In großer Eile hatte die Stadt im Frühjahr die Hermann-Löns-Hallen hergerichtet - nun sind weitere Unterkünfte erforderlich. Foto: Thomas Merkenich

Ein Großteil der Menschen aus der Ukraine ist privat untergebracht, und dennoch sind Unterkünfte und Notaufnahme der Stadt nahezu ausgelastet. Mit Blick auf den Winter will die Stadt daher mindestens 200 weitere Plätze einrichten. Mit dem Ziel, die Belegung von Turnhallen so lange wie möglich zu vermeiden.

Der Finanzausschuss hat einem Vorschlag der Stadtverwaltung einstimmig und ohne öffentliche Diskussion zugestimmt, die Kapazität der Flüchtlingsunterkünfte um (zunächst) weitere mindestens 200 Plätze zu erhöhen. In welcher Form das geschehen soll ist noch nicht bekannt – die inhaltliche Debatte des Grundsatzbeschlusses fand im nichtöffentlichen Teil der Sitzung statt.

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Ende September hielten sich bereits knapp 1800 Flüchtlinge in Bergisch Gladbach auf, und damit rund 200 mehr als in den Jahren 2015 / 2016. Davon stammten 1105 Menschen aus der Ukraine, wovon gut die Häfte privat untergebracht war. Insgesamt 1158 Personen musste die Stadt selbst unterbringen.

Dem standen zwar rechnerisch 1272 vorhandene Plätze zur Verfügung, die jedoch (zum Beispiel aufgrund familiären Begebenheiten) nicht zu 100 Prozent belegt werden können. Auch die eigentlich nur als kurzfristige Notaufnahme gedachten Herman-Löns-Hallen mit dünnen Trennwänden ist daher dauerhaft belegt.

Vorsorge für den Winter

Angesichts der Lage in der Ukraine, aber auch den steigenden Flüchtlingszahlen aus anderen Ländern, muss die statt gleichzeitig damit rechnen, dass in den kommenden Monaten weitere Personen in größeren Zahl hinzukommen.

Als letzte Möglichkeit gilt die erneute Belegung von Turnhallen, zu Lasten von Schulsport und Vereinen. Um das zu verhindern, will die Stadt nun 200 weitere Plätze schaffen und hat sich dafür von der Politik einen Grundsatzbeschluss eingeholt. Wie und wo da geschehen.

Aber auch damit, so heißt es in der Vorlage, solle die „Inanspruchnahme von Turnhallen“ lediglich „so lange wie möglich vermieden bzw. so kurz wie möglich gehalten werden“.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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