Die Akteure des Ernährungsrats Bergisches Land

Wie wird das Bergische klimafreundlich satt? Wie beeinflusst das Wetter unsere Ernten? Was werden wir essen und ist es für jeden noch bezahlbar? Das sind nur einige der drängenden Fragen zur Ernährungssicherheit für unsere Region. Um Antworten zu erarbeiten wurde jetzt der Ernährungsrat Bergisches Land gegründet.

Bei der offiziellen Gründungsfeier am Innovationsstandort der Bergischen Abfallwirtschaft „:metabolon“ in Lindlar kamen interessierte BürgerInnen, LandwirtInnen, Vereine aus dem Naturschutz (BUND, RBN) und dem Ernährungsbereich (Slow Food, Bergischer Streuobstwiesenverein), die Dr. Rembold Stiftung (als Gründungspate) sowie PolitikerInnen aus der Kreis- und Kommunalpolitik zusammen.

Dr. Barbara Steinrück, Vorsitzende des Ernährungsrates Bergisches Land, eröffnete die Gründungsfeier mit einem Appell der Dringlichkeit, einen Wandel im Ernährungsbereich herbeizuführen. „Wir brauchen den konstruktiven Dialog mit allen und jeder kann mitmachen“, motiviert Steinrück.

Dr. Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung in Nümbrecht unterstrich die Dringlichkeit zu Handeln durch seinen Vortrag „Mehr Ernährungsdemokratie wagen – wann, wenn nicht jetzt!“. Eindringlich und umfassend bot er den Besuchern einen Einblick, wie es grundsätzlich um unsere Ernährung bestellt ist und was in diesem Bereich die größten Herausforderungen unserer Zeit sind: die Klimakrise, Kriege, Pandemien und die Selbstzerstörung durch die Massentierhaltung und konventionelle Massenproduktion auf unseren Feldern. 

In der daran anknüpfenden Podiumsdiskussion, an der sich der Landrat Stephan Santelmann, Dr. Wilfried Bommert (Institut für Welternährung), Dawn Stiefelhagen (stellvertretende Bürgermeisterin Engelskirchen) und Marius Frey von der Humuswerkstatt beteiligten, wurden zwei wesentliche Fragen diskutiert:

  • „Was sind aus Ihrer Sicht die drängendsten Aufgaben dieser Zeit zum Thema Ernährung?“
  • „Was können Sie ganz konkret tun, um den Ernährungsrat zu unterstützen?“

Für diese komplexen Fragestellungen wurden von den Teilnehmern einzelne Lösungsansätze eingebracht. Zu den zentralen Aussagen zählten: „ein Umdenken insgesamt in der Gesellschaft zu schaffen, die Zivilgesellschaft konkret in Gestaltungsprozesse einzubinden, die Landwirtschaft im Einklang mit der Natur zu stärken und politische Rahmenbedingungen zur Unterstützung zu schaffen.“  

Konkrete Unterstützungsangebote für den Ernährungsrat gab es seitens der Politik und der Humuswerkstatt.

Nach der Diskussion wurden die ersten beiden Perspektivgruppen des Ernährungsrates vorgestellt: Ernährungsbildung „essbare Bildung“ und „Erzeugung/ Regionalvermarktung“. Diese beiden Gruppen arbeiten bereits aktiv und laden jeden zum Mitdenken und -handeln ein. 

Im Laufe der Veranstaltung wurde Immer wieder deutlich, dass Lösungsansätze für die Ernährungssicherheit und -demokratie nur durch eine Zusammenarbeit mit allen Akteuren möglich sein wird: „Ernährung braucht ein politisches Fundament und zivilgesellschaftliches Engagement gemeinsam mit der Landwirtschaft und zwar jetzt“ schlussfolgerte Dr. Bommert.

Die Moderation des Tages übernahm Mechtild Nagel-Dürscheid, die die Initiative schon seit einem Jahr begleitet und unterstützt.

Ein „Marktplatz“ für Informationen, Impulse, Inspirationen, Ideen und Imbiss bot die Mittagspause. Aus geretteten Lebensmitteln von den Bergischen Lebensmittelrettern, zauberte Nicolas Ting (vongrundaufgut) Kartoffelsuppen, Gemüsegratins und eine vegetarische Brotzeit.

Ein kleiner Marktplatz von regionalen Anbietern rundete das Angebot für die Besucher ab: Produkte aus dem Unverpacktladen „Büggel“ aus Bergisch Gladbach, Lederwaren vom Archehof, und Streuobstwiesensaft wurden zum Verkauf angeboten – und boten viel Gesprächsstoff.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch die feierliche „Rhabarberstangen-Staffelstab-Übergabe“ von Christian Gollmer, Initiator und Geschäftsführer des Forum für Nachhaltigkeit fürs Bergische an den frisch gegründeten gemeinnützigen Verein Ernährungsrat Bergisches Land.

Dieser war sogleich am nächsten Tag beim traditionellen Weidefest am Turmhof in Rösrath mit einem Stand vertreten. Und auch hier fanden sich weitere interessierte BürgerInnen, die sich für das Thema und die Projekte begeisterten und zeitnah zu den regelmäßigen Treffen geladen werden.

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2 Kommentare

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  1. Die Bergisch Gladbacher Ampel will uns weimachen, dass nur Fahrräder die Lösung allen Übels darstellen, die der motorisierte Individulaverkehr bringt. Die Grünen, schon immer Anti-Atom-Partei, betrachten den Strom aus den AKWs plötzlich als „grüne Energie“. Die Linke bzw. deren Einzelkämpfer betrachten Wahl-Plakate, die 6 Wochen zwischen Straße und Grenze eines Naturschutzgebietes stehen. als Umweltverschmutzung.

    Und nun haben wir auch noch einen Ernährungsrat, der uns raten will, was wir essen sollten.

    Langsam ist es genug. Fühle mich noch nicht so alt, dass ich an der Nase durchs Dorf geführt werden muss und auch für ältere Menschen ist dies alles wohl eine Zumutung.

    Man hätte wenigstens statt Ernährungs-Rat einen anderen Begiff finden können.

  2. Was, bitte, ist „Ernährungsdemokratie“?
    Früher hieß es, „es wird gegessen, was auf dem Tisch ist“, weil man froh war, daß überhaupt etwas auf dem Tisch war.
    Und jetzt, wer entscheidet wo über was für wen?