Cellist Ramon Jaffé (Foto: Gutman)

Die „Todesfuge“ ist zum einen ein Gedicht von Paul Celan und zum anderen eine Komposition des deutsch-israelischen Komponisten Don Jaffé. Beide werden von Roman Salyutov und dem Cellisten Ramon Jaffé im Albertus Magnus Gymnasium inszeniert und gemeinsam mit Schüler:innen vorgetragen.

Anlässlich des Gedenktages an die Reichspogromnacht laden VHS Bergisch Gladbach, der Verein Musik- und KulturFestival GL e. V., Ganey-Tikva-Verein e. V. unter Vorsitz von Petra Hemming und das Albertus Magnus Gymnasium Bensberg zu einem literarisch-musikalischen Abend, der am Donnerstag, den 10. November um 19 Uhr in der Aula des AMG Bensberg stattfindet, ein.

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Im Mittelpunkt steht das weltbekannte Gedicht von Paul Celan „Todesfuge“, entstanden nach seinen eigenen Erfahrungen im KZ. Zuerst werden Schülerinnen und Schüler das Gedicht szenisch vortragen – nach einer speziellen Sprecherpartitur, die vom Initiator des Projekts Dr. Roman Salyutov konzipiert worden ist, und dabei ihre Interpretation der tiefgründigen Semantik Celans vorstellen.

Anschließend findet eine musikalische Premiere statt: Salyutov am Klavier und seine Künstlerkollegen bringen zum ersten Mal in Deutschland die gleichnamige Komposition des deutsch-israelischen Komponisten Don Jaffé „Todesfuge“ zu Gehör. Dabei wirkt auch der Sohn des Komponisten – der international bekannte Cellist Ramon Jaffé – mit, der für diesen Abend speziell nach Bergisch Gladbach kommt.

„Todesfuge“ – Paul Celans Gedicht und eine musikalische Premiere
Donnerstag, 10. November, 19 Uhr
Albertus Magnus Gymnasium, Kaule 15, Bensberg
Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten

Der Komponist Don Jaffé ist ein Mensch mit einem spannenden und dramatischen Schickal: Geboren 1933 in Riga, flüchtete er vor dem Antisemitismus des Nazi-Deutschland 1941 mit seiner Familie nach Sibirien und konnte dort überleben, wobei ein Großteil der Verwandtschaft im Holocaust ermordert wurde.

Nach der Rückkehr nach Lettland Ende des zweiten Weltkrieges studierte er Cello, musste aber später aufgrund der sowjetischen Repressalien gegenüber der jüdischen Bevölkerung wieder fliehen – diesmal nach Israel, wo er lehrte, konzertierte sowie am Yom Kippur Krieg 1973 aktiv teilnahm.

Danach kam er nach Deutschland, um hier seine musikalische Laufbahn fortzusetzen und wurde nicht nur Solo-Cellist und Mitglied in renommierten Orchestern wie z. B. Berliner Symphoniker und Bremer Philharmonisches Staatsorchester, sondern unterrichtete auch als Professor an der Hochschule für Künste in Bremen.

Parallel wirkte er als Komponist und erinnerte in seinen Werken an die Verfolgung des jüdischen Volkes mit den Worten: „Es ist meine Mission, musikalische Mahnmale zu erstellen.“ Don Jaffé lebt zurzeit in Bremen.

 

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