Gerhard Weber und Mariam Konner leiten die Einrichtung des Impfzentrums in der ehemaligen Saturn-Filiale. Foto: RBK

Mit hohem Druck baut der Rheinisch-Bergische Kreis eine 2400 Quadratmeter große Fläche in der RheinBerg Galerie zum Impfzentrum aus. Dabei steht die Sicherheit der zu Impfenden, des Personals und nicht zuletzt des Impfstoffs im Vordergrund. Grundsätzlich ist das Zentrum seit heute betriebsbereit, ab Montag sollen dort knapp 1000 Personen pro Tag gegen Corona geimpft werden können.

Für den Rheinisch-Bergischen Kreis sei es ein Glücksfall gewesen, auf die ehemalige Saturn-Fläche im Untergeschoss der RheinBerg Galerie zugreifen zu können, sagt der Arbeitsschutz-Experte Gerhard Weber.

Weber leitet die Einrichtung des Impfzentrums gemeinsam mit der Medizinerin Mariam Konner. Im Gegensatz etwa zur Eishalle oder gar eines Zeltes seien die Voraussetzung hier ausgezeichnet.

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Der Kreis kann auf die großzügige Zugänge über Aufzüge, Treppenhaus und Rolltreppen, eine starke Außenluft-Anlage, gute Sicherheitsvorkehrungen sowie die verkehrsgünstige Lage des Einkaufszentrums zurückgreifen. Das helfe, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, sagte Weber auf Anfrage des Bürgerportals. 

Konner und Weber stellen das Impfzentrum auch in einem Video des Kreises vor:

Die Fläche wird im Moment von einem Messebauunternehmen mit Trennwänden so eingerichtet, dass ein Eingangs- und Kontrollbereich, vier sogenannte Impfstraßen mit jeweils zwei Kabinen, Wartezonen, eine Nachbeobachtungszone, Personal- und Lagerräume untergebracht werden. Immer mit viel Abstand und Durchzug. 

Zugang nur nach Terminvereinbarung

Betrieben wird das Impfzentrum gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die das ärztliche Personal, die Hard- und Software stellt und auch für die Terminvergabe zuständig ist. Der Kreis kümmert sich um die Infrastruktur und unterstützt die Arbeit gemeinsam mit dem DRK und den Johannitern.

Der Zugang zum Impfzentrum erfolgt über die normalen Aufzüge und die Rolltreppen des Einkaufszentrums. Eingelassen wird aber nur, wer über eine Anmeldung verfügt und sich ausweisen kann. Das wird bereits am Eingang zum Impfzentrum überprüft, wo das Personal durch ein starkes Aufgebot eines privaten Sicherheitsdienstes unterstützt wird. 

Hinweis der Redaktion: Die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung zur Anmeldung veröffentlichen wir, sobald sie bekannt sind. Im Moment werden noch keine Termine vergeben. Zunächst müssen die Freigabe des Impfstoffes und die weiteren Verfahrenshinweise des Landes abgewartet werden. 

„Hier kommt niemand ohne Anmeldung rein – und auch keine Impfgegner oder mögliche Störer“, stellt Weber klar. Damit werde sich auch der zusätzliche Besucherandrang in der RheinBerg Galerie in Grenzen halten und niedriger sein, als früher die Zahl der Saturn-Kunden. 

Nach der Eingangskontrolle werden die Berechtigten in einem Einbahnstraßensystem auf vier Impfstraßen aufgeteilt, die zum Start über jeweils ein Anmeldestelle und einen Wartebereich verfügen und mit einem Arzt besetzt sind. Von hier aus werden die Personen in eine der jeweils zwei Kabinen gerufen und geimpft. 

Danach gehen sie in einen weiteren großen Wartebereich, wo sie sich mindestens 30 Minuten aufhalten sollen – um mögliche Reaktionen auf die Impfung abzuwarten. Dabei weden sie von Mitarbeitern des DRK fachkundig beobachtet. Ein eigener Sanitätsbereich wird von den Johannitern besetzt. 

Start für 21.12. anvisiert – 7 Tage die Woche

Sobald der Impfstoff zugelassen und vom Land angeliefert ist soll das Impfzentrum starten; die Verantwortlichen rechnen derzeit mit Montag, dem 21. Dezember. 

Dann soll das Zentrum voraussichtlich von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein. Pro Impfstraße wird eine Kapazität von 20 Personen pro Stunde kalkuliert, woraus sich eine Kapazität von 960 Impfungen pro Tag ergibt. 

Und das sieben Mal die Woche, auch über die Weihnachtsfeiertag und Silvester hinweg. Auch das Parkhaus und die Zugänge der Galerie bleiben in dieser Zeit geöffnet; der Kreis bittet jedoch darum, auch die reichlich vorhandenen Parkmöglichkeiten im Umfeld zu nutzen. 

Sobald mehr Impfstoff vorhanden ist kann das Impfzentrum in der RheinBerg Galerie von vier auf acht Impfstraßen ausgebaut und die Kapazität auf knapp 2000 Personen pro Tag verdoppelt werden.

Mobile Teams werden in die Einrichtungen geschickt

Gleichzeitig und vorrangig schickt die Kassenärztliche Vereinigung mobile Teams in die Alten- und Pflegeheime im Kreis aus, um die nicht mobilen Angehörigen von Risikogruppen vor Ort zu impfen. Dazu soll das Land den Impfstoff direkt und ohne Umweg über das Impfzentrum in die Einrichtungen liefern. 

Der Impfstoff für das Zentrum im Einkaufszentrum wird ebenfalls vom Land angeliefert, über einen besonders geschützten Eingang direkt in einen Lagerraum, der von außen nicht zugänglich und doppelt gesichert ist. 

Neben der Feuerwehr sei auch schon die Kriminalpolizei vor Ort gewesen, um die Sicherheit zu prüfen, berichtet Weber. Selbst solche Szenarien wie ein Raub oder Anschlag auf den Impfstoff werde mit bedacht. 

Der empfindliche Impfstoff wird tiefgekühlt angeliefert und im Lagerraum rekonstituiert: bei der Erwärmung von minus 70 auf plus zwei bis acht Grad verändert er seine Haltbarkeit, daher wird für die Überwachung dieses Prozesses von der Apothekerkammer extra ein Apotheker vor Ort eingesetzt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Bin vorerkrankt wann bin ich drann muss arbeiten kann nur mit dem Bus fahren nierenerkrankug (phe) Stoffwechsel Erkrankung andere haben einen Termin ich nicht War das ganze Jahr 2020 arbeiten Dachdecker jeden tag wo andere Zuhause sind um sich zu schützen War zweimal krank habe mit so vielen Leuten in Kontakt wann bin ich dann mit impfen?

  2. Bitte veröffentlichen Sie hier keine privaten Daten. Bislang ist die Vergabe von Impfterminen noch gar nicht gestartet – wenn es soweit ist werden das alle Medien veröffentlichen. Im Zweifel können Sie sich immer an das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes wenden: 02202 131313

  3. Leider fallen jüngere Risikopatienten durch das Raster und werden wohl noch Monate auf die Impfung warten müssen, da Vorerkrankte erst mit der 3. Gruppe geimpft werden. Obwohl diese trotz teilweise schwerer und ggf. gehäufter Erkrankungen noch mitten im Leben stehen, schulpflichtige Kinder haben, berufstätig sind… Diese Gruppe nicht mit den älteren Risikobetroffen zu impfen, ist nicht gerecht.