Am kleinen Weg zum Kirchgarten hinter der Gnadenkirche sollen die 10+1 Bäumchen gepflanzt werden.

Die Morde der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) hatten Deutschland und die Welt erschüttert. Auch wenn unter den Opfern keine Bergisch Gladbacher waren, soll mit dem NSU-Mahnmal 10+1 an die Morde erinnert werden. Auf Initiative des Integrationsrats wird das Mahnmal in Form von 10-1 kleinen Bäumen auf dem Zugang zum Kirchgarten der Gnadenkirche am Freitag eingeweiht.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

+ Anzeige +

Zwischen 2000 und 2006 ermordete die Terrorgruppe NSU neun Menschen mit Migrationshintergrund und 2007 eine Polizistin. Zur Erinnerung an jedes dieser zehn Opfer wird auf dem Quirlsberg ein Obstbaum gepflanzt. Der elfte Baum, der am 7. Juni 2024 um 16.30 Uhr gepflanzt wird, steht symbolisch für alle weiteren unbekannten Opfer rassistischer Gewalt.

Diese Pflanzung wird u.a. von Bürgermeister Frank Stein, dem Vorsitzenden des Integrationsrates Redouan Tollih, Tayfun Keltek als Vorsitzender des Landesintegrationsrates und Pfarrer Bierei von der Evangelischen Kirchengemeinde vorgenommen.

Zu Gast ist auch der Diplompsychologe Dr. phil. Ali Kemal Gün, der über die Auswirkungen dieser schrecklichen Ereignisse auf die Angehörigen der NSU-Opfer berichten wird. 

Bürgermeister Frank Stein betont: „Gerade in dieser aktuell bewegten Zeit, in der Rechtsextremismus und rechte Gewalt wieder erstarken, ist es wichtig, eine Erinnerungskultur wach zu halten, die deutlich macht, wo solche Entwicklungen hinführen. Dafür steht dieses NSU-Mahnmal 10+1.“

Die Kampagne 10+1 ins Leben rief der Landesintegrationsrat Nordrhein-Westfalen 2020, nachdem mehrfach, wie etwa in Zwickau, Erinnerungsstätten für die NSU-Opfer geschändet oder zerstört wurden. Bereits über 30 Städte, darunter Aachen, Köln, Dormagen, Eschweiler, Düsseldorf und Voerde, haben diese Gedenkstätte 10+1 Bäume umgesetzt.

Mehr zum Thema

„Kein Einzelfall – Kein Vergessen – Kein Wegschauen“

Mit einer Stele erinnert Bergisch Gladbach an Patricia Wright, die vor 27 Jahren von einem Rechtsradikalen in Hand in ihrer Wohnung vergewaltigt und ermordet wurde. Die Tat liege zwar lange zurück, doch rechtsextreme und frauenverachtende Einstellungen seien „nach wie vor absolut aktuell“, sagte Bürgermeister Frank Stein bei der Enthüllung der Stele. Das Gedenken geht auf die Initiative einer Gruppe junger Student:innen zurück.

Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bergisch Gladbach, die zeigen wollen, dass ihnen Demokratie wichtig ist und sie keine Art von Rassismus akzeptieren, sind herzlich eingeladen, an der Eröffnung des NSU-Mahnmals am 7. Juni 2024 ab 16.30 Uhr auf dem Ouirlsberg (an der Gnadenkirche Bergisch Gladbach, Hauptstraße 265a, 51465 Bergisch Gladbach) teilzunehmen.

Mit dem NSU-Mahnmal 10+1 wird an folgende Opfer erinnert:

  • Enver Şimşek / ermordet am 09. September 2000, Nürnberg
  • Abdurrahim Özüdoğru / ermordet am 13. Juni 2001, Nürnberg
  • Süleyman Taşköprü / ermordet am 27. Juni 2001, Hamburg
  • Habil Kılıç / ermordet am 29. August 2001, München
  • Mehmet Turgut / ermordet am 25. Februar 2004, Rostock
  • Ismail Yaşar / ermordet am 09. Juni 2005, Nürnberg
  • Theodoros Boulgarides / ermordet am 15. Juni 2005, München
  • Mehmet Kubaşık / ermordet am 04. April 2006, Dortmund
  • Halit Yozgat / ermordet am 06. April 2006, Kassel
  • Michèle Kiesewetter / ermordet am 25.April 2007, Heilbronn

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.