Ein Diensthund der Polizei hat im Gierather Wald auf eigene Faust drei junge Erwachsene aufgestöbert, die offenbar dabei waren, Betäubungsmittel abzupacken. Der Hund wurde rabiat, seinem Kontrahenten droht nun ein Strafverfahren.

Wie die Pressestelle der Polizei berichtet war ein Diensthundführer zusammen mit einer Kollegin und Diensthund „Bope“ zu Fuß im Refrather Waldgelände nördlich der Straße auf der Kaule unterwegs. Den Diensthund ließen sie frei laufen, da sich auf dem überschaubaren Waldweg keine anderen Personen aufgehalten hätten.

Plötzlich sei der Hund im Unterholz verschwunden, wenig später ertönten Schreie. Am Tatort fand der Diensthundführer einen jungen Mann, der sich mit einem Knüppel gegen den Hund wehrte. Am Boden lag ein weiterer junger Mann, der von „Bope“ durch einen Biss in das Fußgelenk zu Fall gebracht worden war. Auf einem Hochsitz saß eine junge Frau.

Im Umfeld der Dreiergruppe (17, 19, 20 Jahre) habe die Polizei zwei Plastikbeutel und eine Frischhaltedose mit Marihuana, eine Feinwaage und Verpackungsmaterial gefunden.

Gegen den 20-Jährigen, der durch den Diensthund verletzt wurde, sei ein Strafverfahren wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet worden. Zudem ordnete die Staatsanwaltschaft die Durchsuchung seiner Wohnräume an, wo aber keine weiteren Betäubungsmittel gefunden wurden. Die Bissverletzung wurde ambulant im Krankenhaus behandelt.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

12 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Bevor es untergeht – vielen Dank für diesen sachlichen und interessanten Beitrag! Da habe ich auch noch was dazu gelernt. Und wenn alle Bürger*innen so denken und handeln würden, gäbe es die Hundeproblematik schlichtweg nicht.

  2. In meinem ersten Kommentar war ich noch sehr dezent. Jetzt muss ich mal Klartext reden:

    Nein, ich bin kein Hundehasser, im Gegenteil. Ich berate seit 15 Jahren Menschen mit Hund. Die Erfahrung hat mich gelehrt, zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn in dem Artikel betont wird, dass der Hund ja frei lief, weil augenscheinlich niemand auf dem Weg war, heißt das für mich, dass dem Halter bekannt war, dass es ansonsten hätte Probleme geben können. Es spricht nichts dagegen, den Hund im Wald frei laufen zu lassen, dies ist gesetzlich erlaubt. Allerdings im Wirkungskreis des Menschen (Radius 10 Meter), auf den Wegen und der Hund muss kontrollierbar sein. Die Dealer hatten sicher bei ihrem Geschäft keinen Knüppel in der Hand oder direkt griffbereit neben sich. Das bedeutet, sie haben erst einmal nach einer Waffe gegen den Hund geschaut. In dieser Zeit hätte dem Hundebesitzer längst auffallen müssen, das der Hund nicht mehr sichtbar ist – er hat Aufsichtspflicht.

    „Markus“ denkt sicher, er ist mit seinem Hund allein auf der Welt und alle Welt muss seinen Hund mögen. Diese Ignoranz anderen Menschen (ob mit oder ohne Hund) gegenüber, erlebe ich leider auch tagtäglich. Jeder Hundehalter mit einem Hund über 20kg sollte sachkundig sein, einen Hund zu führen und wenn man gebeten wird, den Hund zu kontrollieren, hat man es zu tun. Das ist nicht nur gesetzlich vorgeben, sondern hat auch mit Respekt anderen Menschen gegenüber zu tun. Diesen Sachkundenachweis muss jeder Hundehalter mit einem großen Hund machen und sollte auch „Markus“ haben.

    Wir wissen alle nicht, ob dieser „Diensthund“ als Drogenhund, Schutzhund, Mantrailer etc. ausgebildet wurde, daher ist das alles reine Spekulation. Dem Hund mache ich auch keinen Vorwurf!

    Der Hundehalter ist für ihn verantwortlich und wenn der Diensthund Menschen gegenüber Zähne einsetzt, frage ich mich, warum er überhaupt ohne Leine außerhalb des Einwirkungskreises unterwegs war.

    Auch Diensthunde sind Individuen, wie wir Menschen auch. Sie werden zwar gedrillt und konditioniert, aber es sind tatsächlich keine Maschinen. Wenn man empathisch mit Tieren und auch Menschen umgeht, weiß man das. Sie „funktionieren“ nicht zu 100%, wie wir Menschen auch nicht zu 100% funktionieren.

    Aber wenn wir mit einem Hund zusammenleben, haben wir die Pflicht, verantwortungsvoll mit ihm umzugehen, verantwortungsbewusst für den Hund und auch für die Umwelt.

    Ich habe in meinem Job mit einigen Problemhunden zu tun und dieses Problemverhalten hat IMMER eine Ursache. Wenn ein Polizeihund nicht kontrollierbar ist, hat das auch eine Ursache. Es wäre daher mal an der Zeit darüber nachzudenken, wie wir mit Tieren umgehen, für welche Zwecke wir sie instrumentalisieren und dass dieser Schuss auch mal nach hinten losgehen kann (wie man gelesen hat). Es hat seinen Grund, warum bei Polizeieinsätzen die Hunde mit Maulkorb unterwegs sind. Gerade diese Hunde mit geringem Nervenkostüm, die gelernt haben, bei einem vermeintlichen Angriff nach vorne zu schießen und zuzupacken, sind im Ernstfall oft nicht kontrollierbar.

    Nicht der Hund gehört aus dem Verkehr gezogen, sondern der Halter hat seinen Job nicht gemacht und das sollte für ihn Konsequenzen haben!

  3. Abgesehen von dem FAKT, dass von den Lesern niemand den genauen Tathergang kennt, ist der Kommentar von „Markus“ (leidiges Pseudonym, vielleicht bei dieser Meinungsäußerung wichtig) der typische eines Hundebesitzers, für den es nur Geleichgesinnte gibt. Alle anderen im Wald scheinen für ihn nur „Besserwisser“ zu sein. Man wartet nur noch auf die Aussage „der will nur spielen“, womit manche Hundebesitzer entschuldigen, wenn sie ihren Hund nicht im griff haben – so wie der Polizist scheinbar.

    Ein Polizeihund wird und muss IMMER seinem Herrn gehorchen, egal, in welcher Situation. Das Verhalten des Polizisten scheint nicht weisungsgemäß gewesen zu sein. Das aber kann auch nur eine Vermutung sein, weil der Sachverhalt den Lesern unbekannt ist.

    Wenn jeder Polizeihund so ausgebildet ist und der aktuelle insofern richtig gehandelt hat, na dann Prost Mahlzeit. Aber auch das kann nur eine einseitige Bewertung der Tat sein, weil sich auch „Markus“ (leidiges Synonym) nicht als Sachverständiger erwiesen hat.

  4. Ich muss dem User Frank zu 100 Prozent rechtgeben. Was ist mit Kindern, die im Wald spielen? Und die Beamten lassen

    Im KSTA stand übrigens, dass eine Hausdurchsuchung ergeben hat, dass keinerlei weiteres „Rauschgift“ (wir reden hier nicht von Kokain/Heroin o.ä.) beim Dealer gefunden wurde.
    Nochmal: Mariuhana ist in vielen Ländern legal und wird zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Was also, wenn ein krebskranker Mensch von der Apotheke nach Hause geht und seinen Bedarf an Mariuhana beiführt?

    Der Kommentar von Markus macht mich hingegen eher fassungslos. Eine Mischung aus angeblichen Fakten und Vermutungen, gepaart mit Aussagen wie „Hunde sind keine Roboter“ – hilft uns überhaupt nicht dabei, den Kern des Problems hier zu erfassen.

    Ich hoffe, dass die „Dealer“ DRINGEND Anzeige stellen.

  5. Man sollte eines beachten. Wir wissen nicht ob der Diensthund ein reiner spürhund ist oder ob er zusätzlich als schutzhund ausgebildet ist. Zumal jeder Hund auch wenn er noch so gut hört etc geht mal auf eigene Faust ins Unterholz oder Gebüsch das heißt nicht das er gleich abhaut.

    Ich bin mir fast sicher das wenn der Hundeführer in abgerufen hätte das er auch gekommen wäre, da aber in der Umgebung niemand gewesen sein soll sah er das nicht so eng. Hunde sind keine Roboter die nur das machen sollen was der Mensch will es sind Tiere die auslauf und auch gewissen Freiraum brauchen.

    Heutzutage darf man seinen Hund nirgends mehr frei laufen lassen ohne von einem Besserwisser der in seinem Leben noch nie ein Hund hatte dumm angemacht zu werden der Hund muss an die Leine oder rufen sie ihre Bestie zurück. Leider erlebe ich so etwas jede Woche mind einmal.

    Um auf den Diensthund zurück zu kommen wissen wir nicht ob er,, einfach zugebissen hat,, oder ob er nicht mit dem Knüppel angegriffen wurde. Letzteres wäre reiner Instinkt. Außerdem hat er drei mutmaßliche drogendealer gestellt die jetzt an ihre Kinder die so gegen den Hund und den Hundeführer so empört sind, keine Drogen mehr verkaufen. Vielleicht sollte mal daran gedacht werden!

    Aus meiner Sicht hat der Hund so gehandelt wie er ausgebildet wurde vermutlich hat er das Rauschgift schon gerochen bevor er die drei dealer überhaupt sah. Wir reden hier von einem ausgebildeten Drogenspürhund dessen Geruchsinn so fein ist das kann man sich als Mensch nicht vorstellen.

    Der Hund hat alles richtig gemacht er hat alleine drei Täter gestellt. Ein Polizist hätte zur eigenen Sicherheit erst einmal das SEK gerufen. FAKT

  6. Ich glaube es macht sich keiner große Gedanken darüber was passiert ist. Ein Diensthund ist eine auf Menschen abgerichtete Waffe. Diese Waffe ohne Maulkorb unkontrolliert im Wald umherlaufen zu lassen ist nicht nur extrem fahrlässig, sondern unter Umständen für den Angegriffenen lebensgefährlich. Ich möchte nicht, dass meine beiden Töchter beim Spielen im Wald von einem nicht kontrollierbaren Polizeihund ohne Maulkorb angegriffen werden!
    Das große Glück des beiden Polizisten war, dass hier Marihuana im Spiel war und damit eine Ausrede vorliegt warum der Hund gebissen haben könnte.
    In einschlägigen Videos ist ersichtlich was es heißt wenn ein Polizeihund „losgelassen“ wird, das möchte hier keiner erleben!

  7. Ich würde das ganze mal nicht über dramatisieren. Eventuell haben die Jugendlichen auch den Hund angegriffen und er hat danach zugebissen. Wir werden es wohl nie erfahren.

  8. Wissen denn die Kommentatoren, was mit Knüppel und Hund vor Ankunft der Beamten passiert ist?
    Hat der Hund wirklich direkt zugebissen oder auf eine Attacke reagiert?

    Aber schön, dass hier direkt die Empörten unterwegs sind.

    Wer Unerlaubtes tut, muss damit rechnen, dass das Schicksal zubeißt ;)

  9. Der Hund gehört aus dem Verkehr gezogen.

    Auch wenn in diesem Fall wahrscheinlich nicht so gewesen – aber es gibt auch die Möglichkeit LEGAL an Mariuhana für medizinische Zwecke zu kommen.
    Man schaue nur nach Kalifornien oder einfach 150 km westlich von unserer Stadt.
    Wenn die „Dealer“ klug sind, stellen sie ebenfalls Anzeige.

  10. Was für ein Glück für den Hundeführer, dass es sich wirklich um Dealer gehandelt hat. Wenn ein Polizeihund eigenständig Menschen stellt und Zähne einsetzt, finde ich es wenig vertrauenserweckend und sehr fraglich, diesen Hund in der Freizeit unkontrolliert im Wald frei laufen zu lassen. Sorry, für mich keine Heldentat! Wären es Pilzsucher gewesen…

  11. Ein Diensthund „stellt“ unkontrolliert abgeleint im Wald auf eigene Faust einen Menschen bei einer möglichen Straftat, indem er ihm ins Fußgelenk beißt. Als Hundebesitzer und Bürger bin ich entsetzt über diese Meldung.
    1. Warum kann der Hundeführer den Diensthund verbal nicht kontrollieren bzw. sicher abrufen?
    2. Warum wird der Diensthund abgeleint, wenn er verbal nicht kontrollierbar ist?
    3. Warum beisst der Diensthund, anstatt den Täter sauber zu stellen?
    Ein Diensthund darf nicht entscheiden, ein Diensthund ist im Einsatz ein Werkzeug, dass zu funktionieren hat. Körperliche Gewalt unter Waffeneinsatz – nichts anderes ist der Hund in diesem Fall – muss immer verhältnismäßig und darf nur Ultima Ratio sein. Der Hundeführer hat hier unverantwortlich gehandelt. Ich hoffe doch sehr, dass dies auch ein Verfahren gegen den Hundeführer nach sich zieht – nicht zuletzt im Sinne der Strafverfolgungsbehörden. Solche Fälle schaden dem Ansehen der Polizei und niemandem ist geholfen.

  12. Respekt!
    Tapferer Polizeibeamter im Dienst.
    3 gegen 1 und er hat die Sache im Griff.