In der Pandemie ist der Tod in die Öffentlichkeit gerückt – und damit taucht auch der Beruf des Bestatters in vielen Schlagzeilen auf. Dabei wird allerdings oft ein Zerrbild gezeichnet, für das der Berufsstand selbst verantwortlich ist. In einem Denkanstoß kritisieren Hanna und David Roth ihre Kollegen – und fordern: „Hört auf zu jammern. Macht euren Job!“

„Bestatter an Belastungsgrenze“, „Der Lockdown ist für Bestatter ein Trauerspiel“, „Bestatter schlagen Alarm“. Schlagzeilen wie diese mussten wir in den letzten Tagen sehr viele lesen. Und das ärgert uns. Denn wir erleben die Situation so ganz anders, als in den Medien beschrieben.

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Mit dem Anstieg der mit oder an Corona verstorbenen Menschen, rücken auf einmal auch wieder wir Bestatter ins Licht der Öffentlichkeit. Leider geben einige Kolleginnen und Kollegen ein sehr schlechtes Bild ab. Da wird über Ansteckungsgefahren geklagt und da werden Engpässe in Krematorien herbei fantasiert, und Bilder von sich stapelnden Särgen heraufbeschworen. 

Wir sagen: Hört auf damit! Und macht euren Job! 

Uns beschleicht das Gefühl, dass da jemand die Pandemie als Ausrede nutzen will, um möglichst den Aufwand für die Einäscherung und Bestattung eines Verstorbenen so gering wie möglich zu halten.

Und für den zurückgefahrenen Aufwand wollen sich einige Kolleginnen und Kollegen dann auch noch für systemrelevant erklären lassen, um so schnell wie möglich an die Impfung ranzukommen. 

Nicht auf der gleichen Stufe wie Ärztinnen und Pflegern

Ja, auch die Arbeit der Bestatterinnen und Bestatter ist durch Corona schwieriger geworden. Wer sich aber mit Ärztinnen und Ärzten und Pflegerinnen und Pflegern auf eine Stufe stellt, scheint nicht begriffen zu haben, was diese Menschen im Moment leisten. 

Talk about Tod: Auch in seinem Podcast befasst sich David Roth mit den vielen Fragen, die im Zusammenhang mit Corona an die Bestatter heran getragen werden: Bilden sich vor den Krematorien Warteschlangen? Sind Bestatter überlastet? Welche Möglichkeiten Abschied zu nehmen, gibt es noch? Sie können den Podcast hier anhören.

Wir verzichten darauf, uns in der Impfschlange nach vorne zu drängeln und machen das, was in der momentanen Situation eben möglich ist. Und das ist immer noch eine ganze Menge, vorausgesetzt man versteht unseren Beruf nicht nur als Transportunternehmen vom Krankenhaus oder Pflegeheim zum Krematorium. 

Ein würdevoller Abschied bleibt möglich

Auch an Corona verstorbene Menschen müssen nicht wie Sondermüll behandelt werden. Wir holen die Verstorbenen ab und bringen sie zu uns ins Haus. Natürlich beachten wir die vorgeschriebenen Hygienestandards. Die verbieten es nicht, dass die Toten mit Würde behandelt, gewaschen und angezogen werden. Die Angehörigen können uns die Kleidung übergeben und wir übernehmen diese Aufgaben gerne. 

Die Trauernden können bei uns am offenen Sarg kontaktlos Abschied nehmen, wie es vom RKI empfohlen wird. Es ist auch möglich, den Toten noch einmal liebevoll an der Hand zu berühren, ohne dass man sich gefährdet. Aerosole, die hauptsächlich für die Übertragung der Krankheit verantwortlich sind, werden von einem Toten nicht mehr ausgestoßen. 

Tröstende Rituale bleiben wichtig – und möglich

Auch Trauerfeiern sind möglich. Von einem Verzicht auf tröstende Rituale kann keine Rede sein. Man kann sich in kleinem Kreis treffen, man kann eine Trauerfeier streamen, oder man begegnet sich im Freien, wo mit dem gebotenen Abstand und Maske auch Beerdigungen mit mehr Menschen möglich sind. 

Also, liebe Kolleginnen und Kollegen hört bitte auf zu jammern und seid für die Trauernden da. 

Herzlichst, Hanna Roth, David Roth 

Pütz-Roth ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach. Es berät und betreut Trauernde in allen Fragen und Anliegen im Todesfall. Darüber hinaus bietet es eine umfassende Trauerbegleitung mit vielfältigen Angeboten.

Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung
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ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach.

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1 Kommentar

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  1. Mein Freund hat vor kurzen einen Todesfall wegen Corona gehabt. Es ist gut zu wissen, dass Menschen, die daran verstorben sind trotzdem einen würdevollen Abschied haben können und nicht wie Sondermüll behandelt werden. Hoffentlich finden wir einen Bestatter der das auch so sieht.