Das Gewerbegebiet in einer Ecke des Gierather Wald ist nur über kleine Anliegerstraßen zu erreichen.

Das Vorhaben der DHL, im Refrather Gewerbegebiet zwischen der Siedlung Auf der Kaule und dem Gierather Wald ein Verteilzentrum mit starkem Lieferverkehr einzurichten, treibt die Anlieger um. Sie haben die Bürgerinitiative „anliegeraufderkaule“ gegründet und machen in einem Offenen Brief auf absehbare Verkehrsprobleme und mögliche Eingriffe in den Wald aufmerksam. Eine Dokumentation.

Offener Brief zum geplanten DHL-Verteilzentrum  in Refrath Gewerbegebiet „Auf der Kaule“ unter Bezugnahme auf den Ampel-Koalitionsvertrag der Stadt Bergisch Gladbach

Allein im Anliegerbereich Alt-Refrath ‚Auf der Kaule/Kicke‘ sind in den letzten Jahren locker 200 neue Wohneinheiten entstanden.  Alte Einfamilienhäuser wurden vornehmlich von Bauträgern aufgekauft, die Grundstücke sehr effizient mit komplexen Mehrfamilienhäusern gestaltet. Dieser Trend setzt sich mit weiteren Großprojekten fort, so auf dem ehemaligen Schrottplatzgelände der Fa. Blum. Natürlich sind Gärten überflüssig, wir wohnen ja waldnah! 

Gerade die Pandemie hat gezeigt  wie wichtig Naherholungsräume für uns alle sind, insbesondere für unsere Kinder. Unbelastete Spaziergänge in herrlicher Natur, frei von Lärm und Alltagsstress. Das Naturschutzgebiet ,Gierather Wald‘ ist so ein Naherholungsgebiet.

Nun erfahren wir rein #zufällig#, dass ab 2022 ein großes DHL- HUB im angrenzenden Gewerbegebiet neu angesiedelt werden soll. Dafür soll auch ein Stück Gierather Wald gerodet werden. Ganz ehrlich: Wir sind geschockt! 

Hinweis der Redaktion: Wir haben bei der Initiative nachgefragt. Gemeint sind 200 Fahrzeugbewegungen am Tag. Allerdings nicht nur von großen Lastwagen, sondern aller Typenklassen der Zustellfahrzeuge. Das, so die Initiative gehe aus einem schalltechnischen Gutachten der Stadt hervor. Die Befürchtung um eine Rodung von Wald beziehe sich auf eine geplante Wegeführung um die bestehenden Hallen herum.

Bislang wurde auf dem Gewerbegebiet überwiegend gelagert und das Wohnen im angrenzenden Kochsgut nicht wesentlich gestört.  Gut, da gab es gelegentlich Probleme beim Rangieren der LKWs bei der Ein-, und Ausfahrt ins Gewerbegebiet und auch schon mal kleinere Ordnungswidrigkeiten. 

Wie das allerdings künftig mit einer hochfrequenten Kfz-Flotte mit ca. 200 LKW-Bewegungen durch dicht besiedeltes Wohngebiet mit Kindergärten, Schulen und Altenheimen täglich aussehen soll, macht allen Anliegern Sorgen!  

Zumal die Straßen im Veedel eng und teilweise ohne Bürgersteige (Heitberg, Auf der Kaule) sind. Fahrradwege gibt es hier auch nicht, obwohl viele soziale Einrichtungen im direkten Umfeld sind.  Diese Engpässe stressen bereits jetzt, insbesondere die Kinder und die Alten.                                                                                                     

Der Verkehr kollabiert zu den Stoßzeiten regelmäßig auf den Hauptverbindungsstrecken zum Flughafen Köln/Bonn und der A4, so auch der Dolmanstraße. 

Wie das zu einem auf Tempo und Lieferpünktlichkeit ausgelegten Geschäfts-modell der DHL passen soll, ist uns ein Rätsel. 

Den jeweiligen Entscheidern der genehmigenden Baubehörde machen wir an dieser Stelle keinen Vorwurf!  

Nichtsdestotrotz sind die Konsequenzen der Summe aller Einzelentscheidungen des Bauamtes bezogen auf unser Veedel bemerkenswert: erhebliche umweltbelastende infrastrukturelle Nutzungs-Engpässe besonders im Verkehr mit steigendem Gefährdungspotenzial! 

Die Stadtentwicklung, -planung ist hier in der Pflicht, rechtzeitig  Quartiere und deren Weiterentwicklungspotenziale zu bewerten. Ökonomische und ökosoziale Aspekte sollten in einer Zielfunktion harmonisiert werden, die für eine genehmigende ‚untere Bauaufsicht‘ einen klaren Entscheidungsrahmen und operative Vorgaben setzt. Standortfragen von DHL-Niederlassungen sollten bei der Stadtplanung entschieden werden.

Das bestätigt auch der Koalitionsvertrag der ‚Ampel‘, der uns wirklich Hoffnung macht: „Wo heute schon Dauerstau herrscht, wird es durch neue Wohngebiete nicht besser … . Zur Schaffung von Transparenz und dem Schutz des Charakters von Ortsteilen werden wir in der Verwaltung operative Regeln für die Nachverdichtung nach §34 BauGB etablieren.“ 

Gerne möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen, ob und wie diese im vorliegenden Fall Anwendung fanden!

Wir wollen ein lebenswertes Quartier bleiben. Sozialer Austausch funktioniert hier und Nachbarschaftshilfe ist hier generationenübergreifend selbstverständlich. Wir leben hier seit Jahrzehnten das, was im neuen Ampel- Koalitionsvertrag angestrebt wird.

Darum haben wir uns auch sehr schnell entschieden eine Bürgerinitiative -anliegeraufderkaule- zu gründen, um unsere Interessen im offenen Bürgerdialog konzentrierter und effizienter zu artikulieren. Wir sind uns sicher und sicherlich mit der neuen ‚Ampel‘ einig, dass unsere gemeinsamen sozialen und ökologischen Güter der gemeinsamen Mahnwache bedürfen!

Wir laden alle Entscheidungsträger zu einer Ortsbegehung ein und bitten um einen Terminvorschlag der Stadt-GL.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

25 Kommentare

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  1. Kann jemand eine zuverlässige Quelle im Internet nennen, aus der die von DHL beabsichtigte Umschlagmenge an Paketen pro Tag oder Woche hervorgeht?
    Ist jemanden eine Quelle bekannt, der man entnehmen kann, ob dort nur ein Verteilpunkt für Refrath oder das gesamte Einzugsgebiet von Bergisch Gladbach geplant ist?
    Damit könnte man sich in etwa ein Bild machen, welchen Umfang das geplante Vorhaben einnehmen wird.

    Nicht unerwähnt lassen möchte ich , daß es hier 3 Kindergärten in unmittelbarer Nähe gibt.
    Bei schönem Wetter nutzen Spielgruppen der Kindergärten den Wald „Schluchter Heide“.
    Der offizielle Zugang zur Schluchter Heide, ein Forstweg mit der Benennung „Strunder Weg“, liegt an der T-Kreuzung „Auf der Kaule“ und „Kicke“.
    Über diese Kreuzung werden alle DHL-Fahrzeugbewegungen stattfinden.
    Es gibt keine Alternativroute.

  2. Ein Vorschlag bzw.eine Nachfrage: Wäre es nicht für alle wirklich Interessierten nicht sinnvoller, wenn „Drucker“ und „Naturfreund“ sich privat austauschen würden?

  3. Kommentar zum Kommentar zum Kommentar
    …hier auf das, was Volker Schiek am 17.Juni 2021 ’sagte‘

    Mit großem Interesse habe ich den Kommentar von Herrn Volker Schiek zum geplanten DHL Verteilzentrum in Refrath gelesen, den ich so nicht unbeantwortet lassen möchte.

    Im Vorfeld zu meinem Kommentar zum Kommentar habe ich mich bemüht herauszufinden, welche Ziele sich die AG Refrath mit ihrem Vorsitzenden Herrn Schiek gesetzt hat. Da Herr Schiek (SPD) sich auch im Ausschuss Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung engagiert, gehe ich davon aus, dass ihm diese Themen besonders für Refrath am Herzen liegen. Umso mehr wundert mich seine Haltung zum geplanten DHL Projekt „Auf der Kaule“.

    Der Versuch, die Problematik des geplanten Verteilzentrums auf eine sachliche Ebene zu bringen, ist in jeder Hinsicht ein guter Ansatz. Die Besorgnis bzgl.eines Bauvorhabens seitens der Bürgerinitiative als „künstlich überhöht“ zu bezeichnen, ist jedoch undiplomatisch und kontraproduktiv, wenn man einen allerseitigen Konsens zum Ziel hat. Als direkt Betroffene, obwohl ich kein Mitglied der Bürgerinitiative bin, fühle ich mich durch eine derartige Äusserung durchaus persönlich angegriffen und möchte die Wortwahl sogar als ungehörig im Umgang einstufen.

    Die von Herrn Schiek – so genannten – nachgelieferten Fakten entsprechen auch nur teilweise der Realität und sind schlichtweg teilweise falsch! Korrekt ist und jedem, der in dem Gebiet Eigentum erworben hat oder dort zur Miete wohnt, auch bekannt, dass dieser Teil Refraths ein Mischgebiet ist. Das Gewerbegebiet existiert seit Jahrzehnten dort, bringt unumstritten Verkehr mit sich und hat es immer getan. Allerdings geht von für Wochen auf der umstrittenen Fläche abgestellten Wohnmobilen während ihrer Standzeit keine Geräusche aus, wenn sie auch keine optische Bereicherung darstellen.

    Dass die Nutzung des Geländes als DHL Verteilzentrum KEINE besondere Änderung zum status quo darstellen soll, ist jedoch schlechthin falsch. Nicht umsonst hat die Stadt zur Bearbeitung der Bauvoranfrage ein Lärmgutachten gefordert, nach dessen Erstellung wesentliche Änderungen an der Planung vorgenommen werden mussten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich noch keine Bürgerinitiative gebildet! Das zeigt nur, wie sensibel diese geplante Nutzung bereits in der Phase der Bauanfrage von der Stadt eingestuft wurde.

    Auch kann es nicht richtig sein, dass es zu ‚konservativ geschätzten‘ 80 bis 100 Fahrzeugbewegungen pro Tag kommt. Allein bei einmaliger An- und Abfahrt aller Mitarbeiter zzgl.der Einsatzfahrzeuge kommt es zu weit über hundert Bewegungen…ohne „progressiv“ denken zu wollen. Liest man das Lärmgutachten auch einmal gründlich, stößt man auf aufwändige Berechnungen der Emissionen während der Rüstzeiten der Auslieferungsfahrzeuge (Rollcontainer, Spezialhausung für LKW zum Lärmschutz etc.). Dies nur als zwei kleinere Anmerkungen von meiner Seite zur „nicht grundsätzlichen Änderung“ zum Vorzustand.

    Dass das Fitnessstudio das Gewerbegebiet verlässt, wäre mir neu, ist auch aus den Plänen nicht erkennbar – ausserdem liegt es dem Gelände gegenüber! Die Fahrzeugbewegungen sind demnach als zusätzlicher Verkehr ei zustehen.

    Gerne stimme ich Herrn Schiek zu, dass die Verkehrsverdichtung in den vergangenen Jahren in Refrath extrem zugenommen hat. Ob und inwiefern die Stadt das zu verantworten hat, ist hier nicht die Frage. Allerdings wird und muss sie die Verkehrssituation bei der Bearbeitung des Bauantrags einer Beurteilung und Begutachtung unterziehen und wird das zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit sehr gründlich und intensiv vor dem Hintergrund der öffentlichen Meinung tun. Und wenn keine Anbindung des Objekts für Lastverkehr möglich ist, ist sie sehr wohl in der Lage, einem Eigentümer einen Bauantrag negativ zu bescheiden oder ihn mit besonderen zusätzlichen Auflagen zu versehen, die ein derartiges Projekt für das Umfeld in jeder Hinsicht erträglich/er macht…ökologisch, ökonomisch und für jeden von uns ganz persönlich!

    Und abschließend noch zu der Anmerkungen, dass es DHL Verkehr letztendlich schon gäbe. Lieber Herr Schiek, Sie sprechen vom Auslieferverkehr, an dem wir alle mehr oder weniger unseren Anteil hat. WIR jedoch sprechen vom zusätzlichen Verkehr in unserem Viertel mit teilweise kaum zwei Fahrzeug breiten Strassen verursacht durch ein neues DHL Verteilzentrum!

    Ich sehe sowohl dem Bauantrag als auch der weiteren Entwicklung mit pragmatischem Interesse entgegen und wünsche mir für die Zukunft von offizieller Politikseite sowohl sach- und fachlich fundierte als auch bürgernahe Kommentare und vor allem Unterstützung…die Wählernähe lasse ich hier mal aussen vor!

  4. @Naturfreund: Sie bestätigen meinen Eindruck, dass Sie in erster Linie spekulieren und zudem das wenige bisher Bekannte künstlich dramatisieren, um Ihrem Anliegen höheres Gewicht zu verleihen.

    Wie schon der oben wiedergegebene offene Brief vermuten lässt, spricht aus dem Anliegerprotest in erster Linie die Verärgerung darüber, dass man als Nachbar eines Gewerbegebiets nun tatsächlich einmal etwas deutlicher mit der Gewerbetätigkeit konfrontiert wird.

    Im übrigen:
    – Fahrzeugbewegung ≠ Fahrzeug
    – Zustellbasis ≠ Logistik-Center ≠ Packstation
    – Nur weil man mal einen DHL-Lastzug auf der Autobahn gesehen hat, fährt er nicht demnächst am eigenen Gartentor vorbei.
    – Dass DHL 24 Stunden am Tag Kurierzustellung anbietet, hat mit einer regionalen Zustellbasis nicht das Geringste zu tun, weil diese Fahrten direkt vom Paketzentrum (in diesem Fall Köln) ausgehen und gerade nicht den Weg über die normale Zustellkette gehen.
    – Wenn DHL ein rechtsrheinisches Logistikzentrum nahe der A3/A4 errichten will, dann wird das garantiert nicht auf einem viel zu kleinen Gelände stehen, das kilometerweit von der Autobahn entfernt ist und dessen innerörtliche Anfahrt auf nahezu der gesamten Strecke im Berufsverkehr stark erschwert wird. Das sind Logistiker, für die ist jede Minute bares Geld. Und Anfänger sind es auch nicht.
    – Von einer neuen Verkehrsanbindung kann nicht die Rede sein, es geht um die Möglichkeit einer Hallenumfahrung. Wie oben zu lesen ist, hat die Redaktion das auf Nachfrage von der Initiative erfahren.
    – Dass sich ein ortsunkundiger Baustofflieferant mal bis vor die „Giraffenbären“ verfährt, heißt nun ganz sicher nicht, dass die regelmäßig in Refrath verkehrenden Zusteller plötzlich ihren Stützpunkt nicht mehr finden (mal ganz abgesehen davon, dass sie Routenvorgaben haben).

    Also: Es wäre sehr wünschenswert, wenn solch eine Diskussion sich an die Fakten hielte und dabei kein Popanz aufgebaut würde. Einwände gegen ein Vorhaben sind selbstverständlich erlaubt, sind aber nur dann glaubwürdig, wenn sie sich gegen tatsächlich Geplantes wenden und nicht etwa eine erfundene Drohkulisse aufbauen, gegen die es sich wohlfeil argumentieren lässt.

  5. @Drucker: Eine Frage an Sie vorab.
    Es gilt die freie Meinungsäußerung für jedermann, richtig?

    Vorangestellt ist allgemein durch Medien bekannt, daß DHL seit einigen Jahren auf der Suche nach einem Standort für ein neues Logistikcenter, rechtsrheinisch gelegen an der A4 oder A3, ist. (Siehe Online-Archiv Kölner Stadtanzeiger)
    Des Weiteren wird Alt-Refrath allgemein als „Schlafquartier“ in den Medien bezeichnet.
    Da sollte man sich eigentlich über den Mißmut gegen einen DHL-Stützpunkt in einem neu zu schaffenden Hallenkomplex nicht wundern.
    So etwas paßt einfach nicht in eine ruhige Wohngegend mit einem hohen Anteil von Bewohnern der Kategorie 50+.

    – Man kann selbstverständlich nun eine Haarspalterei über Begriffe wie „Logistik-Center“, „Paketcenter“ oder auch „Zustellstützpunkt“ führen, indes es liegt mir fern …
    Es handelt sich bei der in Auszügen bekannte Planung nicht „nur“ um eine „Packstation“ mit Schließfächern.
    Damit könnte man sich anfreunden, da jeder in der Nähe davon profitieren würde.
    Sondern es geht um den Neubau eines Hallenkomplexes auf dem Gelände.
    Mit möglicher neuer Verkehrsanbindung durch den Randbereich eines Naturschutzgebietes.
    Übrigens, die Bäume, die hierfür gefällt werden müßten, sind ca. 80-100 jährige Stieleichen.
    Aber davon hat’s noch genug, gelle?

    – Wie man zu dem Schluß kommt, daß DHL hier mit LKW vorfahren wird?
    Ganz einfach, beim nächsten Mal auf der Autobahn einfach einen Blick auf die rechte Spur riskieren.
    Dann wird man auch LKW-Gespanne von DHL bemerken.
    Und die Anwohner hegen die Befürchtung, daß eben jene Gespanne die Anlieferung und Abholung übernehmen werden.
    Augenscheinlich scheinen Sie kein direkter Anwohner des betroffenen Gebietes zu sein, sonst wären Ihnen die „Irrfahrten“ der LKW mit Auflieger, die Baumaterial anliefern, bekannt.
    Bedingt durch die regen Bautätigkeiten in den letzten Jahren sind wir daher Kummer gewöhnt, aber auf Dauer braucht das hier keiner.
    Übrigens, abgefahrene Außenspiegel gehören noch zu den kleineren „Pannen“.

    – Gesetzt den Fall, es soll dort ein Verteilcenter für GANZ Bergisch Gladbach errichtet werden, dann wäre der Einsatz von E-Mobilen wegen den Entfernungen nicht angezeigt.
    Nur im Innenstadtbereich wäre er denkbar, in den Außenbereichen von Bergisch Gladbach nicht.
    Also bleibt nur der Einsatz von Fahrzeugen mit Verbrennerantrieb.
    Soweit mir bekannt ist, hat dieser Teil der Fahrzeugflotte von DHL Diesel-Antriebe.
    Jene DHL-Fahrzeuge, die Paketsendungen auch hier anliefern, sind alle von der selben Bauart: Dieselfahrzeug mit Kastenaufbau bis 3,5 t.

    – Nachfolgend eine Aussage, die DHL auf ihren Internetseiten zum Paketservice für Privatkunden macht.
    „Versand deutschlandweit und in mehr als 220 Länder – auch samstags“

    Schaut man sich das nachstehende Zitat zu Express-Sendungen an, dürfte Ihre Frage beantwortet sein.
    „Wenn morgen zu spät ist, ist der Spezial Service von DHL Express Ihr Retter in der Not! 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr“

    – Bei 200 Fahrzeugbewegungen gehe ich davon aus, daß die gleichen Regeln, wie bei Verkehrszählungen auf der Dolmannstraße in den letzten Jahren, Verwendung finden.
    Sollte die Anfahrt und die Abfahrt eines Fahrzeuges jeweils getrennt betrachtet werden, käme man auf 100 Fahrzeuge.
    Ich wäre allerdings sehr verwundert über diese Form der Zählung.
    „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst geschönt hast!“ fällt mir da nur ein.

    – Fällt unter freie Meinungsäußerung.
    Es muß Ihnen nicht gefallen, Sie dürfen es auch ignorieren :-)

    – Warum ich das Altenheim und den Kindergarten erwähne?
    Als Anwohner wäre Ihnen bekannt, daß hier Kindergartenkinder mit Laufrädchen oder Rollern unterwegs sind.
    Auch wäre Ihnen bekannt, daß Altenheimbewohner mit Rollstühlen die Straße nutzen, da die Gehwege zu schmal oder der Belag verworfen ist.

    – Die Sachschäden an Anwohnerfahrzeugen durch die Bauaktivitäten in den letzten Jahren hier vor Ort sind jedenfalls nicht mit Begeisterung aufgenommen worden.

    Wir, die direkt betroffenen Anwohner, befürchten die Errichtung eines Paketumschlagplatzes für ganz Bergisch Gladbach.
    Das würde bedeuten, daß alle Paketsendungen, vor allem die Gewerblichen, hier von DHL angeliefert, sortiert und ausgeliefert werden würden.
    Das Gleiche würde selbstverständlich auch für alle Paketsendungen aus Bergisch Gladbach in alle Welt gelten.
    Dagegen wehren wir uns.
    Einwände oder auch Ablehnung der Anwohner gegen ein größeres Vorhaben ist erlaubt.
    Das gehört nun mal zur Demokratie dazu.
    Muß man nicht gut finden, ist aber nun mal so.
    Selbst wenn man aus dem Rathausfenster schaut.

  6. @Naturfreund: Da ist er mal wieder, der lockere Umgang mit Fakten. Mal ein paar Fragen an Sie:

    – Was ist denn bitte ein „Logistik-Center“ und warum verwenden Sie diesen Begriff? Das wird ein Zustellstützpunkt, von dem aus die letzte Meile zum Empfänger bedient wird.

    – Wie kommen Sie auf einen „Sattelzug von 32 t“? Gibt es dafür eine Quelle oder ist das einfach nur ausgedacht, weil es so schön bedrohlich klingt?

    – Warum kommen jetzt wieder die „200 Lkw“ (mit nachgeschobener Pro-Forma-Relativierung)?

    – Wie kommen Sie darauf, dass da „täglich (rund um die Uhr)“ Fahrzeuge verkehren?

    – Warum machen Sie aus den 200 Fahrzeugbewegungen jetzt wieder 200 Fahrzeuge, obwohl das längst abgehakt war?

    – Halten Sie „DHL fxxk off!“ für angemessen? Untermauert das die Glaubwürdigkeit oder Akzeptanz Ihrer Argumente?

    – Wozu sprechen Sie den Kindergarten an? Der liegt am toten Ende des Iddelsfeld, da wird kein Zulieferverkehr der Zustellbasis vorbeifahren. Dasselbe gilt für das Seniorenheim, das an einer Sackgasse liegt.

    Zu der reichlich konstruierten Vermutung über Schäden an Anwohnerfahrzeugen will ich gar nicht erst Stellung nehmen. Das ist zu absurd.

  7. Mein Vorschlag zur Güte als direkt betroffener Anwohner.
    Man möge doch alternativ zum Standort „Auf der Kaule“ ernsthaft prüfen, ob ein Logistik-Center nicht besser auf dem Grundstück unmittelbar an der A 4 Autobahnabfahrt Refrath gelegen, errichtet wird.
    Zur Zeit dümpelt dort eine Tennishalle seit Jahren nahezu ungenutzt im Dämmerschlaf vor sich hin.
    Warum man auf die abstruse Idee verfallen ist, ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet mit einem Alten- und Pflegeheim und einem Kindergarten mit einem Logistik-Center zu beglücken, wird sich den Anwohnern zu keiner Zeit erschließen.

    Jedem Anwohner, der sich schon einmal mit einem PKW-Gespann (Fahrzeug und Anhänger) durch die „Nadelöhre“ zur Verkehrsberuhigung „geschlängelt“ hat ist bekannt, daß hierbei besondere Vorsicht angesagt ist, will man nicht andere Fahrzeuge oder Teile davon unbeabsichtigt mitnehmen.
    Wie ein Sattelzug von 32 t das bewerkstelligen soll erscheint mehr als fraglich.
    Wenn man sich mit wachen Augen die DHL-Fahrzeuge einmal genau anschaut, dann wird man KEIN Fahrzeug OHNE Beschädigungen oder Unfallspuren finden.
    Somit ist der Ärger über Beschädigungen an den Fahrzeugen der Anwohner vorprogrammiert.

    Nicht zu vergessen hierbei ist auch das Dauergeseier der Politik über die Reduktion von CO2-Emissionen in Wohngebieten durch Heizanlagen.
    Wie täglich (rund um die Uhr) 200 LKW oder andere Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb da in’s Bild passen sollen, dafür muß man wohl Politiker sein, um hier den Mehrwert zu erkennen.

    Aber dieser Vorgang ist nicht der Erste, der dem mündigen Bürger die Bürgerferne der Stadtverwaltung aufzeigt.
    Indes, gewöhnen wird sich der Bürger daran nicht.
    Daher dürfen sich die Politiker im Stadtrat auch nicht über die Quittung bei der Wahl im Herbst dann wundern.
    Wie man Politikverdrossenheit mit simplen Mitteln steigert, dafür taugt dieses abschreckende Beispiel vortrefflich.
    Einfach nur weiter über die Köpfe der direkt Betroffenen abstruse Entscheidungen treffen, dann wird’s schon …
    DHL fxxk off!

  8. @GML: Ein wahres Wort. Da zieht man neben ein seit Jahrzehnten bestehendes Gewerbegebiet oder wohnt dort schon einige Zeit, und wenn dann da tatsächlich Gewerbe stattfindet, soll es doch gefälligst woanders hin. Das ist ein treffendes Beispiel für Forderungen nach dem Sankt-Florians-Prinzip.

    Auch sonst ist der offene Brief an allerlei Stellen eher fragwürdig. Da wird zum Beispiel behauptet, im Gewerbegebiet solle ein „großes DHL-HUB“ entstehen. Ein HUB ist bei DHL eine Hauptumschlagbasis bzw. ein Paketzentrum. In Refrath wird ganz sicher kein „DHL-HUB“ entstehen, denn die Region wird in dieser Hinsicht vom Paketzentrum 50 in Köln-Eifeltor versorgt. In Refrath kann also allenfalls eine Zustellbasis bzw. ein Zustellstützpunkt entstehen, und das in bereits bestehenden Gebäuden.

    Die „ca. 200 LKW-Bewegungen“ haben sich ja schon als Fahrzeugbewegungen aller Größenklassen entpuppt. Eine Fahrt zur Basis und eine zurück sind schon zwei Bewegungen, die Zustellbasis wird also über den ganzen Arbeitstag gerechnet von 100 Kfz aller Größen angefahren – verteilt über wie viele Stunden? 8 oder 10? Jedenfalls über genug, um ganz sicher keinen Verkehrskollaps in Refrath zu verursachen oder im Viertel das Ende der Welt einzuläuten.

    Und was die Gefährdung der Kinder und anderer schwächerer Verkehrsteilnehmer angeht: Da wäre wohl deutlich mehr gewonnen, wenn es sich die Postzusteller und -zustellerinnen abgewöhnen könnten, gewohnheitsmäßig mit ihren Lastenfahrrädern Gehwege zu befahren oder Radwege als Geisterfahrer in der falschen Richtung zu benutzen.

  9. @ all
    Nach meinem Gefühl wurde die Ursache des erwarteten Problems klar benannt. DHL liefert nur aus, was verschickt wurde – also erst einmal (hier in Refrath ?!) bestellt wurde! Kleine Preise im Internet sei Dank (> Ironie)
    Bitte das auch zu berücksichtigen bei der Kritik an den Folgen (wo auch immer S.Florian die mehr oder weniger greifbar macht).

  10. @Herr Schiek,

    die SPD macht sich hier eine schlanken Fuß. Äußerst schlank.

    Ihrem Kommentar folgend, scheint die Entscheidung für das Verteilzentrum bereits vor Jahrzehnten entschieden worden zu sein, quasi unabänderlich, u.a. den veränderten Lebensformen geschuldet. 100 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag scheinen für Sie darüber hinaus kein Problem. Die Bäume, die weg sollen, ebenfalls nicht. Und: Am Ende kann ja ein Gericht entscheiden, da „Stadtpolitik und Stadtverwaltung keinen unmittelbaren Einfluss“ haben, wie Sie es formulieren.

    Ich bin – offen gesagt – entsetzt über das geringe Interesse der SPD an den Sorgen der Bürgerschaft und ganz besonders über die Gleichgültigkeit der SPD gegenüber der Entwicklung unserer Stadt. Und dies ausgerechnet im Stadtteil Refrath, der bereits ganz besonders unter der fortlaufenden Bebauungs-Verdichtung und den entsprechenden Verkehrsproblemen zu leiden hat.

    Wachen Sie bitte auf! Die Bürgerinnen und Bürger brauchen Sie!

  11. Guten Tag Herr Schiek,
    als Aussenstehender, der keine persönlichen Interessen in dieser Angelegenheit hat sondern lediglich von einem im betroffenen Gebiet lebenden Freund auf die Sache aufmerksam gemacht worden ist, habe ich den gesamten vorliegenden Schriftwechsel sorgfältig studiert.

    Angesichts Ihrer Argumentation kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein „Deal“ mit einem Unternehmer gemacht worden ist, der jetzt und um jeden Preis durchgedrückt werden soll. Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie jemals vor Ort waren und sich die Enge der Strassen und die Sorgen der Bürger ernsthaft vor Augen geführt haben.

    Schätzungen über den aufkommenden Verkehr werden als „künstlich überhöht“ dargestellt (obwohl die Zahlen aus Unterlagen der Stadt stammen), Sie beißen sich am Wort „LKW“ fest, welches unglücklich gewählt ist, aber „grosse Lieferwagen“ (im Volksmund „Sprinter“) sind in den engen Straßen eine genauso hohe und unzumutbare Belastung.

    Sie übersehen offensichtlich oder gar bewußt, dass es in dem gesamten Gebiet kaum Geh- oder gar Fahrradwege gibt, auf welchen sich vor allem auch Schüler und Kinder ungefährdet bewegen können, von ganz normalen Erwachsenen ob jung oder alt mal ganz abgesehen. Der eine oder andere LKW wird sich wohl doch dorthin durchkämpfen müssen, sonst haben die Lieferfahrzeuge für den Endverbraucher ja keine Waren, die sie dort abholen können. Bereits heute kommen kaum mehr als 2-3 Fahrzeuge durch die Grünphase an der Ampel „Kicke/Dolmannstrasse“ weil dort regelmässig und legal Fahrzeuge am Strassenrand geparkt sind und auch Verkehr in die Kicke möchte. Auf der anderen Seite geht es zum Brandroster, meines Wissens eine absolut berechtigte „Tempo 30“ Zone.

    Wenn Ihre offensichtliche Ignoranz der Sorgen von Bürgern, die Sie einmal als Interessenvertreter gewählt haben, repräsentativ für Ihre Parteikollegen ist, gibt dies mir eine plausible Erklärung, warum aus Ihrer ehemaligen starken Volkspartei eine Truppe geworden ist, die, wenn überhaupt, bei der nächsten Wahl mit viel Mühe und Glück einen zweistelligen Prozentsatz erreichen wird.

    Wieder einmal wird es so sein, dass Gerichte entscheiden müssen, wenn Politiker ohne ausreichende Abwägung von Informationen und Sachlagen vorschnelle und undurchdachte Entscheidungen getroffen haben. Von einer ganzheitlichen Betrachtung, wie sie Herr Havermann mit Recht einfordert und welche heute in jedem ordentlich gemanagten Betrieb obligatorisch ist, wage ich hier angesichts der in meinen Augen absolut desolaten und fachlich überforderten politischen Führung der Stadt gar nicht zu träumen.

  12. Eines scheint mir wichtig für künftige Entscheidungen an diesem Ort: Viel Mehr Informationen.

    Fest steht m.E., dass keine Schwerlast-LKW in den schmalen Straßen um das Projekt herum verkehren können. Es müssten Verbreiterungen erfolgen, wofür auch Wohnhäuser verschwinden müssten, was wohl auszuschließen ist.

    Eine solche Paket-Zwischenstation weit ab von allen Autobahn-Zufahrten zu errichten, erschließt sich mir auch nicht. Damit aber noch viel mehr LKWs auf die Dolmannstraße zu holen, ist Chaosdenken.

    Die „ruhige Wohnlage“ ist mit diesem Projekt natürlich gefährdet. Wie viele solcher Wohnlagen zukünftig erhalten bleiben können, um z.B. ganze Wälder zu schonen, bleibt abzuwarten.

    Aber wohin will GL? Es gab nie einen noch geht irgendjemand im Rat dieses Thema an: Die Zukunft GLs hinsichtlich der bevölkerungs- und klimatechnischen sowie der gewerblichen Entwicklung, die alle drei erheblichen Einfluss auf die Verkehrsstruktur nehmen werden. Radwege, ÖPNV und Straßen vor den Bauplänen für neue Gebiete entwickeln, sinnvolle Entwicklung des Zanders-Geländes, erneute Abwägung des Standortes für eine neue Feuerwache, Entwicklung neuer Ideen für eine Anbindung an die A3 bei sinnvoller Einbindung auch von Schutzgelände, weil irgendwann ein Tod gestorben werden muss. Wir werden noch Jahrzehnte über sinnvolle Straßen und Wege für Radfahrer und motorisierten Individualverkehr streiten müssen, Audi will sich zwar in 5 Jahren vom Verbrennungsmotor verabschieden, was m.E. kaum gelingen kann und die Schadstoffausstoßmengen sich sehr gut auch bei Verbrennungsmotoren viel niedriger setzen lassen, wenn es die Industrie nur wollte.

    Diese Einzelgebiet-Betrachtung ist zu kurz gedacht. Nur ein Gesamtkonzept für GL kann den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Bevölkerungszahl bringen. Das Ringen um den jeweils eigenen Vorgarten wird zukünftig kaum Früchte tragen. Gemeinsam die Zukunft gestalten kann viel eher von Erfolg gekrönt sein als einseitige, grüne Märchen, soziale rote Bevölkerungspolitik und gelbe (pinke, blaue?) Wirtschaftspolitik. Wie die Drei, die sich früher wie die Kesselflicker beharkten, zusammengefunden haben, ist mir ohnehin ein Rätsel.

  13. Also ich finde die Idee mit einem DHL-Zentrum direkt am Wohngebiet total verrückt!
    Die Straßen sind eng und verschlungen und bei den vielen parkenden Autos fährt man jetzt schon teilweise Slalom.
    Da fehlt es eigentlich noch, dass sich diverse Post-LKW in den Stoßzeiten in gegensätzlichen Richtungen blockieren.
    Das wars dann auch mit einer naturnahen und ruhigen Wohngegend!
    Und dann muß ggf. noch etwas Wald weichen? Wir haben doch eh schon so ein hohes Baumsterben, dann fällen wir jetzt halt noch die gesunden Bäume.
    Statt Spielstraßen für die Kinder gibt es dann künftig ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nebst Unfallgefahren.
    MfG Corina Friedrich

  14. Lieber Herr Schiek,

    der Bauvorbescheid bezieht sich auf das Gelände rechts der Zufahrtstrasse zum Gewerbegebiet. Insofern verwundert mich die Aussage, zu einer Schliessung der gegenüberliegenden Gewerbebetriebe im Zusammenhang mit der geplanten Maßnahme. Hierzu gehört u.a. auch das im Kommentar angeführte Fitnessstudio.
    Der sich zukünftig einstellenden DHL- Verkehr muss also zur aktuellen Verkehrslast addiert werden. Ein nachvollziehbarer Beleg, dass die Anbindung des DHL- Stützpunkts über die Bestandsstrassen hinsichtlich Kapazität und Geometrie für alle Beteiligten (auch die Fa. DHl) verträglich ist, ist bisher vakant geblieben.

    Freundliche Grüsse

  15. An die Politikerinnen und Politiker von SPD, Grünen und FDP der Stadt Bergisch Gladbach.

    Völliges Unverständnis habe für die Planung, eine DHL-Ladestation „Auf der Kaule“ in Refrath zu errichten.

    Sollte dieses Vorhaben am und im Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet in die Tat umgesetzt werden, können Sie sich des Verlustes vieler Stimmen bei den nächsten Wahlen sicher sein.

    Was ist das für eine Politik, die so etwas befürwortet? Ist Ihnen der Naturschutz egal? Haben sie es immer noch nicht begriffen, wie wichtig Naturschutz ist? Haben sie keine Kenntnis vom Leerstand größerer Gewerbegebiete wie z. B. demnächst trauriger Weise Zanders? Ein Standort, der wesentlich besser geeignet ist!
    Wird den zuständigen Behörden bei ihren Genehmigungen wieder einmal von der Politik etwas vorgeschrieben? Hier wird Naturschutz mit Füßen getreten! Wie schon bei der Vernichtung einer grünen Oase mitten in Bergisch Gladbach geschehen: der Park am alten Kalkofen!
    Die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger scheinen Ihnen egal zu sein! Sie betreiben Politik, die wieder einmal keine Ahnung davon hat, was sie mit ihren Genehmigungen anrichtet: Viel Leid an Mensch und Natur!

    Wir können gemeinsam die Politik abstrafen! Denn inzwischen ist das unglaubliche Vorhaben über Bergisch Gladbach hinaus bekannt. Das bedeutet viele tausend Stimmen, die an andere Parteien gehen.

    Unsere lokalen, seriösen Medien werden mit großem Interesse die Entwicklung verfolgen!

    Ronald Block

    Bergisch Gladbach

  16. Wirklich klüger bin ich durch die Klärungsversuche nicht geworden.
    Bei allein 40-50 Lieferwagen scheinen mir 200 Bewegungen am Tag deutlich realistischer als 80-100.
    Weiterhin frage ich mich: Geht es um einen lokalen Zustellpunkt für die „letzte Meile“ in Refrath – oder doch um das ganze Stadtgebiet Bergisch Gladbachs, ev. auch umliegender Gemeinden?
    Für Letzteres halte ich den Standort für ungeeignet. Und auch wenn es ein Gewerbegebiet ist, kann die Stadt mittels Auflagen steuern, welche Art von Gewerbe sich dort ansiedeln kann – und welche nicht.

  17. Vielen Dank, Herr Schiek, für die ausführliche Beschreibung der Tatsachen, die die Initiative nicht zu Papier brachte. Schon die Überhöhung von „200 LKW“ lässt auch dort die Vermutung zu, manche Details zu eigenem Nutzen, will sagen Überdramatisierung, auszubauen.

    Regen Schwerlast-Verkehr kann ich mir in den kleinen Straßen rund um das Gebiet nicht vorstellen. Alle Straßen besitzen Parkplätze, und selbst wenn die verschwänden – und wo sollen dann die Anrainer hin – könnten sich schwere LKW, womöglich noch mit Anhänger, dort nicht bewegen. Wenn die Stadt die vielgepriesene und kaum eingehaltene Bürgerbeteiligung an dieser Stelle mal wirken lässt, würde sie Eigentümer und DHL auffordern, genauere Pläne als diese Zeichnung vorzulegen.

  18. Zu den Fragen, auf was sich die Zahl 200 bezieht haben wir bei der Initiative nachgefragt. Gemeint sind 200 Fahrzeugbewegungen am Tag. Allerdings nicht nur von großen Lastwagen, sondern aller Typenklassen der Zustellfahrzeuge. Das, so die Initiative gehe aus einem schalltechnischen Gutachten der Stadt hervor. Die Befürchtung um eine Rodung von Wald beziehe sich auf eine geplante Wegeführung um die bestehenden Hallen herum.

  19. Es gibt sehr unterschiedliche Formen von Verteil- oder Logistikzentren.
    Für einen großen regionalen Verteilknoten mit starkem LKW-Verkehr wäre der Standort tatsächlich selten ungeeignet. Ganz anders sähe es aus mit einem lokalen Verteilpunkt, wo Pakete morgens ankommen und im Laufe des Tages mit Lastenrädern oder kleinen e-Lieferwagen in Refrath (& Gronau) ausgeliefert werden.
    Aus dem Beitrag geht nicht hervor, worum es hier tatsächlich geht – ist es der Initiative bekannt?

  20. +++ Hinweis der Redaktion: In diesem Kommentar hieß es zunächst, das örtliche Fitnessstudio würde fortziehen. Das entspricht NICHT den Tatsachen, erklärt der Betreiber. Im Gegenteil, die „Runtermachen“ wollen dauerhaft an diesem Standort bleiben. Wir haben den Kommentar entsprechend geändert. +++

    Die Kommentare weisen zu Recht darauf hin, dass die dargestellte Faktenlage in dem Bericht unvollständig ist. Ich versuche einge Fakten nachzuliefern, da ich als SPD-Vorsitzender der AG Refrath von einzelnen betroffenen Bürgern vor mehrerern Wochen bereits angesprochen worden bin.

    Die Besorgnis der Anliegeriniative „anliegeraufderkaule“ kann man nachvollziehen. Dennoch erscheint sie künstlich überhöht.

    Es geht um eine Fläche, die planungsmäßig schon seit Mitte der siebziger als Gewerbe ausgewiesen ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Flächen hat die Stadt hier eine Beplanung vorgenommen. Diese Fläche wird auch jetzt als Gewerbegebiet genutzt. Etliche kleinere Gewerbebetriebe und ein Fitnesstudio haben sich hier angesiedelt und erzeugen auch jetzt schon Zufahrts- und Abfahrtsverkehr. Zudem stehen auf der großen Fläche vor den schon vorhandenen Lagerhallen mehr als 20 große Wohnmobile, die dort wahrscheinlich auf vermieteten Flächen stehen.

    Insofern wird sich die Nutzung des Geländes nicht grundsätzlich ändern. Der Eigentümer, ein Bergisch Gladbacher Unternehmer, will dort DHL die Möglichkeit geben, Lagerhallen umzunutzen und ein Zustellstützpunkt zu errichten. Die untere Bauaufsichtsbehörde hat daher dem Eigentümer bereits Ende Februar 2021 einen positiven Vorbescheid erteilt, da sein Vorhaben die plangemäße Bebauung und Nutzung ermöglicht. Dieser Bescheid ersetzt zwar nicht die Baugenehmigung, prägt aber die Entscheidung vor.

    Dem Vorbescheid beigefügten Plan ist nicht zu entnehmen, dass Wald gerodet werden soll.Falls einzelne Bäume auf dem Grundstück für die Fahrstrecken gefällt werden müssen, gilt die Baumschutzsatzung bzw. werden Ersatzpflanzungen notwendig.

    Die Planung sieht vor, dass DHL dort für über 40 E-Zustellfahrzeuge und mehr als 10 E-Ersatzzustellfahrzeuge sowie für E-Zustellfahräder und 25 Parkplätze für Mitarbeiter*innen Plätze einrichten kann. Hinzu kommt die Anlieferung der Pakete mit Lastwagen und ihr Umschlag am Zustellstützpunkt auf die Zustellfahrzeuge.

    Konservativ geschätzt ergeben sich daraus Zu- und Abfahrten von 80 bis 100 Fahrzeugen pro Tag. Ob sich daraus eine höhere Verkehrsbelastung als jetzt ergibt, wenn die anderen jetzt vorhandenen Gewerbebetriebe weggezogen sind, ist schwer einzuschätzen.

    Die Stadt hat ihre planungsrechtlichen Entscheidungen vor Jahrzehnten getroffen. Ob es glücklich war, ein Gewerbegebiet am Waldrand auszuweisen und davor seit Jahrzehnten eine verdichtete Wohnbebauung zu ermöglichen, ist im Hinblick auf die damalige schwächere Bebauungssituation zu verstehen.

    Aber man muss sehen, dass die verkehrliche Mehrbelastung bereits in den letzten Jahrzehnten durch die Neubebauung und die Bauverdichtung eingetreten ist. Jeder zusätzliche Wohnung bringt mindestens ein zusätzliches Auto, ob elektrisch oder konventionell, auf die Straße. Eine der letzten Bauverdichtungen in dem Gebiet erfolgt am ehemaligen Kickehäuschen.

    Dem Eigentümer wird man deshalb diese Nutzungsänderung für seine Gewerbefläche kaum verwehren können.
    Im Übrigen ist das Wachstum von DHL unseren veränderten Lebensform, fortlaufend im Internet zu bestellen, zuzuschreiben. Damit entfällt aber auch Verkehr an anderer Stelle.

    Am Ende wird möglicherweise ein Gericht über die Nutzungsänderung entscheiden. Die Stadtpolitik und Stadtverwaltung hat m.E. hierauf keinen unmittelbaren Einfluss mehr. Dieses steht auch nicht im Widerspruch zu den Absicht der Ampel im Hinblick auf die Ausweisung neuer Baugebiete.

    Das Kernproblem des Verkehrs in Refrath und Heitkamp, dass die Dolmanstraße und der Refrather Weg sowie die Bensberger Strasse jeden Tag zu bestimmten Zeiten schon absolut belastet sind, kann als Argument schlecht herhalten, da es den DHL-Verkehr bereits gibt, nur von anderer Stelle aus in Bergisch Gladbach.

  21. Grundsätzlich würde ich da auch protestieren. Was mich aber ähnlich interessieren würde wie Herrn Schmitt, in welchem Zeitraum 2oo LKW dort an- und abfahren. Aufs Jahr wären das 0,55 LKW/Tag, pro Woche wären es 3,85 LKW in einem Jahr und pro Tag ist das wohl stark daneben gegriffen.

    Es ist einfach zu sagen, „Der Kipppunkt ist erreicht“ oder „Am Ende verlieren wir alle“, wenn es „alle Refrather“ und „jeder Bergisch Gladbacher“ jahrzehntelang nicht interessierte, das GL kein Strategiepapier für die Zukunft besitzt. Wenn das Kind nun da und dort in den Brunnen gefallen ist, kommt der Protest eigentlich zu spät, weil „wehret den Anfängen“ scheint in städtebaulicher Entwicklung niemandem wichtig.

  22. „ Der Verkehr kollabiert zu den Stoßzeiten regelmäßig auf den Hauptverbindungsstrecken zum Flughafen Köln/Bonn und der A4, so auch der Dolmanstraße.“

    Die DHL Fahrzeuge für Refrath kommen aktuell vom Verteilzentrum Deutz und belasten die Straßen in Refrath sowieso. Ein lokales kleines Verteilzentrum könnte damit sogar für weniger Verkehr, schnellere Lieferung, weniger Umweltbelastung und kürzere Arbeitszeit der Fahrer führen.

    Dafür müsste man aber wissen was genau geplant ist und wie groß das Zentrum werden soll. 200 LKW pro? Monat? halte ich auch für extrem unrealistisch für die kleine Fläche. 200 pro Jahr wäre realistisch und würde bedeuten etwa 1 pro Werktag – das passt zur Erfahrung des Kommentators aus Bensberg.

    Im Artikel steht es solle ein Stück Wald gerodet werden, das passt aber nicht zu der Karte mit der eingezeichneten Baufläche? Eine Klärung wäre hilfreich.

    Vielen Dank für das Engagement, mit fehlen aber hier einige Aspekte um mir eine abschließende Meinung zu bilden!

  23. Also an diesem Artikel stört mich einiges

    Da wird von 200 LKW Fahrten geredet. Am Tag ? Woche ? Jahr ?
    Ich wohne ganz in der Nähe des Verteilazentrums in Bensberg. Da kommt ein !! LKW am Tag und bringt die Pakete Dann fahren sechs bis acht Kleintransporter weg und kommen nachmittags zurück Das ist alles.
    Dann warnt man vor einem Verkehrsinfarkt. Dass diese Transporter sowieso in Refrath die Pakete ausliefern und das aktuell nur einfach mit einem weiteten Anfahrtsweg tun wird einfach vergessen.
    Hier wird masslos übertrieben wegen einem.LKW und einer handvoll.Kleintransportern die einmal am Tag losfahren und wiederkommen
    Unter dem Strich wird der Verkehr sogar geringer weil Anfahrtswege der Kleintransporter wegfallen.

  24. Eigentlich müsste jeder Bergisch Gladbacher ein Interesse an dem Thema haben, jedes weitere Auto, welches durch Refrath muss sorgt zwangsweise dafür, dass andere über Bensberg oder Dellbrück ausweichen oder über die viel zu engen Schleichwege.
    Am Ende verlieren wir alle.

  25. ALLE Refrather sollten die neue Bürgerinitiative in jeder Weise unterstützen. Es sollte niemand so naiv sein und glauben, wir wären nicht AUCH BETROFFEN, nur weil es nicht vor UNSERER Haustür ist. Der Verkehrsinfarkt in Refrath ist schleichend schon eingetreten. Der Kippunkt ist erreicht. Wie können wir die mehr als berechtigte Bürgerinitiative unterstützen ?