Der Abschluss der Bauarbeiten für die neue Gaspipeline Voigtslach-Paffrath verschiebt sich von April auf August 2022. Dies gab der Betreiber jetzt bekannt. Gründe seien technische Probleme. Die neue Pipeline dient der Umstellung der Gasversorgung von L- auf H-Gas, das überwiegend aus Norwegen und den Niederlanden stammt.

Rund 2,3 Kilometer umfasst das letzte Teilstück der Gaspipeline. Das ist ein Zehntel der rund 23 Kilometer langen Leitung Voigtslach-Paffrath, welche die Betreibergesellschaft NETG in den vergangenen Monaten verlegt hat. Sie reicht von Hitdorf bei Leverkusen bis zur Gas-Druckregel- und Messanlage (GDRM) in Paffrath.

„Der Abschluss der Arbeiten verschiebt sich von Ende April auf August. Grund sind technische Probleme, die wir in unserem ersten Bauabschnitt für das letzte Leitungsstück in Paffrath hatten“, erklärt John Volkmar Abert, Projektleiter der NETG.

NETG: Die Nordrheinische Erdgastransportleitungsgesellschaft mbh & Co. KG (NETG) ist die Betreiberin des gleichnamigen Erdgasleitungssystems von Elten (bei Emmerich am Rhein) an der Grenze zu den Niederlanden bis nach Bergisch Gladbach im Rheinland.

Die Gesellschaft NETG wurde 1967 gegründet und hat ihren Sitz in Dortmund. Ihre Eigentümer sind mit je 50 Prozent die Open Grid Europe GmbH (OGE) aus Essen und die Thyssengas GmbH (TG) aus Dortmund.

Die Leitung im Trassenverlauf um Paffrath werden nach Angaben der NETG zwischen der Bensberger Straße bei Schlebusch und Neudiepeschrath bei Paffrath verlegt und führe süd-westlich vorbei an Schildgen und Katterbach.

Die letzten 2,3 Kilometer werden in drei Abschnitten erstellt:

  • Der Bereich Waldsiedlung bis zur L101 (Odenthaler Straße) wird bis Anfang August 2022 fertig gestellt, danach Wiederherstellung der Wege bis Ende August
  • Der Bereich L101 (Odenthaler Straße) bis zum Parkplatz Siedlung Heidgen wird bis Ende Mai 2022 fertig gestellt
  • Der Bereich Siedlung Heidgen bis zur Station Paffrath wird bis Ende Juli 2022 fertig gestellt.

Entlang der Waldschule sollen die Arbeiten aus Sicherheitsgründen erst in den Sommerferien stattfinden, um eine Gefährdung für spielende Kinder auszuschließen.

Schutz von Mensch und Umwelt

Der Verlauf der Trasse rund um Schildgen/Paffrath, Grafik: NETG

Die Verlegung erfolge mit geschlossenen bzw halbgeschlossene Verfahren, um Menschen und Umwelt möglichst geringen Belastungen auszusetzen, heißt es. 

Dadurch könnten sowohl Baumeinschlag als auch Lärmemmission reduziert werden. 

Nach Abschluss der Verlegearbeiten erfolge eine Druckfestigkeitsprüfung sowie die Rekultivierung des Trassenverlaufs. Ein zehn Meter breiter Schutzstreifen auf der Trasse bleibe aus Sicherheitsgründen frei.

Die Infrastruktur könne trotz Verschiebung im Terminplan wie geplant im März 2023 an den Gaslieferanten zur L-H-Umstellung übergeben werden. 

Gasversorgung ist sicher

Die Pipeline sorgt dafür, dass das sogenannte H-Gas an die Region herangeführt werden kann. Das Gas hat einen höheren Methanwert und ist daher effizienter als das bislang verwendete L-Gas. Für die Umstellung sind zwei parallel laufende Gasleitungen notwendig, da ein nahtloser Gaswechsel nicht über eine einzige Pipeline erfolgen kann.

Mehr Infos zur Umstellung finden Sie in diesem Beitrag. Aktuelle Infos zum Baufortschritt unter https://www.netg-voigtslach-paffrath.de

Die Gasversorgung sei sicher, betonte eine Sprecherin der RheinEnergie angesichts des Krieges in der Ukraine. „Die BELKAW bezieht wie die RheinEnergie das vertriebene Erdgas zu wesentlichen Teilen aus den Niederlanden und Norwegen. Vertraglich zugesicherte Lieferungen sind somit nicht gefährdet. Dies gilt auch für den Fall einer Ausweitung der Krise in der Ukraine.“ Die Bundesregierung prüfe zudem Alternativen zum russischen Gas.

Das Gasnetz in Deutschland mit rund 12.000 Kilometern Länge ist nach Angaben der NETG hoch flexibel und unterstützt jederzeit die Umschaltung auf alternative Bezugsquellen. 

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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