An 23.000 BürgerInnen im Alter von 80 oder mehr Jahren hat der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises einen Brief des NRW-Gesundheitsministers mit der Einladung zur Impfung verschickt. Zwischen Druck und Versand des Briefs hat sich allerdings der Start der Impfaktion verschoben, Geduld ist weiter nötig.

Der lange angekündigte Brief aus dem Gesundheitsministerium an die mehr als eine Million BürgerInnen Nordrhein-Westfalens, die 80 Jahre oder älter sind, ist unterwegs. Am Mittwoch brachte auch die Verwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises die 23.000 Umschläge zur Post. In den Kuverts finden die Adressaten

  • ein Anschreiben von Landrat Stephan Santelmann
  • einen Brief von NRW- Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann
  • eine detaillierte Übersicht zum Ablauf der Impfkampagne, von der Terminvereinbarung bis zur zweiten Spritze.

Sie können die Schreiben hier herunterladen und im Wortlaut nachlesen:

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Allerdings hatte sich in den letzten Stunden vor dem Versand eine wichtige Änderung ergeben: Die 53 Impfzentren in NRW werden nicht am 1. Februar, sondern erst eine Woche später am 8. Februar eröffnet – und damit auch die Einrichtung im Untergeschoss der RheinBerg Galerie für den gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis.

Der Grund für die Verzögerung: Der Impfstoffhersteller Biontec baut seine Produktion um und kann daher vorübergehend weniger Impfdosen liefern als zunächst angekündigt. Das ist zwar seit mehr als einer Woche bekannt, aber offenbar viel zu spät in die Planungen der Landesregierung eingeflossen. Erst am Dienstagabend, als die Briefe längst gedruckt waren, informierte das Gesundheitsministerium über diese neue Lage.

Anmeldungen starten am 25. Januar

Wichtig ist allerdings: Die Anmeldung für die Impftermine beginnt wie geplant, am kommenden Montag, dem 25. Januar, über eine Website und eine Telefon-Nummer:

Die Anmeldung ist ab dem 25. Januar hier möglich: 

  • Auf der Website des Patientenservices der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: www.116117.de
  • Per Telefon für Personen im Rheinland: 0800 116 117 01

Es wird empfohlen, möglichst die Website zu nutzen, da die Hotline – trotz erweiteter Kapazitäten – aller Voraussicht nach überlastet sein wird. Dabei können Angehörige oder andere Betreuer den Senioren zur Seite stehen.

Gesundheitsminister Laumann warnt davor, ohne einen Termin zu einem der Impfzentren zu fahren; das werde nicht gehen. Alle Impfberechtigten, die zuhause wohnen, aber nicht mobil sind, bittet er um Geduld: Noch sei kein Impfstoff zugelassen, der auch von den Hausärzten eingesetzt werden könne. Er sei jedoch guter Hoffnung, dass das bald der Fall sein werde.

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Allerdings heißt es dann erst einmal für alle Geduld zu haben. Denn auch wenn das Impfzentrum am 8. Februar endlich öffnet werden nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen. Im Impfzentrum in der RheinBerg Galerie könnten zwar theoretisch pro Tag 1000 bis 2000 Personen geimpft werden, aber der Kreis wird – nach aktueller Planung – vorerst nur 1180 Impfdosen pro Woche erhalten.

Jedoch ist die Hoffnung groß, dass bald weitere Impfstoffe auf den Markt kommen und die Produktion rasch herauf gefahren werden kann. Denn sonst würde es bis zu 20 Wochen dauern, bis alle 23.000 Personen über 80 in Rhein-Berg (einmal) geimpft werden können.

Landrat Stephan Santelmann appelliert an die SeniorInnen , angebotene Impfung wahrzunehmen: „Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft und jeden einzelnen von uns vor große Herausforderungen. Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir uns alle impfen lassen.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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8 Kommentare

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  1. Es sind schon viele Tausend Termine vergeben worden, und es stehen grundsätzlich ausreichend Termine für alle Über-80-Jährigen zur Verfügung. Allerdings gibt es bei der Zuteilung der Termine durch die KVNO riesige Probleme; das Online-System war gestern gestört, ist es offenbar immer noch. Die telefonisch Hotline arbeitet, ist aber völlig überlastet und wohl auch überfordert. In unserer täglichen Berichterstattung finden Sie den jeweils aktuellen Stand.

  2. Klar und deutlich wurde darauf hingewiesen, dass trotz des späteren Beginns der Impfung ab 25.01.21 die Termine vergeben werden. Ich habe mich der Bitte entsprechend für die Online-Terminierung entschieden, muss aber feststellen, dass bis heute! kein einziger buchbarer Termin angeboten wird. Ich halte das für eine ganz unmögliche Zumutung gegenüber der Bevölkerung. Nicht genug, dass die Landesregierung unfähig ist, innerhalb einer Woche nach Kenntnisnahme, ein erstes! Schreiben an die Impfgruppe zu senden, deren Inhalt mit der Realität nicht übereinstimmt, wird auch bei der Terminvergabe ausschließlich Unfähigkeit gezeigt. Was für ein Trauerspiel. Ob sich hier die CDU/FDP verantwortungslos zeigt?!

  3. Wilhelm Hebborn ich habe keine Ahnung denke aber da man ja erst nur registriert wird und dann den Termin bekommt könnte das schwierig sein. Anmeldung geht ja ab heute. Eine Freundin hat sich heute morgen über Internet angemeldet und eine halbe Stunde später kamen die Termine für 1,und 2, Impfung. Das kann ich mir eventuell über Telefon eher vorstellen aber da ist schlecht durchkommen. Sind ja viele Ehepaare in dieser Lage

  4. Bodo, wenn ich das richtig verstanden habe wird im Werk in Belgien umgebaut, um dann mehr produzieren zu können. Auch ich bin 76 und Risikopatient, aber mit dem zufrieden, wie es angeboten wird. Wie soll den das bewältigt werden, wenn da Leute rausgepickt werden sollen. Es gibt so viele mit Risiko, das ich mir da ein Chaos vorstelle. In unserem Land muss über 82 Millionen Menschen das Impfen angeboten werden also Kirche im Dorf lassen, so wird nach Alter die beste Lösung sein. So lange eben mit dem Hintern zu Hause bleiben, ich mache das auch. Im Übrigen gibt es auch Kinder, die Risikopatienten sind und für die gibt es noch gar keinen Impfstoff wir sollten zufrieden sein.

  5. @Bodo: „Falsch“ läuft da meiner Ansicht nach gar nichts. Hersteller, Staat und Bürger – alle haben doch das gleiche Interesse: im Laufe dieses Jahres möglichst viele Menschen zu impfen. Deshalb muss hier niemand zu etwas gezwungen werden. Wenn Pfizer jetzt die Produktion umstellt, hilft das mittelfristig uns allen. Und: Dass es bei so einer weltweiten Großaktion hier und da hakt, ist kaum verwunderlich. Dass ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie überhaupt schon so viele Menschen geimpft werden konnten, ist das Wunder. Und das haben wir auch „dem Staat“ zu verdanken, der Milliarden in die Impfstoffentwicklung investiert hat – und Mut zu unpopulären Maßnahmen zeigt, die der Gemeinschaft helfen. Ich finde das gut.

  6. was läuft hier falsch? Der Staat versucht die Arbeitgeber zu home-office Genehmigung zu zwingen, ist aber zu feige, oder kommt noch nicht einmal auf die Idee den Impfstoff Hersteller zu fragen oder zur Not zu zwingen die Änderungen in dem Belgischen Werk zu Gunsten der JETZT erforderlichen Impfstoffmengen für 2-4 Wochen zu verschieben. Werden im Belgischen Werk die deutschen Entwicklungsgelder verschwendet / gebraucht?
    Mein persönlicher Lebensmut schwindet zusehends, da ich als 76 jähriger ziemlich heftig Kranker nun noch länger warten muß und zudem noch jedem körperlich fitem 80 jährigen den Vortritt lassen muß. Natürlich würde ich jedem Jüngeren dem es noch schlechter geht als mir den Vortritt lassen.

  7. Ich habe keinen Kommentar aber eine Frage: Kann ein Ehepaar, beide über 80 Jahre, sich zu einem Termin anmelden, da es nur einmal anreisen möchte. Danke