Marcus Otto, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW -Rheinland

Der lokale Einzelhandel ist dringend darauf angewiesen, im März wieder die Geschäfte öffnen zu dürfen, argumentiert der Handelsverband. Dafür sei jetzt bald eine verlässliche Perspektive erforderlich, sagt Geschäftsführer Marcus Otto. Für den Tag der Öffnung richtet er schon jetzt einen Appell an die Verbraucher:innen.

Es sind nur bestimmte Teile des Einzelhandels, die bedroht sind, sagt Marcus Otto, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW – Rheinland mit Sitz in Bergisch Gladbach: „Besonders schmerzhaft ist, dass der stationäre, inhabergeführte Handel so sehr leidet“. Das betreffe vor allem die Bereiche Textil, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren – aber auch Lage bei großen Ketten und Kaufhäusern sei ernst. 

Dagegen macht der Onlinehandel bekanntermaßen riesige Umsatzsprünge, doch auch hier vor Ort gebe es Geschäfte, die ganz gut liefen. Das seien die Bereiche Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte, aber auch Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren – weil sich mehr Menschen im Lockdown, im Homeoffice und beim Distanzlernen selbst versorgen müssen. Besonders stark seien Fahrräder und vor allem E-Bikes gefragt.

Bei den Hilfen bilden die Steuerberater den Flaschenhals

Viele der anderen Geschäfte sind auf die versprochene staatliche Hilfe angewiesen, die im Handel aber nach wie vor nicht angekommen sei, berichtet Otto. Zwar sind die Formulare für die Überbrückungshilfe III inzwischen mit großer Verspätung freigeschaltet worden, aber die Anträge dürfen nur Steuerberater stellen.

Selbst wenn die Steuerberater durcharbeiten würden, könnten sie das riesige Aufkommen nicht ohne Verzögerungen bewältigen. Daher habe von den für Dezember versprochen Hilfen bisher noch nichts im Einzelhandel ankommen können.

Umso wichtiger sei, dass der Handel am 8. oder spätestens 15. März wieder öffnen dürfe. So habe es die Bundesregierung auch versprochen, betont Otto: erst die Schulen, dann die Friseure, dann der Handel. Wenn es der Inzidenzwert erlaube. 

Es geht dabei nicht ausschließlich um konkrete Daten, sondern vor allem darum, dass die besonders notleidenden Bereiche – wie Handel, Tourismus oder Gastronomie – eine verlässliche Perspektive erhalten.

Strenge Hygienekonzepte, faire Verbraucher:innen

Wenn es soweit sein, dann „selbstverständlich mit strengen Hygienekonzepten und Zulasskontrollen“, stellt der Geschäftsführer fest. Dass er das kann habe der Handel bereits bewiesen.

Schon jetzt richtet Otto „einen großen Appell an die Verbraucher: dass sie sich fair verhalten und nicht alle gleichzeitig in die Geschäfte strömen, sondern verteilt auf den Tag”.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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13 Kommentare

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  1. An wen richten sich Ihre Fragen? Zuständig sind das Ordnungsamt der Stadt bzw. das Gesundheitsamt des Kreises. Bitte wenden Sie sich dorthin.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    grundsätzlich sehe ich die Notwendigkeit Geschäfte nun nach und nach zu öffnen um Geschäfte und Dienstleistungen in und um Bergisch Gladbach zu erhalten. Mir ist dabei nur vollkommen unklar, wie die Einhaltung der Hygienekonzepte überwacht werden sollen. Was gibt es dazu bisher an Konzepten?
    Bereits im letzten Jahr habe ich mehrfach (nach etlichen Verweisen mangels Zuständigkeit durch und an Gesundheits- und Ordnungsamt) die Polizei informiert, dass z.B. der Aldi in Schildgen Einlasszahlen nicht einhält. An manchen Tagen war es da so voll, wie früher vor Feiertagen. Passiert ist daraufhin nichts. Warum nicht?
    Ich bin Witwe und Mutter, habe zudem eine Pflegebedürftige Mutter und fühle mich sehr schlecht geschützt.
    Seitdem kaufe ich nur noch im Rewemarkt Jakubek ein, der seit März letzen Jahres ununterbrochen Einlasskontrollen durchführt, nur die Hälfte der zulässigen Personen einlässt, weil zur Berechnung der zulässigen Einlasszahl, nur die Grundfläche, nicht aber die vorhandene Freifläche (Grundfläche-Stellfläche) vom Ordnungsamt angeordnet wurde. Warum ist das eine freiwillige Leistung und keine Vorgabe? Zudem warte ich noch immer auf die Überprüfung der Maskenpflicht z.B. in den Fussgängerzonen. Warum finden keine oder wenn nur angekündigte Überprüfungen statt?
    Solange nichts passiert bleibt Personen wie mir, weiterhin nur zu Hause bleiben und alles Notwenige zu bestellen. Es ist nicht möglich die hier ansässigen Geschäfte zu unterstützen. Auch eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist nicht möglich. Wir (Menschen, die dich schützen wollen und/oder müssen) sind dadurch dass eine Einhaltung der Maßnahmen nicht umfangreich überwacht wird und Verstöße nicht geahndet werden, ausgeschlossen.
    Auf Dauer ist diese Isolation sehr belastend. Insofern bitte ich meine Fragen zu beantworten.
    Und bitte nicht nur mit der pauschalen Aussage, dass nicht genug Mitarbeiter vorhanden sind. Denn für eine Aufstockung war ausreichend Zeit und auch Mittel wurden zur Verfügung gestellt.

    Insofern, Öffnungen ja und dringend, aber nachhaltige, umfangreiche Überprüfung der Einhaltung!
    Ich könnte mir z.B. sehr gut ein Ausgangsverbot als Ordnungsmassnahme für Personen vorstellen, die sich nicht an die Regeln halten. Wie sieht es mit der Umsetzbarkeit aus?

    Ich freue mich auf Ihre Antworten.

    Beste Grüße und bitte bleiben Sie gesund!

  3. Langsam wird’s hier albern, wer sich nicht an Regeln hält und mit Gewalt verhindern will, wird angeklagt und weggesperrt in den persönlichen Lockdown. Viel Spass

  4. Es ist jetzt an der Zeit, eine konkrete Perspektive für den (Einzel) Handel und Dienstleistung vor Ort zu verkünden. Sonst haben wir bald auch nach dem Lockdown wenig was öffnet oder öffnen kann. Ich kann nur alle Beteiligten bitten ein Ziel Mitte März als Maßstab zu verfolgen! Wir haben so tolle Hygienekonzepte, wir können den Zugang regeln, wir könnten Einkaufstage nach Graden/Ungraden Geburtsjahrgängen einführen, wir könnten bestimmte Zeitfenster für bestimmte Gruppen festlegen usw.. Aber einfach nicht öffentlich darüber die Debatte zu führen ist jetzt nicht mehr angebracht!
    Viele Grüße und Bitte zusammen gegen alle Coronaauswirkungen Kämpfen

  5. Herr Kellmann, Bundesschatzmeister der konservativen Werteunion in der CDU, nennt die Regierung “Frau Doktor Merkel und ihr Seuchenkabinett”. Welch subtiles Wortspiel! Welch guter Diskussionsstil! ;) Da mag sich jeder selbst seinen Teil denken.
    Welche Mittel werden die Ehemänner der Verkäuferinnen (also nur die mit Trauschein natürlich – Werteunion, s.o.!) anwenden um die Schließung zu verhindern und den Kunden Zutritt zu verschaffen? Gewalt? Ist das hier also eine Drohung? Oder wie muss ich mir das vorstellen?


  6. Ich jedenfalls werde Mitte März mein Kaufhaus wieder öffnen. Und es ist mir vollkommen egal, ob Frau Doktor Merkel und ihr Seuchenkabinett in Berlin damit einverstanden sind. Für jeden von uns kommt der Punkt, wo er sich von staatlicher Autorität nicht mehr einschüchtern lässt. Wer nichts mehr zu verlieren hat, der hat auch jegliche Angst verloren.

    Und vor der Tür meines Kaufhauses werden die Ehemänner meiner Verkäuferinnen stehen und sicherstellen, dass niemand das Kaufhaus wieder schließen wird”
    Eigentlich nicht zu glauben, das ein erwachsener Mensch zu so einer Äußerung, die vor Blö….. nicht zu überbieten ist, möglich ist.
    Es lässt sich immer leicht behaupten, das man manches hätte anders lösen können (was mit Sicherheit noch nicht mal falsch ist).
    Aber die Entscheidungen werden jetzt getroffen. Aber wenn der Herr Kellermann die Verantwortung übernimmt, okay. Allerdings lässt so eine Einstellung tief auf das soziale Verhalten rückschließen. Im Straßenverkehr wäre der Lappen weg…:)

  7. Und ich hätte gern ein Pony, und zwar sofort!

    Die Situation vieler Einzelhändler:innen ist schwierig, keine Frage, und die Auszahlung der versprochenen Hilfen muss dringend beschleunigt werden.
    Aber eine “Öffnung um jeden Preis” zu fordern, wenn gleichzeitig nach Aussage aller Expert:innen die dritte Corona-Welle vor der Tür steht, ist einfach nur weltfremd.
    Mutanten im Sonderangebot, bis Alle infiziert sind?

  8. Den Querdenker der Menschheit verdanken wir , dass wir nicht mehr wie die Neandertaler in den Höhlen sitzen. Sie waren diejenigen, welche den Fortschritt brachten. Spurläufer haben nicht selten die Hosen voll und sehen nicht das Licht am Ende des Tunnels.

  9. Es ist wie immer: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.

    Herr Knechtmann ist bestimmt Angestellter in irgendeiner öffentlichen vom Steuerzahler finanzierten Institution und muss sich um keine Folgen des Lockdown Sorgen machen.

    Warum dürfen Frisöre öffnen?
    Warum dürfen die Leute in Großraumbüros (mind. 10qm pro Person) arbeiten?
    Aber Geschäfte, unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen, dürfen nicht?

    Und bestellen Sie Ihren Freunden vom Ordnungsamt mal einen schönen Gruß, die sollten sich die Kunden der Lebensmittelgeschäfte genauer vornehmen, da schert sich nämlich niemand um Abstände. Solang da nicht rigoros durchgegriffen wird sollen also alle anderen Läden zu bleiben?

    Vier Wochen vorher eine zweiwöchige Ausgangssperre inkl. Schließung aller Geschäfte ankündigen. Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser und Apotheken sowie Energieinfrastruktur bleiben als einzige in Betrieb.
    Das hätte man nach Weihnachten machen sollen, aber leider wurde ja mal wieder die Impfplanung versemmelt. Aber was soll man auch anderes erwarten, wenn man es seit 2012 nicht geschafft hat, sich auf eine weiteren SARS COV Ausbruch vorzubereiten.

    Es ist, wie immer in DE, einfach nichts passiert.

  10. Richtig, es ist Zeit, es muss weitergehen. Wer den Menschen ständig Angst und Schrecken einflößt, lässt viele zerstörte Menschenbilder zurück. Wer dies verursacht, steht noch nicht geschrieben. Aber die Menschheit wird es irgendwann erfahren. Ich bin sicher, dass die Vernunft überwiegen wird und hoffe vor allem eine baldige Erlösung der Kinder aus diesem Trauma.

  11. Lieber Herr Kellmann, Sie sind anscheinend ein Querdenker und gehören in den ewigen Lockdown. Der erste der gegen Sie Anzeige erstattet bin ich und noch einige Ehemänner aus unserem Freundeskreis, davon 3 aus dem Personalkörper des Ordnungsamtes und der Polizei. Sie sind schonmal vorgemerkt.

  12. Ich jedenfalls werde Mitte März mein Kaufhaus wieder öffnen. Und es ist mir vollkommen egal, ob Frau Doktor Merkel und ihr Seuchenkabinett in Berlin damit einverstanden sind. Für jeden von uns kommt der Punkt, wo er sich von staatlicher Autorität nicht mehr einschüchtern lässt. Wer nichts mehr zu verlieren hat, der hat auch jegliche Angst verloren.

    Und vor der Tür meines Kaufhauses werden die Ehemänner meiner Verkäuferinnen stehen und sicherstellen, dass niemand das Kaufhaus wieder schließen wird. Und es wäre schön wenn Sie Herr Otte sich dafür einsetzenbwürden, dass der gesamte Einzelhandel in Bergisch Gladbach da mitzieht.

  13. Gestern Abend (am 17.02. also) bei „Markus Lanz“, wirklich lohnend
    – An der Mediatheke:
    https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz

    Eine angenehm entspannte, sehr klarsichtige, vor allem hoch konstruktive Runde zu genau diesem Thema, sagen wir „Perspektiven jenseits des (fast) totalen Stillstands“ und mit dem Tenor:

    Weg von der mittlerweile fatalen Mischung aus amplitudem Panikmodus, flächenplanierendem Dauer-Lockdaun bei zeit- wie zugleich kuriosen Unterlassungen und hin zu konzertierter Aktion aus (längst) vorhanden technischen Möglichkeiten (dichte Testlogistik, digitale Check-/Meldesysteme, auch Luftfilter-Anlagen, gerade für Schulen, etc.); Übernehmen gut funktionierender Mobilisierungs-Beispiele aus diversen Landkreisen; Freisetzen und -lassen der positiven & kreativen Bereitschaft / Fähigkeit in Handel / Gastro / etc.; Ermöglichen, Delegieren und entsprechendes Ausstatten regionaler / lokaler Verantwortung bzw. deren Institutionen&Träger …

    Ebenso klar wie klug ausgesprochen wurde, dass es hier (wie generell) keine 111%ige Garantien geben, aber per intelligenter + konsequenter Anstrengung eine 80 oder mehr %ige Sicherheit gebaut werden könne (und für den Rest eben jeder selber, im Rahmen seiner zu respektierenden Einschätzung die entsprechend eigene Entscheidung treffen müsse, was er dann wahrnehmen wolle und was nicht).