Die Johannes-Gutenberg-Realschule, eine von drei Realschulen in Bergisch Gladbach. Foto: Thomas Merkenich

Wer im nächsten Jahr seinen Abschluss an der Realschule macht und dann das Abitur anstrebt, könnte ein Problem bekommen. Denn in den Gymnasien gibt es aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 Engpässe, auch im Rheinisch-Bergischen Kreis könnten bis zu 200 Plätze fehlen. Das wurde jetzt bei einem Krisengipfel in der Kaufmännischen Berufsschule bekannt – die sich als Teil einer Lösung anbietet.

Die Rückkehr der Gymnasien in NRW von einer acht- zur neunjährigen Schulzeit (G9) vollzieht sich in Schritten: der letzte G8-Jahrgang wird 2025 Abitur machen, die ersten G9-er verlassen aber erst 2027 die Gymnasien. 2026 haben die Schulen dann plötzlich eine ganze Jahrgangsstufe mehr, es wird eng, Lehrer werden (noch) knapper.

Für eine Gruppe von Schüler:innen gibt es jedoch offenbar schon im kommenden Jahr ein Problem: für diejenigen, die von der Realschule in die gymnasiale Oberschule wechseln wollen. Weil der Doppeljahrgang G8/G9 zu Engpässen führe könnten viele Gymnasien im kommenden Jahr keine Realschulabsolvent:innen aufnehmen, erläutert das Berufskolleg kaufmännische Schulen (BKSB) in einer Pressemitteilung.

„Auffallend viele besorgte Eltern“ seien am Samstag zum Informationstag der Berufsschule in Heidkamp gekommen, berichtet Schulleiterin Nicole Schuffert. Diese Eltern wollten sich nun über Möglichkeiten informieren, wie ihre Kinder dort zur Allgemeinen Hochschulreife gelangen können. Immerhin biete das BKSB „jedes Jahr rund 120 freie Schulplätze im Wirtschaftsgymnasium“, betont Schubert.

Bis zu 200 Plätze fehlen

Wieviele Plätze tatsächlich fehlen ist bislang nicht klar. Nach einer ersten groben Schätzung geht die Bezirksregierung offenbar von 150 bis 200 Schüler:innen pro Kreis aus. Die Kommunalpolitiker vor Ort, so berichtet die Berufsschule, hätten erst vor drei Wochen von der Bezirksregierung von dem Problem erfahren.

Grundsätzlich bekannt ist es allerdings bereits seit Anfang 2018; auch Niedersachsen, das schon zuvor zu G9 zurückgekehrt war, hatte sich damit herumschlagen müssen.

Am Samstag waren einige der Beteiligten zu einer Art Krisengipfel am Rande des Informationstags in die Berufsschule gekommen. Teilnehmer waren Dettlef Rockenberg, als Fachbereichsleiter der Stadt Bergisch Gladbach für die Schulen zuständig, Overaths Bürgermeister Christoph Nicodemus, Sophia Tiemann, Leiterin des Amtes für Bildung im Kreis, und Wolfgang Stupp, Dezernent der Bezirksregierung,

Fertige Lösungen für NRW und für den Kreis gibt es aber offenbar nicht. „Der gesamte Rheinisch-Bergische Kreis arbeitet zurzeit an Lösungen“, erklärte Tiemann in der Pressemeldung.

Die Bezirksregierung sieht offenbar im Berufskolleg einen Teil der Lösung: Diese würden häufig vergessen, seien aber „eine weitere sehr gute Option zur Erlangung des Abiturs“, wird Dezernent Stupp zitiert.

Wirtschaftsgymnasium bietet „Abitur+“

Ralf Fleige, Leiter des Wirtschaftsgymnasiums am Berufskolleg, griff diese Werbung auf. Die Berufskollegs bieten, so Siege, „ein Abitur+“, weil es neben den üblichen allgemeinbildenden Fächern zusätzlich das Fach Wirtschaftslehre bietet.

Kommunalpolitiker und die Bezirksregierung, so das Fazit des Berichts des Berufskollegs, hätten sich nun darauf verständigt, „diese Option weiterzuverfolgen und entsprechend umfassender darüber zu informieren“.

Insgesamt, so berichtet die Berufsschule, sei das Interesse von Schüler:innen mit ihren Eltern beim Informationstag sehr groß gewesen. Unter Einhaltung der 3G-Regeln und genügend Abstand nutzten viele den Tag, um sich von Lehrkräften beraten zu lassen oder sich bei einem der vielen Vorträgen zu informieren.

Informationen und die Anmeldeformulare finden sich auf der Internetseite der Schule unter www.bksb.nrw.   

Erfolgreiche Impfaktion  

Am Donnerstag, Freitag und Samstag hatte das Gesundheitsamt des Kreises in der Berufsschule eine temporäre Impfstelle eingerichtet – mit großen Erfolg. Vor allem am Freitag und Samstag war der Andrang sehr groß, insgesamt rund 1.000 Personen wurden mit Biontech geimpft.   

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gesundheitsamt habe sehr gut funktioniert, daher sei eine gemeinsame weitere Aktion sehr gut vorstellbar. 

  

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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