Vor dem Rathaus wehen die Flaggen der Ukraine und der EU. Die Verwaltung hat inzwischen eine Task Force und eine Koordinierungsstelle für die Aufnahme von Flüchtlingen eingerichtet

Viele der Flüchtlinge aus der Ukraine, die es bis NRW geschafft haben, befinden sich noch in den zentralen Landesunterkünfte, aber auch Bergisch Gladbach hat bereits einige Personen mit provisorischen Unterkünften versorgt. Wieviele Menschen darüber hinaus privat untergekommen sind, ist nicht bekannt. Ebensowenig, wie und wie schnell es nun weitergeht.

27 Flüchtlinge hat die Stadt Bergisch Gladbach bisher in eigenen (angemieteten) Wohnungen vorübergehend untergebracht, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Darüber hinaus sind offenbar bereits zahlreiche Menschen ohne Beteiligung der Stadt privat versorgt worden, bei Verwandten oder Helfer:innen. Wieviele, das sei der Stadt nicht bekannt.

Jederzeit, das bestätigt die Verwaltung, könne eine größere Zahl von Flüchtlingen zugewiesen werden. Doch wann und in welchem Umfang das geschehe, sei nicht vorherzusagen. Bislang seien keine Ankündigungen eingetroffen.

Erst gestern waren Düsseldorf und Wuppertal durch die Ankunft von 1000 bzw. 450 Menschen aus der Ukraine überrascht worden. In den Landesunterkünften in NRW sind bislang insgesamt  1.200 Vertriebene aus der Ukraine aufgenommen worden, teilte das zuständig Ministerium mit. NRW verfüge über 33 Landesunterkünfte mit rund 9.000 freien Plätzen.

Vorn dort aus werden die Flüchtlinge den Städten zugewiesen. Die endgültige Verteilung erfolgt grundsätzlich nach einem festen Schlüssel, der neben der Größe auch die Wirtschaftskraft einer Kommune berücksichtigt. Das kann für Bergisch Gladbach rasch eine hohe dreistellige Zahl werden. Eine belastbare Aussage sei dazu jedoch im Moment nicht möglich, betont die Stadtverwaltung.

Klar ist nur, dass die Stadt für die Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge zuständig ist. Bereits gestern hatte sie angekündigt, einen Teil der ehemaligen Containerunterkunft an der Bensberger Straße in Lückerath zu reaktivieren – aber das benötigt Zeit.

Daher laufen zur Zeit Gespräche mit dem DRK und anderen über Zwischenlösungen. Zudem gebe es eine große Zahl von Angeboten aus der Bevölkerung. Dafür hatte die Stadt eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet, die Angebote entgegen nimmt und sichtet. Insgesamt versuche die Stadtverwaltung, „so viele Unterbringungsmöglichkeiten vorzubereiten wie möglich“.

Eine Unterbringung in Turnhallen, wie 2015 geschehen, sehe die Stadt nur „als allerletztes“ Mittel, das möglichst vermieden werden soll.

Hintergrund: Wie helfen? Wo informieren?

Bei Sachspenden verweist die Stadt auf die einschlägigen Initiativen und Organisationen in den Stadtteilen. Für den unkomplizierte Austausch von Sachspenden gibt es u.a. die Facebook-Gruppe „Ukraine Hilfe in GL“. Stadt und die Betreiber bitten dringend, keine Sachspenden zu den Unterkünften zu bringen, auch ehrenamtliche Hilfe soll über die Kontaktstelle (s.u.) angeboten werden.

Die Hilfsorganisationen um Geldspenden, weil damit sehr viel effektiver geholfen werden könne. Geprüfte Spendenempfänger finden Sie hier. Lokale Spenden-Aktionen und Aufrufe listen wir hier auf.

Die zentrale Kontaktstelle der Stadt Bergisch Gladbach für alle Belange der Ukraine-Hilfe ist zu erreichen telefonisch unter 02202 14-2929 und 14-2928 sowie per Mail: ukraine@stadt-gl.de.

Alle Infoquellen, Anlaufstellen und Kontakte listen wir hier auf.

Insgesamt profitiere die Stadt von den Strukturen und Initiativen, die 2015 und 2016 aufgebaut worden waren, um zeitweise mehr als 1600 Flüchtlinge unterzubringen. Innerhalb der Verwaltung seien mehrere Abteilungen beteiligt, die sich um den Wohnraum kümmern, um den Aufenthaltsstatus, die Finanzierung und Kontakte zu den ehrenamtlichen Initiativen kümmern.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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9 Kommentare

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  1. Ich fürchte mein Post liest sich sehr schnell missverständlich.
    Ich sehe es wie die „Redaktion“ dass das aktuell einfach nicht das Augenmerk der Berichterstattung ist. Viele Hintergründe werden einfach nach Ende des Krieges erst beleuchtet.
    Momentan sollte es in unserem Land um Frieden und den Schutz der Geflüchteten gehen.
    Der Krieg ist egal aus welchem Grund geführt, nur als Schrecklich zu bewerten und Russland als Aggressor zu verurteilen.

  2. Putinˋs menschenabschlachtender Krieg verlangt UNS ALLEN viel- auch finanziell- ab. Wir hatten es uns nicht ausgesucht. Deshalb ist es richtig, dass wir über Steuern und Gebühren es ermöglichen/bezahlen, dass die ukrainischen Flüchtlinge nicht in Turnhallen und Container „untergebracht“ (schlimmes Wort) werden, sondern auf unsere Kosten in angemieteten MENSCHLICHEN Wohnungen (wenn wir sie schon nicht bei uns selber aufnehmen)

    1. Ukrainer können der Krieg beenden wenn sie auf Putin Forderung zu stimmen und Deutschland sollte lernen sich nicht überall einmischen und akzeptieren das gibt anders denkende , andere glauben , Kulturen . Demokratie Sozialismus , Muslime , Asiaten

      1. Russland muss den Krieg beenden, den es begonnen hat. Putins Forderungen sind absurd. Deutschland mischt sich ein, wie die meisten demokratischen Staaten. Und das ist gut so.
        Und ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der russischen Bevölkerung längst auf der Straße wäre, wenn die russische Regierung sie nicht bedrohen und mit Lügen füttern würde.

      2. Im Fall des Ukraine-Konflikts beklage ich die einseitige Berichterstattung in den gängigen Medien: Wie funktioniert der Staat Ukraine? Hat Präsident Selenskyi die Korruption (für die das Land in Russland verschrien ist) im Griff? Welcher Art Kontakte pflegt er zu Oligarchen? Wie steht die Bevölkerung zu ihm? Wie steht die Bevölkerung der Ost-Ukraine zu Russland? (Möglicherweise wäre eine Abspaltung dort sogar erwünscht.)
        Ich habe keine Antworten auf diese Fragen und finde kaum Hilfestellung bei der Suche danach.

      3. Versuchen Sie es mal mit der Google News-Suche: Die Stichworte „Selenskyj“ und zum Beispiel „Oligarchen“ eingeben, die Suche per Filter zeitlich eingrenzen (zum Beispiel 1.1.2019 bis 31.12.2021) und Sie werden zahlreiche Artikel der „gängigen Medien“ finden. In der aktuellen Berichterstattung liegt der Schwerpunkt im Moment auf anderen Fragestellungen.

        Wenn Sie etwas tiefer einsteigen wollen werden Sie zum Beispiel auf der Website der SWP fündig:

        https://www.swp-berlin.org/suche?search%5Bq%5D=selenskyj

      4. @Kim van Keulen
        ich denke die Hintergründe sind in der Berichterstattung nicht beleuchtet, da es schwierig ist alle Zusammenhänge zu erkennen. Man muss sich eigentlich nur an vergangene Kriege erinnern, es dreht sich alles um Geld (Wirtschaft), verpackt in Moral und Krieg.
        Die einzige Geschichte die mit Sicherheit nicht stimmt ist diese dass Putin als Narzistischer Mann aus Ego Gründen einen Krieg beginnt.
        Man muss Putin nicht mögen, aber das ist alles etwas kurz gegriffen.

        In den gängigen Medien gibt es wenig Hintergrund Informationen die „wirklich“ erklären was passiert. Hierfür sehe ich mir gerne die Videos von Russel Brand an.

        Fakt ist, dass alle Politiker und Länder schmutzige Finger haben. Viele Probleme werden dem Krieg zugeschoben, welche bereits vorher bestanden, siehe Gas und Energie Preise. Man könnte sagen ein „Glücksfall“ für die Politiker, das deren Versagen versteckt.

        Ich hoffe dass alle Ukrainer die hierher kommen etwas Frieden finden und das Leid in Ihrem Land bald beendet ist.

      5. Frau Schmidt, in keinem Glauben und in keiner Kultur ist es rechtmäßig, ein anderes Land mit einem Angriffskrieg zu überziehen und Bomben auf die Zivilbevölkerung zu werfen. Auch die Verfassung der russischen Föderation erlaubt solch einen Angriffskrieg nicht.

        Und was die Einmischung betrifft: Es ist völkerrechtlich erlaubt, sinnvoll und sogar geboten, ein Land bei der Selbstverteidigung gegen eine Invasion zu unterstützen.

      6. Weshalb sollte es aktuell wichtig sein, über Korruption oder politische Verflechtungen von ukrainischen Politikern mit Oligarchen zu berichten?
        Wäre Deutschland überfallen worden, würde sich in der Situation auch niemand für Cum-Ex-Skandal, lügende Ex-Verkehrsminister oder zu Unrecht geführte akademische Titel interessieren, oder?