verständnis von Solidarität und sozialer Verantwortung. Bei uns gibt es keine Aufnahme nach Vorlage einer Gehaltsabrechnung, wir sind das einzige Ganztagsgymnasium der Stadt und damit auch sozial sicher alles andere als selektiv!

  2. Die Elternschaft am DBG ist überwiegend wohlsituiert; was kann der Förderverein nach dem Buddeln des Kanals an Eigenfinanzierung für das Glasfasernetz in Abstimmung mit der Stadt leisten? (Nicht unsozial, da die Mittel der Stadt dann anderen Schulen zur Verfügung stünden!)