„Ihr tragt keine Schuld für das, was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert.“ Mit diesem Zitat der deutsch-jüdischen Überlebenden des KZ Ausschwitz-Birkenau Esther Bejarano eröffnete die Schülervertretung den Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Gymnasium Herkenrath.

Text: Charlotte Clemens, School Inside

Ein 20 Meter langes Transparent mit Esther Bejaranos Zitat in leuchtend roter Schrift wurde am 27. Januar auf dem Herkernrather Schulhof aus. Dann hielten einige Schülerinnen und Schüler in Begleitung des SV- und Geschichtslehrers Simon Schneider das Banner in die Höhe, um ein Zeichen gegen Antisemitismus und für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu setzen.

„Es war eine Aktion, die uns allen sehr am Herzen lag und wir sind froh, dass wir dazu beitragen konnten, dass dieser Tag nicht in Vergessenheit gerät“, heißt es so auch auf dem Instagram-Kanal der Schülervertretung. 

Das Ziel dieser Aktion war es nicht nur, der Opfer des Holocausts zu gedenken, sondern auch über die Verbrechen des Nationalsozialismus zu informieren. Zu diesem Zweck wurden Fotos des Transparentes, das später zentral in der Schulstraße der Schule aufgehängt wurde, in der digitalen Schülerzeitung „School Inside“ des Gymnasiums Herkenrath zusammen mit einem Infotext veröffentlicht.

Dieser Text berichtet über die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau am 27.01.1945 und beleuchtet die Verbrechen des Nationalsozialismus. Für besonders interessierte Leser verweisen dort außerdem Links auf weitere Informationen über den Holocaust Gedenktag und die Befreiung von Ausschwitz. 

Die SV des Herkenrather Gymnasiums traf sich nachmittags an dem Stolperstein, der an Gertrud Stockhausen, Mutter des weltberühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen und Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“, erinnert.

Stolpersteine sind Gedenksteine aus Messing, die als Mahnmal vor Gebäuden verlegt werden, in denen deportierte, ermordete oder vertriebene Opfer des Holocaust gelebt hatten.

Den Stolperstein, der an Gertrud Stockhausen gedenkt, findet man an ihrem letzten frei gewählten Wohnort in Bärbroich, keine drei Kilometer von Herkenrath entfernt. Er trägt folgende Inschrift: „Hier wohnte Gertrud Stockhausen, geb. Stupp, Jg. 1900, eingewiesen 1932 Heilanstalt Galkhausen, `verlegt´ 27.5.1941 Hadamar, ermordet 27.5.1941, Aktion T4“.

Diese Inschrift ist nun wieder viel besser lesbar, nachdem die Schülerinnen und Schüler der SV ihn gesäubert und poliert haben. Sie wollen diese Aktion auch in Zukunft fortsetzen und planen unter anderem, alle weiteren Stolpersteine in Bergisch Gladbach ebenfalls zu säubern.

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2 Kommentare

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  1. Vorbildlich diese Schüler ! Es spricht auch für dieses Gymnasium. Froh, solche engagierten Jugendlichen in unserer Stadt zu haben, die sich den Geschichtsvergessenen entgegenstellen.