Die Neugestaltung der Laurentiusstraße trifft auch bei Radfahr-Verbänden auf Widerspruch: Die Initiative ProVelo nimmt im Rahmen der Bürgerbeteiligung Stellung und kommt zu einem harten Urteil. Die geplante Verengung der Einbahnstraße erhöhe die Gefahr für Radfahrer:innen – und könne beim Autoverkehr zu einem Chaos führen.

Nach Einschätzung von ProVelo sind auf Basis der veröffentlichten Pläne für den Umbau der Laurentiusstraße erhöhte Gefahren für den Radverkehr (Einbahnstraße wird noch schmaler) und ein Verkehrschaos für Kfz zu befürchten. Im Detail gehen wir dazu in einer Stellungnahme zur Bürgerbeteiligung ein, die wir weiter unten dokumentieren.

Leider sind unseres Wissens die Ergebnisse der letzten Bürgerbeteiligung nicht veröffentlicht worden. Wünschenswert wäre eine kurze Zusammenfassung der Bürgerwunsche und eine anonymisierter Liste mit alles Beteiligungen, damit sich Interessierte oder auch die Presse selber ein Bild davon machen können. Jetzt hat es den Anschein, dass einige sinnvolle Anregungen nicht in die aktuellen Pläne mit eingeflossen sind, oder nicht so positiv umgesetzt werden, wie es möglich wäre. 

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Laurentiusstraße: Mehr Raum für Fuß- und Radverkehr, weniger Parkplätze

Nachdem der Plan, die Laurentiusstraße zur Fahrradstraße umzuwandeln gescheitert war, hat die Stadt mit der Politik neue Pläne für eine Aufwertung der schmale Straße in der Innenstadt geschmiedet. Die Aufenthaltsqualität soll verbessert, dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum gegeben werden, ein Großteil der Parkplätze wegfallen. Diese Vorschläge werden jetzt präsentiert.

Es ist zudem schade, dass die Pläne schon vorab mit der Politik abgesprochen wurden, ohne die Interessenvertreter des Radverkehr zu dem Treffen einzuladen. Da hätten sicher im vorhinein einige negativen Kritikpunkte wegfallen können. 

Im folgenden unsere Einschätzungen, positive wie negative, im Detail. Die kompletten Pläne werden unten dokumentiert.

1. Verschwenkung am Rathaus fällt weg (positiv) 

Erfreulich ist, dass die Verschwenkung des Schutzstreifens am Rathaus wegfällt. (Die Form des jetzigen Schutzstreifens sieht man in den Plänen als schwarze dünne Linie angedeutet.) In den “Außenbögen” sind Autos öfter nah an den Schutzstreifen gekommen. Dies ist jetzt schön großzügig verbessert worden. 

2. Kurve gegenüber Kirche wird geschnitten (negativ) 

In der Kurve vor Hausnummer 5 (gegenüber der Kirche) ist eine gehwegseitige Verbreiterung des Schutzstreifens wünschenswert. Die eingeschränkte Sicht kurz vorher auf entgegenkommenden, die Kurve schneidende KFZ, ist eine kleine Gefahrenstelle. 

Die farblichen Flächen zeigen die Planung an, die schwarzen Linien den Bestand.

3. Ladezone (positiv) 

Ladezonen sind auch im Zuge des wachsenden Versandhandels und Essenslieferungen sehr zu begrüßen!  Allerdings ist die Ladezone evtl. auf Höhe der Geschäfte (Hsnr. 19-23) besser aufgehoben? 

4. Schmale Fahrbahn vor Hausnummer 18 (Bike-Fabrik) (negativ) 

Die Verschmalerung der Fahrbahn auf nur 2,50 m nimmt Radfahrern den nötigen Sicherheitsraum. Bereits vor der Markierung des Schutzstreifens war die Polizei u.a. Aufgrund der schmalen Fahrbahn gegen die Öffnung der Einbahnstraße. Es gibt Begegnungsfälle SUV/Lieferverkehr mit Fahrradanhänger/Lastenrad.

Eine solche schmale Fahrbahn ist zwar rechtlich erlaubt, bezieht sich aber auf “normale” Straßen: Wenn der Platz zum Überholen nicht ausreicht, wird hinter Radfahrern hergefahren oder die Gegenfahrbahn zum Überholen genutzt. Hier in der Einbahnstraße *muss* aber aneinander vorbeigefahren werden. Daher sollte die Fahrbahn nicht noch schmaler werden als derzeit! 

5. Engstellen an der Mauer (negativ!!) 

Die Fahrbahnverengung auf nur 4,50 m ist zwar rechtlich erlaubt, ergibt aber wie die engen Maße des letzten Punktes keinen Sinn! Zwischen zwei sich begegnenden PKW (>2,00m) oder gar SUV (bis zu 2,20m, vereinzelt sogar bis 2,28m) gibt es keinen Platz. Es bleiben nur ca. 3-17 cm Abstand jeweils zu den Bordsteinen und zwischen den PKW. Hier ein eindrucksvolles Video zur Veranschaulichung.

6. Wegfall der unteren Kanzel (positiv) 

Durch den Wegfall der unteren Kanzel der Tiefgarage können Radfahrer auch bei Gegenverkehr sicher bergab fahren (siehe Plan-Ausschnitt unter 7.)

7. Verkleinerung der oberen Kanzel (negativ) 

Durch eine alleinige Verkleinerung der Kanzel kann der Radverkehr auch bei Gegenverkehr sicher an der Kanzel vorbeifahren. Allerdings wurde in den Plänen der Fußweg um das entspreche Maß verbreitert, so dass daraus ein Nullsummen-Spiel wird. So war der Wunsch von ADFC und ProVelo nicht zu verstehen! 

8. Fahrbahnverengung oberhalb der Kanzel (negativ) 

Auch hier soll sie Fahrbahn auf nur 4,50m verengt werden. Dadurch können Kfz von “oben” nicht gut die Kurve an der Kanzel einsehen und stehen den Kfz von “unten” im Weg. Es bildet sich Stau, der auch den Radverkehr blockiert. 

9. Fahrradpiktogramme (positiv, geht besser) 

Laut neuesten Verkehrswissenschaftlichen Untersuchungen sollen Fahrradpiktogramme immer mittig in der Fahrspur angeordnet werden, und nicht am Rand des Rinnsteins. Es ist mehrfach belegt, dass Radfahrer die am Rand der Gosse fahren, viel dichter von Kfz überholt und damit gefährdet werden. Außerdem muss ein gewisser Abstand zum Bordstein und vor allem zu Parkplätzen eingehalten werden. 

10. Verschmalerung der Fahrbahn (negativ) 

Oberhalb der Einmündung “Am Broich” sollte der 50cm Sicherheitsraum der Parkplätze vorher nicht durch einen Bordstein umgesetzt werden, sondern durch Linien. Die Verlegung des Bordsteins verengt den (für Kfz nutzbaren) Raum der Fahrbahn, und somit für den Radverkehr noch weiter. Ebenso wird es dort durch die Verbreiterung des südlichen Gehwegs (+verschieben der Parkplätze) für den Radverkehr noch enger. 

11. Parkplätze vor Hausnummer 72-74, 86 

Aus unserer Sicht spricht wenig dagegen, die Parkplätze vor den Häusern 72-74 und 86 zu belassen, so wie in den Plänen von 5.8.22 zu sehen. Zum Beispiel auch als Kurzzeit-Parkplätze zur Begünstigung der anliegenden Geschäfte. 

„Mehr Platz für den Radverkehr“ trifft nicht zu

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Verengung der Fahrbahn vor allem die Radfahrer trifft. Man kann also mitnichten von „mehr Platz für den Radverkehr” sprechen, sondern im Gegenteil.

Die Pläne vom 5.8.22 erschienen doch ganz gut zu sein, bis auf die Kritikpunkte, die die Fahrradverbände damals an die Stadt weitergereicht haben: Verschwenkung vor dem Rathaus, mögliches schneiden der Kurve bei Hausnummer 5, Wegfall der unteren Kanzel + Verkleinerung der oberen Kanzel, und des (wegen der Fahrradstraße) fehlenden Schutzstreifens. 

Die aktuelle Planung bietet zwar breitere Gehwege für die verschiedenen Gruppen der Gehwegnutzer, jedoch vor allem auf Kosten der Sicherheit des Radverkehrs und einer Stauung des Kfz-Verkehrs in den 4,50m schmalen Engstellen sowie der verlorenem PKW-Parkplätze für Geschäfte und ggf. Anwohner.

Vermutlich sind die Verbreiterung der Gehwege bzw. die Einschränkungen der anderen Verkehrsarten (inkl. deren Sicherheit) deutlich teurer als eine einfache Fahrbahndeckensanierung mit den genannten kleineren Verbesserungsvorschlägen. 

Dokumentation: Der aktuelle Entwurf der Stadt

ist eine Interessengemeinschaft, die sich für Verbesserungen im Bereich Radverkehr einsetzt.

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  1. @Herr Havermann: “werde ich niemals verstehen”
    Nur weil man etwas nicht versteht bzw. die Laurentiusstraße nicht schön findet, braucht man nicht gleich grantig werden. Ich habe viele Jahre in der Laurentiusstraße gewohnt und kenne diese daher, im Gegensatz zu Ihnen, sehr gut. Die obigen Zeichnungen und Aussagen sind durchaus nachvollziehbar.
    Da die L-Straße nun durch Kraftfahrzeuge UND Radfahrende UND Fußgänger genutzt wird, finde ich es sehr plausibel, dass, wenn man schon eine neue Fahrbahndecke aufbringt, VORHER feststellt, wie alle Wege optimiert und begradigt werden können bzw. auch müssen.

  2. Herr Kleinert, bin doch sehr enttäuscht über das, was sie meinem Kommentar zu entnehmen in der Lage sind.

    Wie kann man tote Gegenstände hassen? Und Dinge, die ich für Unsinn halte, weil nicht durchdacht, dem Popanz Drahtesel geopfert und reinen Behauptungen unterworfen, werde ich niemals verstehen. Warum hält denn Ihre Verwaltung die Statistiken zurück, die sich it dem Aufkommen von Fußgängern, Drahteseln und dem MIV befassen? “Fußgängerfreundliche Geschäftsstraße”, den Begriff hatten sie früher nicht auf dem Schirm. Und womit identifizieren sie das, etwa mit den 3 Geschäften in einer ansonsten häuserschluchtähnlichen Straße? Wie viele Fußgänger bewegen sich wirklich dort im Schnitt, iwe viele Fahrräder wollen tatsächlich über diese Straße in die Stadtmitte, wozu die L.-Str. sicher nicht gehört?

    Wer ohne Vorurteile, die natürlich schlecht sind, wenn sie einer politisch ideologischen Richtung nichr folgen, die L-Str. betrachtet, muss Politiker sein mit der gewünschten Ideolgie. Dem Murks folgend, der auf der Kölner und der Buddestr. in Bensberg verzapft wurde, dem Hurra für 400 m Fahrradstraße zwischen 2 Kreiseln, sind die krampfhaften Versuche, doch noch was aus der L-Str. zu machen, schon lächerlich.

    Die Behauptung, es gehe nicht mehr um den Radverkehr, obwohl er zu den Kernthemen zählt, beweist, dass ihr Bürgermeister ihnen und den Drahtesel-Lobbyisten in die Suppe gespuckt hat und nun mit ähnlicher Zielsetzung eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden soll. Und helfen sie mir, wenn sie wollen:
    – Wie kann man aus meinem Text lesen, ich wäre noch nie in der L-Str. gewesen? Nur weil ich die Zeichnungen nicht zu lesen vermag?
    – Wieso dient ein Video einer Unterführung zur Beweisführung irgendeines Fates auf der L-Str.?
    – Woher kommt da plötzlich Gegenverkehr am “Bock”?
    – Wie können in einer Einbahnstraße plötzlich zwei “sich entgegenkommenden” PKW einander behindern.
    – Wie kann der Radfahrer bergauf hinter dem “Bock” keinen entgegenkommenden PKW sehne, weil dort “geschnitten” wird?

    And so on, and so on. Die Thesen von pro-velo scheinen größtenteils nicht verständlich – wahrscheinlich aber nur mir!

    1. Ein Fahhrad ist wie ein Auto kein toter Gegenstand, weil beides nie gelebt hat.
      Es wäre besser, von unbelebten Gegenständen zu sprechen.
      Kann man die hassen oder lieben?

  3. Da ich mich mangels Ausbildung nicht in der Lage sehe, die Zeichnungen zu lesen, muss ich mich an den Text halten.

    1) Eine “Verschwenkung” bedarf m.E. der Erklärung und von wo aus sind die “Außenbögen” zu sehen?
    2) Die dargestellte “Gefahrenstelle” erschließt sich mir nicht. Wie kann ein Auto dort eine fast nicht vorhandene Kurve “schneiden” bei der geringen Straßenbreite und wo kommt es her? Einbahn-Regelung vergessen?
    3) Einen anliefernden Sprinter in einer ausgewiesenen Ladezone zu sehen, wird ein seltenes Erlebnis sein. Die parken dort, wo sie am schnellsten abliefern können.
    4) Wenn eine Fahrbahn (das ist wohl der Teil der Straße für den MIV) zugunsten der Radstreifen, oder wie immer sie genannt werden wollen, schmaler gestaltet wird, gerät das zum Nachteil der Fahrradfahrer???
    5) Wo können sich im jetzigen Zustand der Straße 2 MIVs begegnen? Und wo haben sie das Video aufgenommen? Sicher nicht auf der L.-Str.
    6) Wer predigt denn auf dieser Kanzel, der heilige . . . ja gibt es einen Fahrradheiligen?
    7) Jetzt sind auch noch die bösen Fußgänger dran!
    8) Ich bin die ganze Zeit von einer Einbahnstraße für den MIV ausgegangen. Jetzt lese ich über “KFZ von oben” und “KFZ von unten”. Übereinander?
    9) Und die Stadt weiß nichts von den “neusten verkehrstechnischen Untersuchungen”?
    10) Wieder Verengung der Fahrbahn zu Ungunsten der Räder. Ich blicke das nicht.
    11) Wie großzügig aber zu wenig. Auch diese Situation sollte in einer seriösen Betrachtung, die angeblich lange vorliegt, von der Stadt aber unter Verschluss gehalten wird – warum wohl – wie die Belange aller dort Involvierten aufgenommen sein.

    Natürlich wird ein Verein, der sich pro-velo nennt, nicht den Belangen der anderen Verkehrsteilnehmern das erste Wort reden. Jedoch scheint es mir unerlässlich, den Verkehr als Ganzheit zu betrachten und nicht zu versuchen, den MIV möglichst ganz von der Straße zu verbannen und die Fußgänger nur am Rande mitleben zu lassen. Die Fokussierung auf das nicht motorisierte Zweirad trieb schon arge Blüten. Der Gipfel war die Buddestraße in Bensberg!

    1. @”Da ich mich mangels Ausbildung nicht in der Lage sehe, die Zeichnungen zu lesen”
      Sehr geehrter Herr Havermann, mir scheint, Ihre Verständnisschwierigkeiten liegen eher daran, dass Sie bereits seit vielen Jahren nicht mehr durch die Laurentiusstraße gefahren sind? Nur so kann man sich erklären, dass Ihnen nicht bekannt ist, dass die Verkehrsteilnehmer, die von der Straße “Am Broich” kommend und in die Laurentiusstraße einfahren, nach links UND nach rechts abbiegen dürfen. Hiermit hat sich vielleicht ein Teil Ihrer Unklarheiten, z. B. Ihr Punkt 5 oder 8, bereits erledigt?
      Weiterhin muss man wissen: dem Verkehr, der von der Straße “Am Broich” kommend in die Laurentiusstraße nach links oder rechts einfährt, ist Vorfahrt zu gewähren! An dieser Ecke kommt es häufiger zu Missverständnissen und Überholmanövern. Das entsprechende Verkehrsschild dort scheint vielen nicht (mehr) bekannt zu sein.

    2. Ach, Herr Havermann…Ihre Nörgelei zeigt zweierlei: Dass Sie Fahrräder hassen (ist bekannt), und dass Sie Dinge, die Sie aus einem Bauchgefühl heraus ablehnen, nicht verstehen *wollen*.

      Würden Sie die aktuellen Planungen vorurteilsfrei betrachten, würden Sie erkennen, dass es dabei gar nicht um den Radverkehr geht – sondern um eine Aufwertung der Straße, weg von der Durchfahrts-, hin zu einer fußgängerfreundlichen Geschäftsstraße. Es ist bedauerlich und erschwert sicher es das Verständnis, dass Sie die Zeichnungen nicht zuordnen können – aber deswegen so zu tun, als wären Sie noch nie in der Laurentiusstraße gewesen, scheint mir etwas albern.

      (In meinem ersten Post ging ich fälschlicherweise davon aus, dass es noch um einen Umbau zur ‘Fahrradstraße’ geht – das sei hiermit korrigiert.)

  4. Einige der im Artikel genannten Punkte sollte man sicherlich im Detail genau prüfen. Das wird die Verwaltung tun, dafür war die Bürgerbeteiligung gedacht.

    Bei der Umgestaltung geht es aber nicht nur um Radverkehr, sondern auch um Fußverkehr, Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung. Dazu trägt die Verengung der Straße bei: Alle müssen etwas langsamer und vorsichtiger fahren und es gibt breitere Gehwege, Sitzgelegenheiten und Radabstellanlagen. Der Verkehrsraum ist nun mal begrenzt, daher müssen Kompromisse gefunden werden.

    1. Halloooooo Herr Ufer, zum x-ten Mal, wo sind denn die Zahlen der Verkehrsuntersuchungen??? Anhand solcher Zahlen kann man erkennen wie viele Fahrzeuge (PKW, LKW, Fahrräder, aber auch Fußgänger) sich täglich auf der Laurentiusstraße bewegen, zu welchen Zeiten und mit welchen Geschwindigkeiten, und ob diese Zahlen solche Maßnahmen auch begründen. Wenn eine Verwaltung den Anwohnern einfach einmal ohne sachliche Begründung fast alle Parkmöglichkeiten in der Straße streicht, wird das Verwaltungsgericht (wie hier schon berichtet) das um die Ohren hauen. Hierzu gibt es zahlreiche eindeutige Urteile. Da man aber in GL, besonders BM Stein, meint alles besser zu wissen (bereits geschätzt 100.000 Euro zur Laurentiusstraße verbrannt), wird auch hier wieder viel viel Geld aus dem Fenster geworfen werden. Und einmal unter uns…..es hat ja einen Grund warum diese Zahlen, sollte es sie überhaupt geben, nicht veröffentlicht werden. Und auch warum man nicht die Anregungen der Bürger veröffentlicht. Weil es den Grünen nicht passt, weil die Grünen das ideologisch fixiert durchziehen wollen. Also nochmal, Herr Ufer – WO SIND DIE ZAHLEN????

      1. Herr Ufer, jeder mit Kenntnissen im Bereich Verkehrs- und Stadtplanung schlägt bei diesem „Gutachten“ die Hände über den Kopf zusammen. Das ist kein Gutachten, das erinnert eher an eine misslungene und schlechte Bachelorarbeit. Die völlig berechtigte Kritik an diesem „Gutachten“ bzw. „Büro für Stadtverkehrsplanung“ kam ja bereits öfters auf. Ich erinnere hierbei auch gerne an den Vorschlag des abfließenden Verkehrs in die Buchmühle, der in einem Fiasko endete.
        Die genannten Verkehrsmengen KFZ sind lächerlich gering, ganz besonders die der ermittelten Fahrräder (7 am Tag bzw. 16 in Gegenrichtung!). Wo sind die Tages- und Stundenauswertungen? V85 falsch bewertet. Überall Widersprüche, Falschanalysen und Aussagen. Nicht im Ansatz fundierte Begründungen für die geplanten Maßnahmen.
        Daneben sind diese „Zählungen“ in der Coronazeit durchgeführt worden (mit welchen Instrumenten eigentlich?), zuletzt war die Laurentiusstraße zu der Zeit noch nicht für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben. Dieses Werk soll die Grundlage für die neue Planung und Maßnahmen sein? Echt jetzt?
        Wie unprofessionell, wie hilflos kann eigentlich eine Verwaltung und die kommunale Politik nur sein?
        Herr Ufer, machen Sie mal, zusammen mit BM Stein, weiter. Das wird ein Spektakel werden. @ Herr Nagelschmidt und Anwohner: Lehnen Sie sich entspannt zurück und warten ab, bis dieser Fachtrupp konkrete Maßnahmen beschließt und umsetzen möchte. Auch die Finanzierung sollte stehen, am besten auch noch die Vergabe und die Auftragserteilung. Alles bis unmittelbar vor dem ersten Spatenstich. Und dann wenden Sie sich an eine größere RA Kanzlei mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht (z.B. Lenz Johlen) und das „grüne Projekt“ verschwindet am Tag vor dem Startschuss krachend in der Versenkung.

      2. Wie heißt es so schön: Mensch bekommt immer die Art von Verkehr, für die Infrastruktur gebaut wird. Verkehrszahlen, die sich auf den bisherigen Zustand beziehen, sind daher ziemlich uninteressant.

        Wir reden hier über eine Umgestaltung der L-Straße, die deren Charakter deutlich verändern würde: Weg von der unattraktiven de-facto-Durchfahrtsstraße, hin zu einer ruhigen Geschäfts- und Wohnstraße mit Platz und Aufenthaltsqualität. Teil der ‘Guten Stube’ sozusagen, in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz. Hauptnutznießer dieser Umgestaltung sind bzw. wären die Händler und Anwohner:innen.

    2. @HorstL: “jeder mit Kenntnissen im Bereich Verkehrs- und Stadtplanung”

      Welche sind denn Ihre Kenntnisse in Verkehrs- und Stadtplanung?
      Wie kommt man mit dem Auto so schnell wie möglich von A nach B?
      Die Innenstädte müssen (warum auch immer) total verdichtet werden?
      Wozu braucht es Radwege wenn man auch mit dem Auto fahren kann?
      Wozu noch mehr und preiswerten ÖPNV wenn man auch bequem mit dem Auto fahren kann?
      Immer mehr Parkplätze müssen her, möglichst auch welche vor der eigenen Haustür?

      Und jetzt stehen wir vor dem ganzen verbockten Mist und den Folgen (Überschwemmungen, schlechte Luft, Klimaschäden, Hitzenotfälle u.a.).

      Man muss kein “Grünenwähler” sein um die Anhäufung von verfehlter Verkehrs- und Stadtplanung in der Vergangenheit zu erkennen.

  5. Mir als Bewohner der bösen L-Straße wird’s jetzt allerdings auch peinlich; als hätten wir in GL keine anderen Sorgen, wird hier ständig über unser kleines Luxusproblem schwadroniert. Fakt ist doch : es funktioniert an sich prima, Unfälle zwischen Radlern und Autos sind mir nicht bekannt (Auto gegen Auto ja ;-) ich kann die komplette Laurentiusstraße mit dem Fahrrad relativ dominant in beide Richtungen nutzen ohne daß mich jemand abdrängt oder gar hupt, lediglich die
    beiden sog. Kanzeln links und rechts der Tiefgarage HsNr 51 (3-5 Fahrzeuge am Tag) können beide weg. Den Rest machen wir, wie ich schon seit Jahren fordere:
    “Mit 2 Eimern Farbe”. Die Piktogramme auf der Fahrbahn sind das A und O um
    klare Information an Alle zu vermitteln. Wenn wir vielleicht doch mal endlich das Tempo 30 – auch für Taxifahrer – mit Blitzern oder Dialogdisplays hier kontrollieren würden, wäre dann eigentlich Schluß mit der Aufregung und auch mit den Kosten. Wenn ihr da jetzt noch den Straßenbelag erneuern würdet, super !!
    Aber alle andern baulichen Finessen sind meiner Ansicht nach unnötig.
    Lutzky, HsNr 52

  6. Sehr schön an den Plänen finde ich, dass sie Fußgängern deutlich mehr Platz geben und einiges Grün (da geht noch mehr!) hinzukommt. Das dürfte den Charakter der Straße grundlegend verändern – eine enorme Aufwertung zugunsten der Anwohnenden (Grundstückswert…) und der Geschäfte!

    Der Radverkehr scheint mir dagegen ein eher untergeordneter Aspekt beim geplanten Umbau zur “Fahrradstraße”. Das führt leider dazu, dass die Sicherheit von Radfahrenden offenbar nachrangig behandelt wird: Durch die (prinzipiell positive) Verengung der Straße ergeben sich für sie an mehreren Stellen deutliche Gefahren. Das gilt insbesondere für den Abschnitt bei den Geschäften/ Cafés (nur 4 m Fahrbahnbreite – s. Punkt 4) sowie unmittelbar oberhalb der Einmündung Am Broich (Punkt 10): Wenn Autos aus Am Broich rechts abbiegen und dabei Abstand zum Bordstein lassen, wird es für entgegenkommende Padler:innen schnell sehr, sehr eng!

    Bei allem, was sonst positiv ist am Entwurf: Hier muss nachgebessert werden!

  7. Liebe Meckerer auf allen Seiten,
    Politik ist die mühsame Suche nach Kompromissen. Und dieser Entwurf ist genau das. Eine unter vielen Beteiligten abgestimmte Planung. Zu genau dieser Planung konnten Stellungnahmen abgegeben werde, die im kommenden Mobilitätsausschuss besprochen werden.

    Wir könnten jetzt noch zig Runden drehen und jede*r wird mit Sicherheit noch einen weiteren Verbesserungsvorschlag finden – ich wäre dafür, nun endlich mal anzufangen. Ich will, dass die Bagger endlich rollen!

    1. Ach Frau Meinhardt, Grünenpolitk heißt, wir sehen es ja im Bund, Bevormundungs- und Bestimmungspolitik. Andere Meinungen werden nicht akzeptiert. Wer eine andere Ansicht hat, der irrt sich einfach. Bürgermeister Stein und Sie unterschlagen den Bürgern weiterhin die Zahlen und die Vorschläge und Anregungen der Bürger. Damit sie ihre ideologisch geprägte Verkehrspolitik durchsetzen können. Bürgermeister Stein macht, beziehungsweise muss das mitmachen, da er ohne die Grünen nur eine kleine Leuchte in der GLPolitik wäre. Machen Sie mal weiter. Spätestens bei einer Klage vor dem Verwaltungsgericht werden sie Zahlen vorlegen müssen und begründen müssen, warum solche Planungen und Entscheidungen sein sollen. Kanzleien wie Lenz Johlen nehmen Sie vorm VG auseinander. Und dann werden sie ihr „blaues“ Wunder erleben.

      1. Irgendwie habe ich nicht verstanden, was Sie konkret von der Kommunalpolitik möchten/erwarten. Oder geht es Ihnen nur um Ihre eigenen Vorbehalte gegenüber grüner Politik? Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein abgebrochener Verkehrsversuch von einigen Tagen belastbare Zahlen hergeben kann.

    2. Die Schlüsselindustrien, wozu auch die Automobilwerke gehören, haben das Polster geschaffen auf dem man heute die Radfahrwegedramen kostenträchtig vorführt. Herr lass es Vernunft regnen!

  8. Das ganze Thema Laurentiusstraße ist eine Farce. Bürgermeister Stein und Konsorten halten weiterhin die angeblich vorhandenen Zahlen der Verkehrsuntersuchungen geheim. Bürgervorschläge und Anregungen werden nicht veröffentlicht. Stattdessen wieder Heimlichtuerei und Kungelei. Wenn jetzt sogar schon Fahrradverbände die Planungen und das Verhalten kritisieren, sollte es doch wohl wirklich langsam klingeln. Aber nein, und wenn Bergisch Gladbach alles hinüber sein sollte, Bürgermeister Stein und seine Grünen werden versuchen, mit aller Macht irgendwo eine Fahrradstraße oder Ähnliches zu schaffen. Schwacher Trost – sobald jemand vor einem Verwaltungsgericht Klage gegen die geplanten Maßnahmen einreicht, wird Stein das ganze um die Ohren fliegen.

    1. Wozu der ganze Text, das geht doch viel einfacher: Die grünen Ideologen sind böse, machen in ihrer Verbohrtheit alles falsch und werden den Untergang des Abendlandes herbeiführen. Aber wenn erst einmal die derzeitige Opposition das Sagen hat, wird das Paradies auf Erden herrschen. Na, sehen Sie, war es nicht das, was Sie eigentlich schreiben wollten?

      1. Harald hat doch vollkommen Recht, oder ist Kritik an der ideologischen Verbohrtheit der Grünen falsch oder sogar schon rechts? Das heißt ja nicht, dass andere Parteien alles richtig machen. Aber wenn Informationen gezielt zurückgehalten werden, kommt sich der Bürger schon verar… vor.

    2. Ich hatte befürchtet, dass in weiten Teilen sehr konkrete, differenzierte und detailliert ausgearbeitete Kritik von ProVelo als Instrument genutzt werden wird, um damit die Grünen – deren Fraktion im Übrigen allein nicht mehrheitsfähig ist – und Bürgermeister Stein und damit auch den Stadtrat insgesamt und die Stadtverwaltung zu diffamieren und erneut die notwendige Verkehrswende und die alternative Mobilität wie den Radverkehr als “Ideologie” in Frage zu stellen.

      Verallgemeinerungen und fehlende Differenzierung helfen dem notwendigen Diskurs in keiner Weise. Die Radverbände ADFC Rheinberg-Oberberg und ProVelo Bergisch Gladbach bilden diesbezüglich in verschiedener Deutlichkeit, aber immer in der Sache, seit Jahren einen guten Gegenpol. Weiter so.