Rund 180 Schüler:innen der GGS Bensberg und ihre Eltern sind am Montagabend in der Dämmerung in einem Protestzug mit Laternen und Taschenlampen zu ihrer Ausweichschule in den Containern an den Otto-Hahn-Schulen gezogen – weil ihnen der kürzeste Schulweg viel zu dunkel und der offizielle Weg zu einsam ist.

Die Teilnehmerzahl mache deutlich, dass die gesamte Schulgemeinschaft hinter der Forderung nach einer besseren Beleuchtung steht, bilanzierten die Organisator:innen aus der Elternschaft.

Die Kinder und Erwachsenen kamen mit Laternen, Taschenlampen oder Stirnleuchten und sangen ein eigens gedichtetes Lied. Es habe eine positive Grundstimmung geherrscht, weil die Eltern nach wie vor hofften, dass die Stadt die noch offenen Punkte rasch umsetzt. Für den 29. September sei ein Gesprächstermin vereinbart.

Allerdings habe Dettlef Rockenberg, als Fachbereichsleiter für die Schulen zuständig, noch vor dem Lichterzug den Eltern mitgeteilt, dass sich die städtischen Abteilungen Ordnungsbehörde, Schulverwaltung und Verkehrsflächen einig sind, dass die vorhandene Beleuchtung ausreiche.

Foto: Screenshot eines Flyers der Elternschaft

Dabei gibt es vor allem darüber Differenzen, was der richtige Schulweg ist. Der offizielle Weg (auf der Skizze in orange) knickt für Kinder, die vom Neuenweg / Wachendorffstraße kommen, ein Stück nach der Unterführung rechts ab, um dann im spitzen Winkel zurück zur Containerschule zu führen. Dieser Weg ist mit Laternen beleuchtet, weist laut Elternschaft aber einige dunkle Stellen auf.

Zudem seien die Grundschüler:innen hier stellenweise ganz alleine unterwegs, weil die Schüler:innen der Otto-Hahn-Schulen vom Mediterana herunter kommen und früher abbiegen. Zudem starte die Betreuung in der GGS Bensberg bereits ab 7:30 Uhr, deutlich früher als der Start an den benachbarten weiterführenden Schulen.

Und schließlich sei dieser offizielle Weg deutlich länger. Und das vor dem Hintergrund, dass die Grundschüler:innen ohnehin schon einen längeren Schulweg auf sich nehmen müssen.

Bis zu 80 Prozent der Grundschüler würden diesen Weg gar nicht nehmen, sondern nach der Unterführung geradeaus durch ein Wäldchen laufen. Auch das sei ein öffentlicher Weg, es gebe hier aber keine einzige Straßenlaterne. Dieser Weg sei im Winter am frühen Morgen von der Unterführung bis zu den Containern „pechschwarz“.

„Damit, dass die Stadt in diesem Bereich auf eine Alternativroute verweist, entzieht sie sich schlichtweg der Verantwortung den Kindern einen sicheren und somit beleuchteten Schulweg zu schaffen. Durch den Vergleich mit den Schülern des OHR und OHG vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Wir sprechen hier von teilweise 5jährigen Mädchen und Jungen, die diesen Schulweg ohne Angst nutzen sollen“, heißt es in einem neuen Schreiben der Eltern an Fachbereichsleiter Rockenberg.

Noch während des Lichterzugs, zu dem Martin Hardt, Leiter Verkehrsflächen der Stadtverwaltung erschienen war, gab es jedoch positive Signale: die Beleuchtungssituation müsse neu eingeschätzt werden, so Hardt. Noch am Dienstag meldet sich die Stadt per Mail bei den Eltern: eine Nachbesserung werde erfolgen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Wenn das die gleichen Leuchten sind, die die Stadt BGL überall hat anbringen lassen und damit die guten alten Leuchten abmontiert hat, kann man sich das auch schenken, denn diese neuen Leuchten schaffen wenig und auch nicht schlechtes Licht. Sorry aber da wird wieder am falschen Ende gespart

  2. Auch die Wege um die Saaler Mühle, wo viele Schüler:innen mit dem Rad zu OHG/ OHR fahren, sind mancherorts unbeleuchtet und damit morgens im Winter stockdunkel. Es fehlen (nur) eine handvoll Laternen – und es wäre schön, wenn die Stadtverwaltung diese Aktion der GGS Bensberg zum Anlass nähme, das zu ändern!