Bis zuletzt hatten die Zandrianer um ihre Arbeitsplätze gekämpft. Foto: Thomas Merkenich (Archiv)

Für eine Transfergesellschaft gab es nach der Insolvenz von Zanders keine Basis, eine Jobbörse für die 294 Betroffenen ist unter Corona-Bedingungen (noch) nicht möglich. Um den Zandrianern dennoch zu helfen koordinieren Stadt, Arbeitsamt und Wirtschaftsförderer ihre Anstrengungen.

Nach Angaben der Stadt Bergisch Gladbach sind von der Schließung der Zanders Paper GmbH 294 Männer und Frauen betroffen. Ein kleiner Teil der zuletzt offenbar deutlich weniger als 400 Mitarbeiter:innen wird zunächst vom ersten Insolvenzverwalter oder der Stadt weiter beschäftigt, 185 Personen haben sich bislang bei der Arbeitsagentur gemeldet – weil sie nun ohne Beschäftigung dastehen.

Um möglichst vielen von ihnen wieder einen Arbeitsplatz zu verschaffen wollen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Bürgermeister Frank Stein hatte schon früh einen Runden Tisch einberufen und zunächst die Möglichkeit einer Transfergesellschaft geprüft, um die Beschäftigten aufzufangen; die Idee aber rasch verworfen, weil es dafür keine Grundlage gebe.

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Auch die Idee einer kurzfristig organisierten Jobbörse als Präsenzveranstaltung sei aufgrund der Kontakt-Einschränkungen durch die anhaltende Corona-Pandemie nicht möglich gewesen, teilt die Stadt jetzt mit.

Aussagekräftiges Profil für jeden Zandrianer

Statt dessen arbeiten Arbeitsagentur, Wirtschaftsförderer und Stadtverwaltung jetzt an einem Vermittlungssystem. In der Mitteilung betont der Bürgermeister aber, dass es neben den Strukturen der Agentur für Arbeit keine Parallelstrukturen geben dürfe: „Die Fachberaterinnen und -berater profitieren von ihren umfangreichen Erfahrungswerten, zudem kennen sie die Bedarfe des Arbeitsmarkts unserer Region.“

Im Klartext: Die Arbeitsagentur macht ihre übliche Arbeit, Stadt und Wirtschaftsförderer unterstützen, wo sie können. Auch Insolvenzverwalter Mark Boddenberg ist im Boot.

Zunächst erarbeitet die Arbeitsagentur jetzt individuelle Persönlichkeits- und Tätigkeitsprofile für alle Interessierten. Eine erste fachliche Analyse der Perspektiven habe gezeigt, dass dies Voraussetzung für eine Vermittlung ist.

Noch haben sich nicht alle Betroffenen bei der Agentur gemeldet

„Wir haben zu 185 Personen, die in der Firma beschäftigt waren, bereits Kontakt aufnehmen können“, erläutert die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, Nicole Jordy. „Wir rufen alle weiteren Betroffenen auf, sich umgehend zu melden.“

Dies geht telefonisch über die regionale Hotline-Nummer 02202 9333 900 bzw. per Mail an Bergischgladbach@arbeitsagentur.de.

Die Wirtschaftsförderer der Stadt und des Kreises (Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft) haben ihre Netzwerke aktiviert, um Arbeitsplätze für die Zandrianer zu mobilisieren. Gemeinsam rufen sie interessierte Arbeitgeber in der Region dazu auf, mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Kontakt aufzunehmen – und zu melden, was sie an Arbeitsplätzen, Umschulungen oder Fortbildungen im Angebot haben.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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