Ab dem kommenden Jahr muss auch die Stadt Bergisch Gladbach auf einen großen Teil der Parkgebühren Steuern zahlen, Einnahmeverluste in sechsstelliger Höhe drohen. Daher schlägt die Verwaltung vor, die Parkgebühren um 100 Prozent zu erhöhen. Das habe auch eine lenkende Wirkung. Die Brötchentaste bleibt unberührt.

Einen Einnahmeverlust von 200.000 Euro pro Jahr befürchtet die Stadt Bergisch Gladbach, weil sie ab 2023 auf einen großen Teil der Einnahmen aus den Parkautomaten Steuern abführen muss. Um diesen Verlust auszugleichen plädiert die Verwaltung daher dafür, alle Gebühren zu verdoppelt.

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Bislang kann man in der Parkzone 1 für 50 Cent 20 Minuten parken, in der Parkzone 2 sogar 30 Minuten. Dieser Betrag soll sich ab Januar auf jeweils einen Euro erhöhen. Das Tagesticket verteuert sich von fünf auf zehn Euro, das Monatsticket von 50 auf 80 Euro. Einen entsprechenden Beschluss legt die Verwaltung jetzt den Ratsgremien vor (siehe Dokumentation unten).

Die geplanten künftigen Preise im Detail:

Gebühr Zone 1: je angefangene 20 Minuten 1,00 € 
Gebühr Zone 2: je angefangene 30 Minuten 1,00 € 
Tagesticket: nur in Zone 2: 10,00 €
Monatsticket: nur in Zone 2: 80,00 €
Brötchentaste: bis zu 15 Minuten ist das Parken in beiden Zonen gebührenfrei
Freiparken: An Sonn- und Feiertagen, sowie an den vier Adventssamstagen

Mit der Erhöhung der Parkgebühren könnten zum einen die finanziellen Nachteile für den städtischen Haushalts kompensiert werden, heißt es in der Vorlage.

Die Maßnahme haben aber auch eine lenkende Wirkung bei der Wahl der Verkehrsmittel: „Höhere Parkgebühren steigern tendenziell die Bereitschaft, auf Bus und Bahn umzusteigen oder bestimmte Wege, soweit möglich, per Rad oder zu Fuß zu erledigen.“


Hintergrund: Die folgenden öffentlichen Parkplätze zählen zur Parkzone 1

  • Rathaus Stadtmitte
  • Parkplatz vor Stadthaus An der Gohrsmühle
  • Parkstreifen Schloßstraße: von Nikolausstraße bis Am Stockbrunnen
  • Parkplatz Siebenmorgen neben der Kreissparkasse
  • Parkstreifen Bertram-Blank-Straße von Dolmanstraße bis Siebenmorgen
  • Parkplatz Bertram-Blank-Straße
  • Parkplatz am Kopfende des S-Bahnhofs

Alle anderen öffentlichen Parkplätze gehören zur Parkzone 2.

Dokumentation:

Änderung der Gebührenordnung für Parkscheinautomaten (Parkgebührenordnung)

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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22 Kommentare

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  1. Zitat „Gehen wir 2 mal pro Monat weniger auswärts essen und konsumieren wir WENIGER, bezahlen dafür unter anderem mehr für Parkgebühren. Das ist doch machbar“

    Ich gehe nicht 2 mal pro Monat auswärts essen und kann demzufolge auch nicht 2 mal weniger essen gehen. Ich glaube auch nicht, dass 2/3 der Bevölkerung so leben.
    Das ist für mich das gleiche wie die geforderte Einsparung beim Heizen. Wenn man schon sparsam lebt, geht es nicht mehr weiter nach unten.

  2. VORBEMERKUNG: bis auf die unterirdischen weil unsachlichen Pöbeleien einer Frau Hannelore Moll (die sich offensichtlich nur auskotzen will und leider auch darf, zum fremdschämen) herrscht ja trotz unterschiedlicher Meinungen ansonsten in den Kommentaren meist ein sachlicher Ton. Dafür : Danke! Danke! Und bleiben wir weiter kontrovers sachlich.

    ZUR SACHE; ergänzend zu den sachdienlichen Ausführungen von Herrn Eschbach: natürlich ist es schmerzlich bis ärgerlich, wenn gleichzeitig so vieles teurer wird. Aber 2/3 (?) von uns leben im Vergleich zu den meisten anderen Ländern auf als „normal“ empfundenem relativ hohen Niveau. Diese 2/3 können und sollten alle auch mal ZURÜCK SCHRAUBEN können. Gehen wir 2 mal pro Monat weniger auswärts essen und konsumieren wir WENIGER, bezahlen dafür unter anderem mehr für Parkgebühren. Das ist doch machbar.

    Das -unser- Abendland wird DESWEGEN NICHT untergehen. Allen eine gute Woche ohne Schaum vor dem Mund :-)

  3. Ich vergaß,wahrscheinlich war Heinrich Heine auch ein „Stammtischbesucher,“ als er seinerzeit sagte, Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!
    Und es hat nicht nur was mit diesen Parkgebühren zu tun..man sieht und hört es jeden Tag.
    Ich weiß, was kommt..warum sind sie noch hier..auf den Satz warte ich..danke, die Ausrede kennt man!!

    1. Oje, wie verbittert muss man sein.
      „Und dann diese fadenscheinigen Begründungen..von wegen anderer Verkehrsmittel..zum Totlachen. Sie sollten doch froh sein,wenn überhaupt einer nach GL fährt.“
      Nun, es zwingt Sie ja keiner nach Gladbach zu fahren und diese wahnsinns Summe an Parkgebühren zu zahlen.

  4. Die Stadt will die Parkgebühren erhöhen. Das gibt den zu erwartenden Aufschrei, wie immer, wenn die Nutzung des Autos teurer wird. Es ist aber kein Anlass, um zur Attacke auf die Stadt zu blasen, denn es liegt nicht an der Stadt, die ihren Säckel auf diese Weise füllen will. Die Verantwortung liegt beim Bund, der zusätzliche Steuern für die Parkeinnahmen verlangt. Diese Zusatz-Belastungen wiederum müssen umgelegt werden.

    Nebeneffekt dieser Preisanhebung ist ein weiterer konsequenter Schritt in Richtung Verkehrswende. Der begrenzte Raum in der Innenstadt, der seit den 1960er Jahren vom Auto geprägt ist, muss dringend neu verteilt werden.

    Autofahrer werden aber nur dann auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie das Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, wenn dafür die nötige Infrastruktur zur Verfügung steht. Der Zustand des Radwegenetzes lässt bislang noch an sehr vielen Stellen zu wünschen übrig, der Ausbau des ÖPNV-Netzes ist zwingend erforderlich.

  5. Hallo,die nächste Unverschämtheit der entsprechenden Politikern..wen wundert es..sie schmeißen gerne mit Geld von den Bürgern um sich!
    Und dann diese fadenscheinigen Begründungen..von wegen anderer Verkehrsmittel..zum Totlachen. Sie sollten doch froh sein,wenn überhaupt einer nach GL fährt.
    Sie verwechseln die Hauptstr.mit der Kö oder der Schildergasse..
    Aber die Wähler sind selbst schuld!Denn die größten Kälber suchen ihre Schlächter selber!Mahlzeit..hinfort mit solchen Politikern..die leider nur für sich arbeiten und nicht für die Bevölkerung, die z.zt. diesen unerträglichen Belastungen ausgesetzt ist. Weiter so..hoffentlich erwachen mal die Menschen, die es betrifft.

    1. Unerträgliche Belastungen i.H.v. 50 Cent?
      Außerdem muss man das nicht zahlen, wenn man mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem demnächst wieder superbilligen Bus kommt. Dabei übersteigt, wie schon erwähnt, allein Ersparnis beim Autoverschleiß und bei den Benzinkosten die Ersparnis bei den Parkgebühren um ein vielfaches.
      Tatsächlich bin aber auch ich etwas unzufrieden mit der Politik. Die Parkgebühren sind in Bergisch Gladbach viel zu gering, um eine Lenkungswirkung zu erzielen. Dass man hier auf eine Lenkungswirkung verweist, erscheint mir halbherzig. Besonders unzufrieden bin ich über die Tatsache, dass es immer noch die Brötchentaste gibt.

    2. Nur mal so gefragt: In welcher Partei sind sie aktiv um den Blödheitsgrad der Politiker zu senken? Ich vermute in keiner, denn meckern über die Entscheider und sie beleidigen ist bequemer, als selbst Verantwortung zu übernehmen.

    3. „Sie sollten doch froh sein,wenn überhaupt einer nach GL fährt.“

      Dann fahren Sie einfach nach Köln. Sie werden mit den Ohren wackeln, wenn Sie die dortigen Parkgebühren sehen.

  6. Zu: höhere Parkgebühren.
    Bensberg und Bergisch Gladbach werden dadurch noch unattraktiver.Die Geschäftsleute wird es ebenfalls nicht erfreuen! Schade für die Bürger:innen,man kann Sie gendergerecht nun auch Bürgende nennen!!!

  7. Dann brauchen wir die Parkplätze in der Bensberger-Fussgängerzone nicht mehr! In dem Schlossgalerie-Parkhaus ist das Parken günstiger und wir bekommen wieder eine autofreie Fußgängerzone!

  8. Bla, bla, bla, Christian-Anders, Märchenerzähler, was soll das mit der Inlation und Erhöhung aller Kosten? Wollen Sie damit vielen Menschen, die ohne Auto nicht weg kommen wie Menschen mit Behinderung, Menschen, die Kinder bei sich haben, Menschen die große Pakete tranportieren müssen, Mehrkosten aufdrücken, weil Sie scheinbar immer mit dem Rad fahren und den bösen Autofahrern das an den Hals wünschen?

    Wie wäre es, wenn die Stadtverwaltung ob der künftig großen Fahrradwelle dann auch Ständer für die Drahtesel aufstellen würden, damit nicht überall rumstehen?

    1. Und schon wieder müssen all die Mühseligen und Beladenen unfreiwillig als Rechtfertigung für Ihre persönlichen Prioritäten herhalten. Das ist schon ein bisschen peinlich.

      Und was Sie so nonchalant mit „Bla, bla, bla“ abtun, trifft doch den Kern der Sache: Über 50 Cent wird lamentiert, als stünde der Untergang des Abendlands ins Haus, dabei ist das ein Klacks im Vergleich zu dem, was das Autofahren in diesen Tagen wirklich ganz erheblich verteuert.

  9. Bei der Diskussion zeigt sich, dass Autofahrer lediglich „out of pocket money“ wahrnehmen und hier starke Aversionen gegen Preiserhöhungen an den Tag legen. Allerdings sind Kosten für Parkscheine vernachlässigbar im Vergleich zu Abschreibungen, Kraftstoff- und Reparaturkosten. Kostensteigerungen um 10 % (wie hoch ist die Inflation gerade?) bei den Reparaturen dürften wohl das kleine Vergnügen des Einkaufs mit dem Auto weitaus teurer machen als eine Steigerung der Parkgebühren um 100 %. Gleichzeitig wird die Erhöhung der Reparaturkosten keinen Autofahrer aus der Stadt fernhalten. Ich persönlich glaube ich nicht, dass die Erhöhung der Parkgebühren viele abhalten wird.

  10. Man sollte sich auch den Grund für die Erhöhung nochmal bewusst vor Augen führen. Eine kommunale Verwaltung, die letztlich aus Steuergeldern finanziert wird, soll ab sofort auf ihre „Einnahmen“ selbst Steuern zahlen. Das ist im Endeffekt verrückt und zeigt den Steuerwahnsinn in diesem Land.

  11. Das ist eine tolle Idee. Dann werden weniger Einkäufe in der Stadt stattfinden, das ohnehin schon sehr beschränkte Angebot an Einzelhandelsgeschäften wird noch mehr zurück gehen. und die erhofften Mehreinnahmen an den Parkautomaten wird nicht stattfinden. Es gibt doch die Onlineshops, die uns Bütger doch ohnehin schon besser bedienen, als die wenigen Fachgeschäft in den 3 Stadtzentren.

  12. Das wird zu mehr ordnungswidrigem Parken und Halten an anderen Stellen führen (das wegen Personalmangels nicht verfolgt wird). Als Fußgänger und Radfahrer spreche ich den Verantwortlichen mein Unverständnis darüber aus, dass die Konsequenzen nicht bedacht wurden.

    1. Das wird durchaus verfolgt, habe mir im Bekanntenkreis schon wiederholt Klagen über Knöllchen anhören müssen.

  13. Diese Maßnahme wird ihnen präsentiert vom Internet-Handel mit einem herzlichen Dankeschön für die kostenlose Ankurbelung des Umsatzes.

      1. Mir kommen die Tränen, immer dieselbe Ausrede..lächerlich!!
        Hier sind wohl einige,die lieber die Postkutsche wieder haben wollen..wunderbar..nur wer sammelt die Pferdeäpfel ein…?
        Das wäre doch ein Job für die Kontrolleure..aber nein es gibt so Säcke für die Rückseite der Pferde..von Hand geklöppelt..und verteilt..
        Das wird schon ,wir gehen rückwärts..

    1. Nicht nur das. Es gibt auch ein Parkvermeidungssystem. Nicht gerade patriotisch aber wirkungsvoll. Man kann auch neben die Parkuhr fahren, einer kauft ein und ein zweiter bedient alle 15 Minuten die Brötchen Taste. Aber ist ein ruhiges Gewissen das Wert?