Die Einrichtung von Schutzstreifen führt regelmäßig zu Diskussionen. An der Buddestraße ist jetzt ein Lückenschluss geplant. Foto: Archiv

Die geplante Einrichtung einer Radspur an der Buddestraße in Bensberg würde nach Ansicht der CDU-Fraktion die Stausituation verschärfen. Sie plädiert für ein Umdenken in Form einer sicheren Fahrradroute über Nebenstrecken.

Ein Beitrag der CDU-Ratsfraktion

Die CDU-Fraktion plädiert für ein Umdenken in der beabsichtigten Maßnahme, entlang der Buddestraße in Bensberg probeweise eine Fahrradspur einzurichten. „Wir gehen davon aus, dass jede Verengung dieser wichtigen Verbindungs- und Zubringerstraße durch einen Radweg die Stau-Situation vor dem Kreuzungsbereich Kölner Straße erheblich verschärfen würde“, warnt der CDU-Sprecher des Ausschusses für strategische Stadtentwicklung und  Mobilität, Lutz Schade, mit Blick auf die im letzten Rat mehrheitlich beschlossenen Probemaßnahme.

Es sei ein „Akt der Vernunft, diesen neuralgischen Verkehrsknoten nochmals neu zu denken“. Die Schaffung einer Radstrecke zwischen Bensberg und Lückerath über Nebenstraßen, die deutlich sicherer und wegen moderater Steigungen auch leichter zu befahren seien, könnte rasch realisiert werden, gibt Schade zu bedenken.

„Sollte letztlich eine Ratsmehrheit dennoch an dem Probebetrieb der Radspur entlang der Buddestraße festhalten, ersuchen wir die Verwaltung in einem inzwischen eingebrachten  Ratsantrag, während dieser Zeit im Interesse aller Verkehrsteilnehmer und der Anwohner genaue Messdaten zu erheben“, unterstreicht der Vorsitzende des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung, Hermann-Josef Wagner.

Konkret gehe es der CDU-Fraktion darum, „die genaue Anzahl der Radler zu erfassen, die während der Probephase den Fahrradstreifen nutzen“. Zudem sei eine Messstation im Anwohnerbereich aufzustellen, „die die Schadstoffbelastungen wegen der zu erwartenden längeren Staus erhebt“.

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Die Verwaltung sollte als dritte Maßnahme eine Anwohnerbefragung durchführen, da die Bürgerinnen und Bürger dort Tag für Tag die angespannte Verkehrssituation miterleben müssten – verschärft durch die dann engeren Fahrbahnen. Die Gefährlichkeit dieses steilen Anstiegs für Radfahrer bei dichtem Verkehr sei „ein weiterer wichtiger Aspekt dafür, die gesamte Maßnahme nochmals kritisch auf den Prüfstand zu stellen“, so der CDU-Verkehrsexperte. 

Alternative Radler-Strecke möglich

Es bestehe die Möglichkeit, auf die Probephase des einzurichtenden Fahrradstreifens gänzlich zu verzichten, betonen die beiden CDU-Politiker. Sie verweisen auf eine im vergangenen Jahr vom CDU-Ortsverband Bensberg vorgeschlagene Fahrradroute, die sich über Nebenstraßen vom Bensberger Busbahnhof bis zur Gladbacher Straße in Höhe Lückerath erstreckt.

Konkret geht es in der Routenplanung von der Kauler Straße aus über die Kaule, den Carl-Schurz-Weg, die Graf-Adolf-Straße, die  Max-Joseph-Straße, die Karl-Philipp-Straße, die Saaler Straße sowie den Lückerather Weg bis zur Gladbacher Straße.

Für die Querung der Kölner Straße wurde seinerzeit die Verwaltung gebeten, einen Vorschlag im Bereich der Straßenbahngleise zu erarbeiten, der für die Radnutzer sicher ist. Die Fraktion schließe sich dieser Empfehlung des CDU-Ortsverbandes an, betont Wagner.

Er fügt hinzu: „Wir hoffen auf eine positive Resonanz, weil diese Streckenführung auch dem gemeinsamen Ziel wohl aller Fraktionen entgegenkommt, sicher Fahrradstrecken für die Schulwege zu schaffen.“  

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13 Kommentare

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  1. Entscheidend ist nicht, wer einen vernüftigen und umsetzbaren Vorschlag für eine gefahrlose Strecke für Radfahrer von Bensberg nach Bergisch Gladbach und umgekehrt macht, sondern dass dieser Vorschlag vorurteilsfrei und sachkundig bewertet wird. Wer den täglichen Verkehr auf der Bensberger Strasse und der Budde Strasse aus eigener Anschauung und Teilnahme kennt, weiß einzuschätzen, wohin ein gesonderter Fahrradweg auf der Buddestrasse führen wird: Zu gefährlichen Situationen für Radfahrer, zu längeren Staus auf der Bensberger Strasse weit über Heidkamp hinaus und nicht zuletzt zu mehr Lärm und Abgase. Diese Situation kann niemendem zugemutet werden, weder von sachkundigen Verkehrsplanern noch von Verwaltungsbeamten oder Politikern, die den Interessen aller Bürger verpflichtet sind. Daher sollte der Vorschlag des CDU-Ortsverbandes aufgegriffen und alternative sichere Streckenführungen für Radfahrer von Bensberg nach Bergisch Gladbach und zurück objektiv von Fachleuten getestet und festgelegt werden. Und die unzumutbare Verkehrssituation auf der Buddestrasse, die täglich von Linienbussen, LKWs und PKWs befahren wird, sollte möglichst bald durch eine neue direkte Verbindung zur BAB A 4 entlastet werden.

  2. @David Kirch völlig richtig, aber da kreuzen Sie die RadPendlerRoute nach Köln hoffentlich :-) nur. Mein Kommentar bezog sich auf die im Bericht gemachten Aussagen und die Bildunterschrift: “Vier Routen führen RadPendler nach Köln hinein (Kartenausschnitt)”. Da sollte es eine fünfte geben entlang der Hauptverkehrsader B 55. Die Querverkehre sind in dem Bericht im Rechtsrheinischen nicht abgebildet, aber eben die gestrichelte Verbindung “von Bensberg über Bergisch Gladbach, Delbrück nach Köln”.

  3. @Lothar Eschbach in nutze die gestrichelte Route täglich, da ich durch Dellbrück nach Leverkusen in den Chempark fahre. Es pendelt nicht jeder nach Köln da muss man auch dran denken.

  4. Sollte der geplante (aus meiner Sicht völlig sinnlose) Fahrrad-Schutzstreifen tatsächlich (testweise) eingerichtet werden, sollten zuvor die Sinkkästen/Wasserabläufe dem Straßenniveau angepaßt werden. Ansonsten sind bei den derzeitig bestehenden z. T. starken Höhenunterschieden Stürze und Unfälle vorprogrammiert.
    Ach ja, sollen die Schutzstreifen etwa auch noch beidseitig angebracht werden?
    Dann sollte über den Vorschlag von Herrn Thimme nachgedacht werden: Die Buddestrasse für den Autoverkehr komplett sperren ;–)

  5. Ein Hinweis sei an dieser Stelle erlaubt, damit den möglichen verkehrten Annahmen, Verwechslungen oder Missverständnisse vorgebeugt wird, es geht bei dieser Planung darum, den Radfahrern den Weg von Bensberg nach Bergisch Gladbach als Ziel zu ermöglichen.

    Es ist nicht wie irreführend unter dem beigefügten Bericht dargestellt https://in-gl.de/2020/09/25/staedte-vereinbaren-standards-fuer-radpendler-routen/ der Weg aus der Region Bensberg über Bergisch Gladbach, Delbrück nach Köln gemeint.

    Der sieht gestrichelt von Bensberg, Refrath über Delbrück gezeichnet zwar gut aus, allerdings würde diesen Weg aus der Region Bensberg, selbst Moitzfeld, Herkenrath niemand nach Köln wählen. Der gewählte Weg würde wahrscheinlich direkt entlang der B 55, Refrath, Lustheide, Brück, Merheim, Höhenberg, Kalk, Deutz führen. Eine Planung, die noch nach Korrektur und Festlegung sucht.

  6. Endlich einmal eine gute Idee, das überholte Motto Freie Fahrt für Freie Bürger einzugrenzen. Ein Fahrradfahrer hat mindestens die selben Rechte wie ein Autofahrer. Am besten die Buddestr. für Autofahrer gänzlich sperren. Es gibt genügend Nebenstrecken, die den Autofahrern sehr gerne zur Verfügung gestellt werden können. Das bisschen Sprit und die zusätzliche Umweltbelastung kann dieses Klientel doch gerne verkraften.

  7. Der Vorschlag der CDU-Fraktion, Fahrradfahrer von der Bensberger in die Bergisch Gladbacher Innenstadt über Nebenstraßen geringeren Gefälles zu führen und zusätzlich den Bahndamm und vielleicht auch das Zandersgelände einzubeziehen, würde nach meiner Einschätzung gerne angenommen werden und den Verzicht auf die Fahrradstreifen Budde- und Kölnerstraße ermöglichen. Eine solche Streckenführung wäre nur unwesentlich länger als die stets überlastete direkte Verbindung.

  8. Es gibt sicherlich bessere und dringlichere Möglichkeiten, sich mit der Ausweisung von Radwegen zu profilieren als ausgerechnet in der Buddestrasse. Zum Beispiel die Paffrather Straße stadteinwärts. Der dortige üppige Schülerradverkehr bis zum Langemarckweg und die direkte Verbindung zur Stadtmitte schreien regelrecht nach einer sicheren Lösung für die Radfahrer. Übrigens: Verkehrsfläche ist hier ausreichend vorhanden. Sie muss nur anders aufgeteilt werden.

  9. Optimal wäre in diesem Zusammenhang dann auch die Versetzung einer Ampel Bensberger Str. / Am Rübezahlwald in Richtung Bensberg auf die Höhe Ausgang (alter) Lückerather Weg. Dann kommt man auch ohne zum Geisterradler zu werden auf die Bensberger Straße.

  10. @Bensberger
    Schade, dass Sie unter einem Pseudonym schreiben…

    …aber Ihre Idee ist klasse. Der Weg könnte dann für Fahrradfahrer von dort in die Straße ‘Kaule’ über ‘Kauler Str.’ bis zum Busbahnhof Bensberg führen.

  11. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    @Herr Heindl
    Ich stimme Ihnen zu, die Hauptstraßen werden von den meisten Fahrradfahrern gemieden. Was den Radschnellweg auf dem Bahndamm angeht, sehe ich den Vorteil eher in dem Bereich ab der Eissporthalle Richtung Kölner- bzw. Frankenforster Straße. Würde man den Bahndamm ab dort als Radweg umgestalten, würden die Kreuzung an der Saaler Straße überquert und man könnte auch die Schienen der KVB-Linie 1 passieren und so auf Höhe des Edekas herauskommen. Mit Blick auf die angespannten öffentlichen Haushalte würde ich hinterfragen, ob man den gesamten Bahndamm “umbauen” muss.

  12. Schon als Kind bin ich stets von Bensberg nach Bergisch Gladbach mit dem Fahrrad über Nebenstraßen durch Lückerath gefahren. Als Alternative, je nachdem wo man letztlich hin möchte, ist der Weg entlang des alten Bahndammes zu empfehlen. Von ungefähr Eissporthalle bis Finanzamt.

    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, über die Buddestraße zu fahren. Zu steil und zu gefährlich.

    Den Bahndamm möchte Bürgermeister Frank Stein ja als Radschnellweg ausbauen. Wahrscheinlich da der Weg neben dem Bahndamm in keinem optimalen Zustand ist und es in schlecht einzusehenden Kurvenbereichen zu gefährlichen Situationen kommen kann. Und natürlich damit die Diskussion über den Bahndamm als Autobahnzubringer endlich aufhört. Aber das ist ein anderes Thema…

  13. Alternative für Radstreifen auf der Budde Straße über sichere Nebenstraßen. Das ist ein sehr vernünftiger Vorschlag . Alles andere ist doch besonders für unsere Kinder nicht verantwortbar.