Hermann-Josef Tebroke ist der neue Kreisvorsitzende der CDU im Rheinisch-Bergischen Kreis

Mit einer neuen Führung will die Kreis-CDU Tritt fassen und sich wieder stärker auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren. Dafür hat der neue Vorsitzende Hermann-Josef Tebroke ein überwältigendes Votum der Mitglieder erhalten. Nun tritt der Vorstand mit einem Team an, das deutlich jünger und weiblicher geworden ist.

Düster, sehr düster begann die Bewerbungsrede von Hermann-Josef Tebroke für den Vorsitz der CDU Rhein-Berg. Die Partei auf Bundesebene, aber mitunter auch hier vor Ort, sei von Erschöpfung, Orientierungslosigkeit und Streit gezeichnet. Die Partei habe sich an zu vielen Krisen abgearbeitet, dabei die inhaltliche Arbeit vernachlässigt, sich in persönlichen Auseinandersetzungen verloren.

Wie die ganze Gesellschaft in der Pandemie sei die CDU erschöpft, habe ihre Verletzlichkeit erkannt, diagnostiziert Tebroke. Diese Erschöpfung sei auch im Abschiedsbrief des zurückgetretenen Vorsitzenden Uwe Pakendorf zu spüren, der sein Amt nach 18 Jahren und nach zwei vergeblichen Anläufen für ein hauptberufliches Mandat abgegeben hatte.

Tebroke knüpft bei Pakendorf an, auch bei ihm erscheinen die Perspektiven düster. Frustration, Resignation und Passivität nennt der gerade wieder gewählte Bundestagsabgeordnete; da habe er mit Blick auf die Bundespartei einige Bedenken.

Aber – und damit dreht sich Tebroke um 180 Grad – hier im Rheinisch-Bergischen Kreis sehe es anders aus: „Wir haben eine ganz andere Perspektive, nicht düster, nicht pessimistisch – weil es im Rheinisch-Bergischen Kreis so viel positive Energie gibt, so viele Personen, die was machen wollen.“ Diese Kräfte müsse man jetzt nur zusammenführen und loslegen.

„Nur im Team zu leisten“

Allerdings gebe es viel zu tun; die Herausforderungen seien nur gemeinsam in einem Team zu leisten – und daher bewerbe er sich ausdrücklich als Vorsitzender eines Teams, sagt Tebroke.

Die knapp 200 CDU-Mitglieder im Saal 2000 in Gronau greifen Tebrokes Worte begierig auf, mit 92 Prozent der Stimmen erhält er eine sehr hohe Zustimmung. Wenn auch ohne Gegenkandidaten.

Den Slogan „Team Tebroke“ nehmen dann auch alle Bewerber für den Vorstand auf, üben sich in Harmonie. Die Basis dafür hatte zuvor der erweiterte (alte) Vorstand der Kreis-CDU gelegt, mit einem „einvernehmlichen Vorschlag“ für alle Posten. Weitere spontane Bewerber:innen meldeten sich nicht, damit gab es auch keine Kampfkandidaturen.

Der neue Vorstand

Bei den Ergebnissen für die vier stellvertretenden Vorsitzenden zeigten sich dennoch deutliche Unterschiede bei der Zustimmung: Erika Gewehr (Burscheid) erhielt 164 Stimmen, Christian Buchen (Bergisch Gladbach) 136, Maurice Winter (Leichlingen) 132 und Christian Klicki (Wermelskirchen) nur 90 der 188 gültigen Stimmen.

Die weiteren Vorstandsämter wurden allesamt mit sehr hohen Zustimmungsraten besetzt: Schatzmeisterin wird Vera Müller (Kürten), Schriftführerin Vera Rilke-Haerst (Rösrath), Pressesprecherin Duygu Esgi aus Overath und Sebastian Wurth (Kürten) bleibt Mitgliederbeauftragter.

Jünger, weiblicher

Etwas spannender war die Wahl der Beisitzer, hier traten 14 CDU-Mitglieder für 10 Posten an. Gewählt wurden

  • Isabell Johann, Odenthal, 138 Stimmen
  • Claudia Casper, Bergisch Gladbach (131)
  • Martin Lucke, Bergisch Gladbach (129)
  • Lena Behnke, Kürten (113)
  • Katharina Höring, Bergisch Gladbach (108)
  • Daniel Schiffbauer, Rösrath (107)
  • Marie-Christine Keller, Bergisch Gladbach (104)
  • Werner Allendorf, Wermelskirchen (87)
  • Patrick Imcke, Leichlingen (85)
  • Andrea Steiner, Bergisch Gladbach (81)

Damit zählen 13 Mitglieder des erweiterten Vorstands zu den jüngeren, zum Teil sehr jungen Parteimitgliedern. Zehn der insgesamt 19 Vorstandsmitglieder sind Frauen.

„Wir sind eine moderne Partei“, konstatiert der neue Kreisvorsitzende Tebroke. Und darum bekommen bei der Verabschiedung der ausscheidenden Vorstände auch die Männer Blumen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Man kann im Sinne der Mitarbeiter im Kreishaus und der Bevölkerung, die auf ein funktionierendes Kreidshaus angewiesen sind, nur hoffen, dass diese Großbaustelle, die Herr Terbroke wohl nicht erwähnte, schnell geschlossen wird – ob mit oder ohne Santelmann!