Eigentlich war die aktuelle Müllaktion in Paffrath ein Erfolg – zehn Säcke voll Abfall sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings auch, was die Sauberkeit im Stadtteil angeht: der Wegwerfdreck wird offenbar mehr. Dazu gehört sogar Sondermüll und Elektroschrott.

Wenn zehn Frauen, Männer und ein Kind in zweieinhalb Stunden zehn blaue Säcke voll mit Wegwerfmüll sammeln, ist das vom reinen Ergebnis her ein voller Erfolg. Mitorganisatorin Sabine Baier schlägt aber in ihrer Bilanz zur diesjährigen Müllaktion in Paffrath auch kritische Töne an: „Wir haben den Eindruck, dass der Wegwerfdreck – an den Parkplätzen, den Weg- und Straßenrändern oder in Grünanlagen – nicht nur ständig neu anfällt, sondern eher mehr wird.“

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Besonders auffällig: An Parkplatzrändern und hinter Buschwerk entdeckten die ehrenamtlichen Müllbeseitiger(-innen) einen Eimer mit Sondermüll.  Elektroschrott-Teile, darunter ein ausrangierter Computer-Drucker, gehörten ebenso zu den Fundstücken wie ein buntes Kinder-Keyboard. 

Hinweis der Redaktion: Der Wertstoffhof Kippemühle (Refrather Weg 34) ist an jedem Werktag geöffnet und nimmt Müll jeder Art an, zum größten Teil kostenlos.

Wer die Situation in Bergisch Gladbach aus eigener Anschauung kennt, „der fragt sich mehr und mehr, wo diese zunehmende Wegwerfmentalität noch hinführen soll“, gibt Michael Nußbaum kritisch zu bedenken. Er gehört nicht nur dem Paffrather Organisations-Team an und ist bei jedem Aktionstag dabei, er bemüht sich auch um die regelmäßige Säuberung und Entmüllung des „Kölner Fensters“ und der Gegend um das Steinerne Kreuz hinter dem Paffrather Friedhof. 

Nachverfolgung von Müll-Sündern

„In unserer Gruppe herrscht Einigkeit darüber, dass es deutlich mehr Bewusstseinsbildung in Sachen Stadt-Sauberkeit geben müsste“, betont Michael Nußbaum. Und Angelika Schlösser, schon seit Jahren bei Müllsammel-Aktionen in unterschiedlichen Gruppierungen dabei, geht noch weiter: „Es fehlt an einer systematischen Nachverfolgung von Müll-Sündern. Warum werden neuralgische Stellen nicht per Video überwacht? Warum werden schlimme Funde von Sondermüll nicht stärker in der Presse thematisiert?“

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Gleichwohl gab es beim Paffrather Herbstputztag auch wieder schöne Momente. Erstmals war Mareike Merkle mit ihrer Tochter Lena dabei. Beide erwiesen sich als ein erfolgreiches Duo und steuerten am Ende einen vollen Müllsack zum Gesamtergebnis. Sie wollen jetzt regelmäßig mitmachen, wie Frau Merkle später erklärte.

Gelbe Warnwesten für alle

Auch die gelben Warnwesten, gesponsert von der Interessengemeinschaft Paffrath e.V., kamen nicht nur bei den Aktiven gut an, sondern wirkten auch auf Passanten. Sabine Baier: „Wir sind immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern – den gelben Westen sei Dank – angesprochen worden; es gab nur Lob und Anerkennung, was unsere Leute auch echt verdient haben.“

Wie sehr die Interessengemeinschaft, in der alle Paffrather Geschäftsleute zusammengeschlossen sind, die regelmäßigen Putzaktionen schätzt, zeigte sich daran, dass der Vorsitzende der IG Paffrath, Dr. Reinhard Prinzen, einmal mehr aktiv dabei war. Er besitzt sogar schon eine eigene Müllzange. Sabine Baier: „Diese Unterstützung wissen wir zu schätzen. Das motiviert.“

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1 Kommentar

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  1. Wie gut, dass in-gl immer wieder über diese Müllsammelaktionen der sozialsten und besten Bürger unserer verdreckten Stadt berichtet.
    Fühlen wir uns aufgerufen, zumindest gelegentlich mitzuhelfen (gegen die VollkaskoMentalität „der Staaat soll“ )
    Wie könnten wir besser außer Appellen die asozialen Pardon:Schmarotzer an deren Gewissen packen ? Oder ist das das Gleiche wie Appelle ?