Bereits zum fünften Mal findet in Bergisch Gladbach am Sonntag, dem 24. September eine Kinder-Fahrrad-Demo („Kidical Mass“) statt. Die Demonstration ist Teil eines deutschlandweiten Aktionswochenendes, an dem unter dem Motto „Straßen sind für alle da“ sichere Rad- und Fußwege sowie ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht gefordert werden.

Wir dokumentieren eine Mitteilung der Kidical Mass-Initiative GL

Die Kidical Mass 2023 in Bergisch Gladbach startet am Sonntag, 24. September um 15 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz. Unter dem Motto „Straßen sind für alle da“ setzt sich diese Fahrrad-Demonstration für sichere Rad- und Fußwege sowie ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht ein.

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Aktuell können Städte und Gemeinden beispielsweise nicht ohne weiteres Tempo 30 einführen, auch wenn es dafür große politische Mehrheiten gibt, wie das Beispiel Altenberger-Dom-Straße in Schildgen zeigt. Dennoch müssen die vorhandenen Handlungsspielräume konsequenter genutzt werden, um die Fahrrad-Infrastruktur in Bergisch Gladbach zu verbessern.

Das kinderfreundliche Schulwege ein wichtiges Thema sind, haben die Aktionen vieler Grundschulen gezeigt, die Ende März ein starkes Zeichen für Kinderrechte gesetzt haben.“ erläutert Melanie Baierl, die die Kidical Mass vor Ort zusammen mit weiteren Eltern organisiert. „Bei dieser Fahrrad-Demo können die Kinder erleben, was sichere und selbstständige Mobilität bedeutet.“

Die Polizei sichert die kindgerechte Strecke, die auf einem Rundweg nach Gronau und zurück durch die Innenstadt zum Spielplatz am Forumpark führt.

Der ADFC Rheinberg-Oberberg e.V. ist offizieller Partner. Organisiert wird die “Kidical Mass – Bergisch Gladbach” durch eine private Initiative.

Die Kidical Mass Bergisch Gladbach ist eine private Initiative mit Unterstützung des ADFC Rhein-Berg. Das deutsche Kidical Mass Aktionsbündnis besteht aus über 1000 lokalen Organisationen und Initiativen. Ein einzigartiges Netzwerk, dezentral, selbstorganisiert und gemeinsam stark.

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  1. Prima Initiative, bin dabei!
    Leider wird es in GL wohl noch einige Kidical Mass(-en) brauchen, da bisher keinerlei Umdenken in der Verkehrsplanung erkennbar ist.

    Kritische Stimmen bemängeln zwar, dass (auch hier im Bürgerportal) “ständig über Radverkehr geredet wird” – meist bleibt es allerdings beim ‘darüber Reden’. Die letzte größere Fahrrad-Maßnahme war vor etwa 10 Jahren der Bau der Radstation. Seitdem werden quälend langsam einige Kleinigkeiten und Selbstverständlichkeiten umgesetzt. Ein Neubau von Radwegen ist dagegen nicht einmal in Planung; eher werden bestehende Wege zugebaut. Nach eigenen Angaben hat die Stadt 2021 pro Einwohner:in 1,80 Euro für den Radverkehr ausgegeben – bei genauerem Hinsehen ist diese Zahl jedoch schöngerechnet.

    Hügel hin oder her – Bergisch Gladbach hat großes Potential, durch bessere Radwege seinen Radverkehrs-Anteil zu steigern. Das wäre für die Stadt (verglichen mit KFZ-Verkehr) mit relativ geringen Kosten verbunden, und es käme auch nicht-Fahrradfahrern zugute, da die notorisch verstopften Straßen zu Stoßzeiten entlastet würden.

    1. Die Bergisch Gladbacher haben ein großes Potenzial, ihren Radverkehr zu steigern, indem sie einfach mal aufs Rad steigen. Und sich außerdem klarmachen, dass man auch da problemlos fahren darf und kann, ohne sich dem Tod zu weihen, wo es keine Radwege gibt.

      1. Den einen Teil bestätige ich, den mit dem Potential. Es gibt wirklich viele Menschen in meinem Umfeld, die gerne mit dem Rad fahren würden, es sich aber aufgrund der mangelhaften Radinfrastruktur nicht trauen.

        Dem anderen Teil widerspreche ich. Die Autoverkehr-optimierten Straßen in Bergisch Gladbach sind Angsträume für Radfahrende, egal wie mutig Mann oder Frau ist. Ich könnte jetzt in einer langen Liste aufführen warum das so ist, habe ich aber auch schon häufiger getan, inzwischen aber keine Lust mehr dazu.

        In der Gegenwart, in der jüngsten und der perspektivischen Zukunft wird es, bis auf die Hartgesottenen, keinen signifikanten Zuwachs an Radverkehr geben – egal wieviel Kidical Massen an den lobenswerten Veranstaltung teilnehmen.

        Ursachen dafür liegen nicht nur in der Politik der Vergangenheit, viel schlimmer ist das aktuell eine konzeptionelle Ohnmacht (oder Gleichgültigkeit) in der Verkehrspolitik zu herrschen scheint. Wenn wirklich gewollt wäre, das mehr Menschen in Gladbach mit dem Fahrrad fahren, würde die Verkehrspolitik ganz ganz anders aussehen und sich nicht mit ein paar erbärmlichen Heftpflaster auf Asphalt zufrieden geben.

      2. „Angsträume“? Geht’s auch eine Nummer kleiner? Da wirkt keine Verkehrspolitik, sondern eine verfehlte Verkehrserziehung, die den Menschen vom Grundschulalter an einbläut, ihnen würde auf der Stelle der Himmel auf den Kopf fallen, wenn sie auf der Fahrbahn fahren, statt nach Sonderwegen zu rufen.

        Wenn mehr Menschen mit Fahrrädern auf den Straßen sind, werden sie wahrgenommen und respektiert. Dieses Konzept der „Safety by Numbers“ liegt auch den „Critical Mass“-Veranstaltungen zugrunde. Dazu gehört natürlich, dass man sich nicht von Horrorgeschichten ins Bockshorn jagen lässt.

        Sie sprechen doch selbst „die Hartgesottenen“ an. Die fahren einfach. Werden sie deshalb systematisch von Kfz überfahren? Nein, gerade nicht. Wer vermehrt Unfällen zum Opfer fällt, das sind die Radwegbenutzer, die von gedankenlosen Abbiegern abgeräumt werden und die vorher dachten, es sei im Sinne der Sicherheit eine gute Idee, rechts von einer potenziellen Rechtsabbiegerspur unterwegs zu sein.

      3. …wie vor ein paar Tagen auf der Laurentiusstrasse, als ein zu weit links fahrendes Auto einen entgegenkommenden Radfahrer zu Fall gebracht und ihn schwer verletzt hat?
        Oder wenn Radfahrende auf offener Straße dicht an parkende Autos gedrängt werden? Dooring ist DIE Unfallursache Nummer 1. Oder wenn….
        Ach, ich höre auf aufzuzählen, wann und wie Radfahrende auf offener Straße durch Autofahrende gefährdet werden.
        Da fahre ich doch lieber wieder mit dem Auto…

      4. Was eine Person als unsicher empfindet, kann für eine andere Person völlig akzeptabel sein. Zu viele Menschen fühlen sich nach wie vor insbesondere in stark befahrenen Straßen unsicher, während andere dies als normalen Teil des städtischen Radfahrens betrachten. Fakt ist, dass das Sicherheitsgefühl eine entscheidende Rolle dabei spielt, mehr Menschen zum Fahrradfahren zu ermutigen. Untersuchungen zeigen, dass die wahrgenommene Gefahr oder Angst vor Unfällen oft einer der Hauptgründe ist, warum Menschen zögern, das Fahrrad als tägliches Verkehrsmittel zu nutzen. Der Fahrradklima-Test zeigt nach wie vor, dass insgesamt noch viel zu tun bleibt, um das Fahrradklima in Bergisch Gladbach weiter zu verbessern.

      5. Ja, Herr Eschbach, das ist sicher völlig richtig. Welche Schlüsse sind aber daraus zu ziehen? Ein Bewusstsein für Fakten schaffen und Menschen auf dieser Basis ermutigen? Oder sich von irrationalen Ängsten leiten lassen und sich auf Sonderwegen abkapseln, die ihre ganz eigenen Gefahren schaffen?

        Vor dem Fehlverhalten anderer ist man nie sicher. Aber es wird eben auch nicht sicherer, wenn man Verkehrsanlagen baut, die neue, zusätzliche Risiken schaffen, nur um einem undefinierbaren Gefühl zu folgen.

      6. Ich weiß nicht genau was an „auf Radstreifen parkenden, mit viel zu wenig Abstand überholenden oder zu weit links fahrenden Autos subjektiv ist. Irrational ist die wahrscheinlich schwere Verletzung oder schlimmeres beim Kontakt Radfahrkörper vs Auto sicherlich nicht. Die Unfallstatistik belegt genau dieses. Und die Ängste mit dem Rad in BG zu fahren einfach zu überwinden, scheint mit die einfachste aller Lösungen zu sein- allerdings auch die weit Entfernteste. Dann können wir ja alles so lassen wie es ist und einfach mal die irrationalen Ängste in den Griff kriegen. Komisch nur das es dennoch so wenig Menschen* gibt, die auf das Rad umsteigen – obwohl sie es gerne würden.
        *Siehe den einheitlichen Anlass dieser Berichterstattung.

    2. @Drucker – Das mag ja sein, dass Leute “einfach mal aufs Rad steigen” könnten. Aber im Gespräch sagen Viele, dass sie sich im Straßenverkehr nicht sicher fühlen und daher lieber (nur) am Wochenende Fahrrad-Ausflüge machen. Selbst habe ich zwar keine Angst auf dem Rad, aber “Spaß” macht es mir im Berufsverkehr auch nicht gerade – und um diese Stoßzeiten geht es ja in erster Linie. Ob die “Gefährdung” durch KFZ dabei objektiv oder subjektiv ist, spielt keine Rolle (das kann ohnehin nicht ‘objektiv’ beurteilt werden) – sie hat in jedem Fall Folgen.

      Es gilt der alte Leitsatz: Mensch bekommt immer die Art von Verkehr, für den Infrastruktur gebaut wird.
      Die Kosten von Radwegen sind wie gesagt ziemlich gering, verglichen mit anderen Verkehrsarten – gesamtgesellschaftlich sind sie sogar negativ (wg. der positiven Gesundheitswirkung).

      1. Hallo U.Kleinert,
        das ist ja geradezu die Absurdität. Viele fahren mit dem Auto, da sie Angst haben das Fahrrad für den Alltag zu nutzen. Und gefährden damit als Autofahrer wiederrum andere Fahrradfahrer.
        Wenn alle willigen Fahrradfahrer zumindest mal für eine Woche gemeinsan das Auto stehen ließen würde man erkennen, wie schön und sicher es ist (besser: sein könnte). Und je mehr Radfahrer unterwegs sind, umso schneller wird auch die Infrastruktur daran angepasst werden.
        Ich fahre fast jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit in die Bergisch Gladbacher Innenstadt. Muss vorausschauend fahren und für die Mitmenschen mitdenkend, aber daran gewöhnt man sich recht fix.

  2. Was wollt ihr denn noch? Es wurden doch erst ein paar hunderttausend Euro in „sichere“ Radwege in Form von Herstellung der Oberflächen zur Nutzung von Radwegen (die eigentlich keine Radwege sind) investiert. Dafür hat Mann sich auch groß gefeiert als die Maßnahme an der IGP „Rad macht Schule“ abgeschlossen wurde. Eine Selbstverständlichkeit wird in BG also groß gefeiert – das man die Oberfläche von Radwegen für Radfahrende nutzbar macht! Meinen Glückwunsch an dieser Stelle.
    Ich würde von einer Stadtverwaltung und einer Politik, die sich dafür feiern lässt nicht mehr all zu viel erwarten.
    Die derzeitige Umgestaltung der Paffrather Straße ist ein eindeutiges Zeichen, das sicherem Radverkehr auch in Zukunft keinerlei Bedeutung zukommt.
    Wie sollte ich sonst auch meinen Kindern erklären das ich sie auch weiterhin mit dem Auto zur Schule bringen will, wenn sie auch mit dem Rad sicher zur Schule kämen?