RheinBerg Passage und der ursprüngliche Standtort

Der Vorschlag von Bürgermeister Frank Stein, das Vergabeverfahren für das Stadthaus ganz neu zu beginnen, sieht die CDU kritisch: Das würde zu einer erneuten Verzögerung um zwei Jahre führen und weitere hohe Kosten verursachen. Statt dessen will Fraktionschef Michael Metten versuchen, in Gesprächen mit den Architekten die angestrebten Einsparungen und Anpassungen zu erreichen.

Die Aufhebung des bisherigen Vergabeverfahrens für den Bau eines neuen Stadthaus-Projektes auf dem städtischen Kopfgrundstück des S-Bahnhofs, wie dies Bürgermeister Frank Stein am Freitag als eine ernsthaft zu erwägende Option genannt hat, hält die CDU-Fraktion nach den Worten ihres Vorsitzenden Dr. Michael Metten für „einen Weg mit sehr vielen Fragezeichen“.

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Stadthaus: Stein bringt Neustart ins Spiel

Seit der ersten Idee für ein neues, großes Stadthaus am S-Bahnhof sind bereits acht Jahre vergangen. Die Digitalisierung, der Klimaschutz und nicht zuletzt die Option Home-Office haben die Anforderungen an ein solches Gebäude verändert. Nach Sichtung und Diskussion einiger Gutachten lässt Bürgermeister Frank Stein jetzt seine Präferenz erkennen: Zurück an den Start, neu denken, neu planen.

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Metten gibt zu bedenken: „Ein Neustart des Verfahrens würde zu einem Zeitverlust von mindestens zwei Jahren führen, so dass mit einem Bezug des Stadthauses frühestens Ende 2028 zu rechnen ist. Dies erachten wir mit Blick auf die aktuelle Situation in den alten Gebäuden für die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als unzumutbar.“

Michael Metten, Fraktionschef der CDU. Foto: Manfred Esser

Steuermittel nicht in den Sand setzen

Die architektonische und städtebauliche Qualität des vorliegenden Entwurfs habe seinerzeit alle Jury-Mitglieder überzeugt und sei seit dem in Fachkreisen auf große Zustimmung gestoßen. „Zudem würden bereits investierte Steuermittel im vermutlich sechsstelligen Bereich in den Sand gesetzt“ sagt Metten. 

Hinweis der Redaktion: Dies ist ein Beitrag der CDU. Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Die Beratung des Stadthaus-Ausschuss fand in der vergangenen Woche in nicht-öffentlicher Sitzung statt, daher konnten wir weder über die vorgelegten Gutachten noch die Debatte berichten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende regt an: „Mir ist nicht bekannt, in welcher Weise mit dem renommierten Stuttgarter Architektenbüro Auer Weber, das im Mai 2019 den Siegerentwurf präsentiert hat, gesprochen wurde. Ich gehe allerdings davon aus, dass eine Anpassung des Entwurfs – gerade auf dem Hintergrund der Corona-Pandemie und den zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen – im Gespräche mit den Architekten möglich sein sollte.“ Ausweislich der Presseberichterstattung von Samstag stehe das Büro derartigen Gesprächen offen gegenüber.

„Drei Hausaufgaben zu erfüllen“

Nachdem das Dreierbündnis bereits im Sommer letzten Jahres vor den Kommunalwahlen die Fortsetzung des Planungsverfahrens durch einen Mehrheitsentscheid ausgesetzt und zugleich die Prüfung eines Verwaltungs-Zweckbaus auf dem Zanders-Gelände initiiert habe, sei sehr viel Zeit vergangen, stellt Metten fest.

Er fügt hinzu, dass jetzt zweifelsohne zunächst folgende drei Hausaufgaben seitens der Stadt dringend angegangen werden sollten: 

„1) Im Rahmen der vom Rat beschlossenen Digitalisierungsstrategie müssen die Auswirkungen von elektronischen Akten auf die Arbeitsprozesse und den Raumbedarf analysiert werden. Eine Vielzahl von Verwaltungen ist diesen Weg bereits gegangen.

2) Unter fachkundiger externer Begleitung müssen gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter moderne räumliche Arbeitsraum-Konzepte erarbeitet werden. Auch hier sollten die positiven Erfahrungen von modernen Verwaltungsgebäuden wie in Venlo, Essen oder der Bezirksregierung einfließen.

3) Die Stadt muss ein professionelles Projektmanagement aus städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie externer Unterstützung schnellstmöglich installieren. Die dafür benötigten zusätzlichen Stellen und externen Kosten trägt die CDU-Fraktion selbstverständlich mit.“

Es gelte nun, keine Zeit mehr zu verlieren. Infolgedessen müssten diese drei Prozesse parallel laufen. „Dies ist sehr anspruchsvoll, aber machbar.“

Über Tiefgarage nachdenken

Insbesondere mit Blick auf das noch nicht vorhandene Projektmanagement empfiehlt die CDU-Fraktion, erst Ende des dritten Quartals in die finalen Vertragsverhandlungen mit dem Büro Auer Weber einzusteigen.

Für die CDU-Fraktion ist nach den Worten Mettens der Kurs, das neue Stadthaus nach den Plänen von Auer Weber im Stil eines modernen Bürgerzentrums zu bauen, „der bislang  immer noch richtige Weg“. Dies hätten auch die den Fraktionen vorgelegten Gutachten eindeutig belegt.

Dennoch müsse der „herausragende Entwurf“ sowohl unter Kostengesichtspunkten als auch unter den zwischenzeitlich gestiegenen ökologischen Anforderungen in Zusammenarbeit mit dem Büro überarbeitet werden.

Bereits heute sehe der Entwurf modulare Raumkonzepte vor – dies sei eines der zentralen Kriterien des Wettbewerbs gewesen, unterstreicht Metten. Zudem übererfülle der Entwurf die im Wettbewerb bereits geforderten ökologischen Kriterien des KfW-Effizienzhaus-55-Standards.

Der Fraktionsvorsitzende empfiehlt: „Um weitere Kosten zu sparen, sollte auch nochmal über die Notwendigkeit einer Tiefgarage nachgedacht werden, da diese immer unverhältnismäßig teuer sind und gerade der Boden an dieser Stelle problembehaftet sein könnte. Zudem hat der Gutachter noch ein paar weitere Hinweise zu Kosteneinsparpotentialen geliefert.“

Benchmark-Vergleich: Kosten im üblichen Rahmen

Der von der CDU-Fraktion mehrfach geforderte Benchmark-Vergleich habe gezeigt, „dass der Entwurf von Auer Weber in allen relevanten Kriterien gut abgeschlossen hat“. Ohne Zweifel seien die absoluten Zahlen gemäß den Kostenschätzungen für dieses Stadthaus-Projekt gewaltig.

Die Fakten im relativen Vergleich zeigten jedoch, „dass Verwaltungsgebäude in dieser Größe üblicherweise in diesem Kostenbereich liegen“.

In diesem Zusammenhang empfiehlt der CDU-Fraktionschef nachdrücklich, auf jeden Fall den Bund der Steuerzahler als „Anwalt und Stimme für die steuerzahlenden Bürgerinnen und  Bürger“ in den Stadthaus-Prozess weiterhin  mit einzubinden.

Mit einem interaktiven Rundflug können Sie die geplanten Baustellen in der Innenstadt erkunden. Die Fotos sind von 2019, ein Aktualsierung ist in Arbeit.

Bei Neuausschreibung Einzug frühestens 2028

Metten geht sodann nochmals auf die eingebrachte Neustart-Option ein: Er empfinde es als „eigenartig, dass der enorme Zeitverlust, der durch die Neuausschreibung entstehen würde, plötzlich keine Rolle mehr zu spielen scheint – wo doch gerade wegen der offenbar erheblichen Brandschutz-Mängel die Nutzungszeit des alten Stadthauses abgelaufen ist“.

Und wörtlich weiter: „Der Bürgermeister sollte seinen Beamten und Angestellten schon erklären, dass ein neues Verwaltungsgebäude im Falle der Neuausschreibung frühesten Ende 2028 bezogen werden kann; die Versprechungen in die Verwaltung hinein hatten nach der einstimmigen Entscheidung für den Auer Weber-Entwurf über viele Monate damals ganz anders geklungen.“ 

Es bleibt beim Standort am Bahnhof

Zu begrüßen sei es, dass inzwischen wohl der Standort S-Bahn-Grundstück allseits favorisiert werde. „Die Errichtung eines Zweckbaus auf der städtischen Zanders-Fläche hätte im Kontext der dort vorgesehenen Quartiersentwicklung zu erheblichen Einschränkungen geführt“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Zu bedenken sei auch, dass die Stadt sich lange erfolglos bemüht habe, das S-Bahngrundstück für eine anderweitige Nutzung zu verkaufen. 

Seit Jahren hat sich am S-Bahnhof nichts verändert.Oben links im Bild, hinter den Kalköfen, wird jetzt bereits gebaut.

Entscheidend: Fertigstellung und Gesamtkosten

 Sollten sich Ampelbündnis und Bürgermeister für eine Neuausschreibung entscheiden, werde die CDU-Fraktion diese an genau zwei Kriterien messen: Zeitpunkt der Fertigstellung und die Gesamtkosten. „In beiden Fällen sind wir – nicht zuletzt auch nach Rücksprache mit externen Experten – der Auffassung, dass diese Kriterien gerissen werden“, unterstreicht Metten.

Zusammenfassend erklärt der CDU-Fraktionschef: „Egal wo und mit wem letztendlich gebaut wird – für die CDU-Fraktion gibt es zentrale Forderungen für den Bau eines neuen Stadthauses:

1) Die Auswirkungen der zwingend notwendigen Digitalisierung und der Homeoffice-Möglichkeiten sind beim Raumbedarf zu beachten.

2) Der Neubau braucht eine Projektsteuerung und Bauherrenvertretung.

3) Eine externe Begleitung im ‚Changemanagement‘-Prozess‘ mit der Verwaltung ist unumgänglich.“ 

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3 Kommentare

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  1. Die Dimension des Scheiterns der CDU bei der Kommunalwahl hat viele Facetten und die Ursachen werden erst Schritt für Schritt in ihrer gesamten Tragweite sichtbar. Nach dem Desaster der schiefen Ebenen beim InHK Bensberg, nun ein weiteres Vorzeigeprojekt in Schieflage, nicht überraschend. Es ist das neue Stadthaus für Bergisch Gladbach, allerdings ein Projekt mit erheblich größeren Auswirkungen als die schiefen Ebenen auf und um den Treppen von Bensberg.

    Da kann man sich sehr über die nüchterne Herangehensweise des neuen Bürgermeisters Frank Stein freuen, ist sie doch am aller besten geeignet, dem Vorhaben ein der Zeit angemessenes Fundament zu geben. Eine lang überfällige Handlungsempfehlung für das weitere Vorgehen und aufatmen an vielen Stellen sind die Folge. Herzlichen Dank an den neuen Bürgermeister Frank Stein für die bisherige Moderation.

    Für die Mitarbeiter der Verwaltung ist das nicht zwingend eine negative Botschaft, obwohl es sich zunächst so anhört, aber das Gegenteil ist der Fall. Für die Fokussierung auf die Bereitstellung einer neuen attraktiven Arbeitsumgebung, die insbesondere den dramatisch gewachsenen Anforderungen an Klimaschutz und Bauökologie, aber auch den gewachsenen Ansprüchen und Erkenntnissen digitalisierter Verwaltungsarbeit genügen muss und den Folgen der Pandemie Rechnung trägt, da ist deutlich weniger als acht Jahre anzusetzen.

    Für diese Annahme spricht mit der Einführung des Ausschusses für das Stadthaus die offensichtliche Erkenntnis der Koalitionäre, dass der Stellenwert des Projektes für die Stadt spätestens jetzt endlich erkannt ist. Die Möglichkeit der zielorientierten Fortschrittskontrolle auf Leitungsebene ist so verankert und Meilensteine wie „Fertigstellungstermin“ oder „Herstellungskosten“ sind ehrenwerte Ziele, die es zu kontrollieren gilt.

    Den Überlegungen und Anstrengungen der CDU, insbesondere ihres Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael Metten, einen Teil der CDU-Vergangenheit mit diesem Projekt in die Zukunft zu retten, dieser Versuch ist völlig unverständlich und realitätsfern. Es kann diesem Ansinnen getrost eine Absage erteilt werden, weil „weiter so“ wurde abgewählt, das war Projektbestandteil, war.

    Abspeckungen am vorhandenen tollen Entwurf und der damit interpretierten umfassend und teuren „Lösung der Anforderungen“, die führen zu einem schlechteren, eben abgespeckten Ergebnis, wogegen ein neuer Entwurf unter Berücksichtigung der grundlegend geänderten Anforderungen zu einer anderen, einer neuen Interpretation der „Lösung der Anforderungen“ führt.

    Genau das haben alle am Projekt Beteiligten nach so langer Zeit der Verwirrungen und Verirrungen verdient, vor allem die Mitarbeiter der Verwaltung. Auch wenn noch einige Aufräumungsarbeiten aus dem Planungsvorlauf zu leisten sind, in der Hoffnung dass alle mitziehen, der Ansatz von Frank Stein strahlt Zuversicht aus und lässt hoffen, definitiv kein „weiter so“.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren der CDU,

    in Ihrem Beitrag werden Sie der Problemlage beim Projekt „Stadthaus“ nicht gerecht.

    Zur Erinnerung: Das Projekt ist vollständig aus dem Ruder gelaufen, „komplett gegen die Wand gefahren“, wie der KStA es treffend beschreibt. Dies kann man leicht ablesen an der fast unglaublichen Entwicklung der geplanten Investitionen (ca. Zahlen): Von ursprünglich 30 Mio. (2015), über 45 Mio. (2018), über 60 Mio. (2019) sind die Projektkosten derzeit mit 100 Mio. Euro zu veranschlagen. Und dies lange vor der ersten Bautätigkeit, wo weitere Kostensteigerungen sicher zu erwarten sind.

    Das bisschen Kostenkosmetik, wie von Ihnen vorgeschlagen, ändert daran nichts. Die Tiefgarage in Frage zu stellen und „ein paar weitere Hinweise zu Kosteneinsparpotentialen“ zu beachten, mag sinnvoll sein, ist aber bei Weitem zu wenig, um das offensichtlich strukturelle Kostenproblem zu korrigieren. Aber, die beschrieben Kostenentwicklung scheint für Sie ohnehin in Ordnung zu sein. Anders kann ich mir den Passus „Benchmark-Vergleich: Kosten im üblichen Rahmen“ jedenfalls nicht erklären.

    Die explodierten Projektkosten scheint für die CDU also keine Rolle zu spielen. Ein Versuch, der Bürgerschaft diese Explosion zu erklären, scheint für Sie damit auch nicht notwendig.

    Stattdessen äußern Sie in Ihrem Beitrag Sorgen um vergleichsweise kleine, 6-stellige, Kosten, die bei einem Projektneustart möglicherweise drohen durch Forderungen des Architekturbüros. Wollen Sie wirklich Kostenüberschreitungen in zig-facher Millionenhöhe akzeptieren, nur um mögliche Kosten in Höhe von einer halben Millionen zu vermeiden?. Und: Ist es tatsächlich berechtigt, diesen Ansatz mit „Steuermittel nicht in den Sand setzen“ zu betiteln?

    Das wäre – auch ohne Taschenrechner – krass! Und wenig glaubwürdig, denn rechnen können Sie auch.

    Anstatt sich also um die „kleinen“ Beträge zu sorgen, sollte die CDU sich um die zig Millionen Steuermittel kümmern, die man einsparen könnte, indem man das Projekt neu startet, wie von Herrn Stein vorgeschlagen. Ein solcher Neustart ermöglicht die Rückbesinnung auf die für die Verwaltung wirklich notwendigen Räumlichkeiten. Auch hier zur Erinnerung: Der Fokus im Projekt ist über die Jahre zunehmend verloren gegangen: Für die Zusatzfunktionen des Stadthauses (Stadtbibliothek, Café, GL-Shop, Eine-Welt-Laden, Polizei-Stützpunkt, Mobilitätszentrum) ist inzwischen ein fast gleich großer Flächenbedarf eingeplant, wie für die Kernfunktionen der Verwaltung (Quelle: Stellungnahme der VBD Beratungsgesellschaft v. 08. Nov. 2019).

    Das bedeutet, es gibt ein Einsparpotential von bis zu 50 Prozent. Dazu kommen Optimierungs-Chancen durch ein modernes Homeoffice-Konzept und der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen. Erfahrungen aus anderen Gemeinden weisen hier ein Sparpotential von bis zu 25 Prozent der Räumlichkeiten aus. Ich denke, das ist Ihnen bekannt.

    Ein bedeutender Zusatzvorteil der genannten Rückbesinnung auf das Notwendige wäre dabei die entstehende Verkürzung der Bauzeit aufgrund des reduzierten Volumens. Damit käme das Projekt möglicherweise nicht nur in der Nähe der Wirtschaftlichkeit, sondern wäre auch besser kontrollierbar und das Gebäude wäre früher für die Mitarbeiter*innen der Verwaltung verfügbar.

    Abschließend gesagt, finde ich die von Ihnen vergebenen „3 Hausgaben“ für die Stadtverwaltung irritierend. Bedeuten diese Hausaufgaben, dass dieses Jahrhundertprojekt bisher nicht professionell geführt wurde, und Sie haben nichts dagegen unternommen? Hat der vorliegende, teure Architekturentwurf kein modernes Arbeitsraumkonzept als Grundlage, ohne dass die CDU dies mitbekommen hat? Sind die Chancen der Digitalisierung entgegen der Zusage der Verwaltung nicht eingeflossen, ohne dass Sie darauf hingewiesen haben? Wo war hier Ihre Verantwortung?
    Sollten die Hausaufgaben wirklich notwendig sein, wäre dies ein zusätzlicher Grund dafür, das Projekt neu zu starten, da wichtige Rahmenbedingungen für das Projekt bisher gefehlt hätten.

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich rechne nicht mit einer Antwort von Ihnen auf meinen Kommentar. Vielleicht könnten Sie aber den ein oder anderen Gedanken für sich einmal prüfen.

    Ein „weiter so“, wie von Ihnen dem Grunde nach beschrieben, sollte es jedenfalls nicht geben. Damit würde der Stadtrat seiner Rolle als Steuerungsgremium und als Vertreter der steuerzahlenden Bürgerschaft nicht gerecht.

  3. Lieber Herr Metten,
    ein altes indianisches Sprichwort besagt: „Wenn du merkst, dass das Pferd auf dem du reitest tot ist, musst du absteigen“ – und dieses Stadthausprojekt ist nicht nur entgleist, es ist vor die Wand gefahren, es ist tot.

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der obige Beitrag mehr dazu dient, von den großen Fehlern eines CDU Bürgermeisters bei diesem Projekt abzulenken, als die schnelle Realisierung eines neuen Stadthauses voranzutreiben (wobei ich der Meinung bin, dass alle politischen Akteure Fehler bei diesem Projekt gemacht haben).

    Im einzelnen:

    1) eine Weiterverhandlung mit Auer Weber würde die Stadt kaum kalkulierbarer Rechtsrisiken aus zu erwartenden Klagen der im Wettbewerb unterlegenen Büros aussetzen
    2) da, wie richtig dargestellt wird, der Raumbedarf und die Raumgestaltung neu bestimmt werden müssen, würde auch Auer Weber einen gänzlichen neuen Entwurf vorlegen müssen. Eine signifikante Zeitverzögerung wird sich leider in jedem Fall einstellen.
    3) jetzt über „in den Sand gesetzte Steuermittel“ zu lamentieren hilft nicht weiter. Das ist „sunk money“, unwiederbringlich verloren. Nur der Blick nach vorne hilft jetzt weiter.
    4) nur ein Neuanfang gibt der Stadt die Möglichkeit, ein adäquates Projektmanagement zu kontrahieren, eine wirksame interne Projektsteuerung aufzubauen und in eine neue Vergabemodalität einzusteigen – sicher die gravierendsten Versäumnisse im derzeitigen Projekt.