Ursprünglich sollte die Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums 2023 abgeschlossen sein. Da das nach wie vor nicht der Fall ist, wird Jahr für Jahr ein Update erforderlich. In einer neuen Vorlage für den Schulausschuss heißt es jetzt relativ vage, das Projekt solle „zum Schuljahr 2027/2028“ fertiggestellt werden. Bei weiter kräftig steigenden Kosten. Wir haben nachgefragt.

Vor einem Jahr hatte die Stadt den Fahrplan für die Sanierung des NCG aktualisiert, der nach der Insolvenz wichtiger Auftragnehmer aus dem Ruder gelaufen war. Der neue Nordtrakt könne Ende 2025 bezogen werden, der Mitteltrakt als letzter wichtiger Bestandteil solle im März 2026 fertig sein. Schon das kam einem erneuten Aufschub um 15 Monate gleich – und ist ebenfalls nicht einzuhalten.

+ Anzeige +

Laut aktuellem Bauzeitenplan, so die Verwaltung auf Anfrage des Bürgerportals, sollen Nordtrakt, Verwaltung und Aula ab dem 28.3.2026 bezugsbereit sein. Also ein weiterer Verzug um vier Monate. Der Mitteltrakt könne ab dem 4. August 2026 bezogen werden, auch er wird also erst ein halbes Jahr später fertig.

Für die Schule, die sich längst auf den Betrieb in Containern eingestellt hat, ist das kein Drama. Die neuen Zeiten seien ihnen bereits von der Verwaltung mitgeteilt worden, berichtet Vize-Schulleiter Jörg Schmitter. Er hält einen detaillieren Plan bis Sommer 2027 bereit:

  • bis Ende Sommerferien 2025: Auslagerung der letzten Naturwissenschaftsräume aus dem Mitteltrakt in eine Containeranlage nördlich der Sporthalle 1
  • Bezug des neuen Nordtraktes, der Verwaltung und der Aula nach den Osterferien 2026
  • ab Osterferien 2026 bis Sommerferien 2026 parallel Rückbau der Containeranlagen A, B, D und des Verwaltungscontainers und Beginn der Schadstoffentsorgung Südtrakt
  • bis Ende Sommerferien 2026 Abriss Südtrakt und Neubau eines doppelstöckigen Containers anstelle des Containers B zur Deckung der Bedarfe für G9
  • bis Ende der Sommerferien 2026 Fertigstellung des Mitteltraktes und Umzug zurück aus den NW-Containern in die neuen Naturwissenschaftsräume im Mitteltrakt sowie Bezug der letzten neuen Klassenräume im Mitteltrakt
  • parallel zu 5. bis Sommerferien 2027 Rückbau weiterer Containeranlagen, Bau einer großen Regenrückhalteregole unter dem und Fertigstellung des neuen Schulhofes.

Aus dieser Aufstellung geht auch die Bereitstellung eines neuen Containerbaus für die Rückkehr zu G9 hervor – ein Projekt, dass die Stadt außerhalb der NCG-Sanierung durchführt und auch separat abrechnet.

Alle Flächen auf dem Schulgelände sind mit Containern belegt.

Kosten steigen um weitere 16 Prozent

Für die Maßnahme „Sanierung und Teilneubau Nicolaus-Cusanus-Gymnasium“ (ohne G9) kalkuliert die Stadtverwaltung jetzt noch einmal 6,5 Millionen Euro oder 16 Prozent mehr als zuletzt veranschlagt.

Als Begründung verweist die Stadt in der Vorlage nicht nur auf die üblichen Erhöhungen der Baukosten im Projektverlauf hin. Sondern auch darauf, dass im Laufe der Zeit große Bestandteile neu in das Projekt aufgenommen worden waren: zum Beispiel die dann doch notwendig gewordene (erneute) Sanierung des Mitteltraktes und der Bibliothek oder ein Ausbau der digitalen Tafeln.

Auch zuletzt wurden zusätzliche Arbeiten erforderlich (Alle Mehrausgaben schlüsselt die Stadt in der Beschlussvorlage detailliert auf.)

Noch einmal deutlich teurer und langwieriger wurde es, weil einige Auftragnehmer insolvent wurden bzw. ihre Arbeiten so schlecht ausführten, dass ihre Verträge gekündigt und die Leistungen erneut beauftragt werden mussten. Zum Teil per Ausschreibung.

Sichtbarstes Beispiel: Die neue orangene Fassade der Aula an der Reuter-Straße. Sie war bereits vor mehreren Jahren in Teilen angebracht worden, dann tat sich nichts mehr – weil erhebliche Mängel entdeckt worden waren. Jetzt wurden die neuen Teile entfernt, das Dämmmaterial liegt für den nächsten Anlauf bereit. Diese erneute Auftragsvergabe schlägt allein mit 860.000 Euro zu Buche.

Die Stadt prüfe kontinuierlich Schadensersatzansprüche, betont sie in der Vorlage. Aber ob tatsächlich ein Teil der Mehrausgaben wieder hereinkommt, ist mehr als fraglich.

Unter dem Strich erhöhen sich die Kosten in der aktuellen Kalkulation um 6.499.285 Euro – und erreichen damit eine Gesamthöhe von 48 Millionen Euro. Für die Teilsanierung einer einzigen Schule und mehr als das Vierfache von dem, was 2014 veranschlagt worden war.


NCG – eine Chronik

Schulbau, kurz & knapp: IGP, OHG und andere Monsterprojekte

Es hat gedauert, bis die Parteien akzeptiert haben, dass die Stadt an einem Neubau der IGP nicht vorbeikommt und dafür eine Summe im Bereich von 160 Millionen Euro in die Hand nehmen muss. Doch nun gibt es einen Konsens, der auch von der Schule befürwortet wird. Dieses Vorhaben ist nur eins von vielen, die am Dienstag im Schulausschuss einvernehmlich diskutiert wurden. Aber nicht immer so entschieden wurden, wie es die Stadt vorgeschlagen hatte.

Sanierung der Schulen kann bis zum Jahr 2055 dauern

Nach der allgemeinen Priorisierung legt die Stadtverwaltung jetzt einen groben Zeitplan für die Sanierung von insgesamt 26 Schulen vor. Nach aktuellem Stand würde das 30 Jahre dauern. Der scheidende Bürgermeister Frank Stein zeichnet aber auch einen kostspieligen Weg vor, wie es deutlich schneller gehen könnte. Sofern der künftige Bürgermeister nach der Wahl im Herbst dafür eine Mehrheit im neuen Stadtrat findet.

Noch ein Jahr länger: Neuer Zeitplan für NCG-Sanierung

Wie angekündigt hat die Stadtverwaltung den Fahrplan für die NCG-Sanierung angesichts der vielen Probleme auf der Baustelle aktualisiert. Dabei wird deutlich, dass sich die Fertigstellung um voraussichtlich ein weiteres Jahr verzögert. Für die Schulgemeinschaft hat die Dauerbaustelle gravierende Folgen.

Gegen Protest: Ausschuss beschließt Prioritäten für Schulbau

Nach einen intensiven Debatte hat der Ausschuss für Schulen und Gebäudewirtschaft die von der Verwaltung vorgelegte Priorisierung der Schulbau-Projekte bestätigt. Nur die CDU stimmte aus grundsätzlichen Erwägungen gegen den Beschluss. Die weiterführenden Schulen äußerten viel Kritik und Unmut.

Schulbau in GL: „Wir wollen alle Bremsen lösen“

Das neue Schulbau-Konzept der Stadt Bergisch Gladbach besteht auf den ersten Blick aus zwei Listen: Schulen, die bereits bearbeitet werden und solche, die als Nächste dringend saniert oder neu gebaut werden müssen. Doch dahinter hat die Verwaltung eine ganz neue Struktur errichtet – um viel mehr und viel schneller zu bauen. Was es damit auf sich hat, erklären die Verantwortlichen jetzt grundsätzlich – und mit vielen wichtigen Details.

Stadt prüft neuen Zeitplan für das NCG

Die erneute Ausschreibung für die Elektroarbeiten bei der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ist beendet und die Stadt hofft, dass Mitte März die Arbeit an diesem wichtigen Gewerk weiter gehen kann. Aber auch die Montage der neuen Fassade liegen still, in weiteren Bereichen gibt es erhebliche Probleme. Daher werden die Termin- und Kostenpläne jetzt erneut überarbeitet.

Sanierung des NCG verzögert sich erheblich

Eigentlich sollten der neue Nordtrakt und die Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums im nächsten Frühjahr fertig werden. Doch nachdem ein Unternehmen in die Insolvenz gegangen ist, das für die Elektroanlagen zuständig war, läuft der Plan aus dem Ruder. Nun muss dieses Gewerk neu ausgeschrieben werden, weitere Klassen sollen ausgelagert werden.

NCG-Sanierung kostet fast 50 Prozent mehr

Wie rasant die Kosten öffentlicher Bauprojekte steigen lässt sich an der neuen Prognose für die Teilsanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ablesen. Es sind aber nicht nur die explodierenden Baukosten, die für eine Anstieg um weitere zehn Millionen Euro verantwortlich sind.

Destruktion und Rekonstruktion des NCG

Leon Wörmann hat das Nicolaus Cusanus Gymnasium bereits vor neun Jahren verlassen, doch die alte Schule und ihre Verwandlung in der laufenden Sanierung lässt ihn nicht los. Daher hat er sie nach 2017 und 2020 jetzt zum dritten Mal mit der Kamera besucht. Wir setzen die Fotoreportage fort.

Das NCG in ganzer Pracht

Die Gebäude des Nicolaus-Cusanus-Gymnasium sind über die Jahrzehnte verwahrlost, dabei war der Bau einmal eine Architektur-Ikone. Das zeigen die Fotos von Leon Wörmann sehr eindrücklich. Er hatte das NCG als Schüler erlebt, er hatte es 2017 als angehender Fotograf porträtiert und er dokumentiert jetzt den Teilneubau.

Abrissarbeiten am NCG laufen an

Schadstoff-Funde hatten den Termin zunächst etwas verzögert, doch jetzt sind die Abrissarbeiten am Nicolaus Cusanus Gymnasium gestartet. Für Schüler, Lehrer und Verwaltung sind als Übergangslösung Containerklassen errichtet worden. Auch die Anwohner müssen sich auf eine länge Bauzeit einstellen.

Stadt will für Sanierung des NCG mehr ausgeben

Mit dem Start der Sanierung des NCG zeigt sich, dass auch hier die alten Kostenschätzungen angepasst werden müssen. Nun schlägt die Stadt vor, zusätzlich in die Aula, in die Informatikräume und in Waschbecken zu investieren.

So wird das NCG umgebaut

Die Sanierung des NCG startet mit der Aufstellung erster Container im März. Die Kosten werden derzeit auf 25 Millionen Euro geschätzt, doch damit wird man kaum hinkommen. Das Kollegium hat eine neue Schule auf Basis des Lehrerraumprinzips geplant.

Das kann weg: NCG bekommt ein neues Gebäude

Bei der Sanierung des NCG schlägt die Stadtverwaltung eine Wende vor: Große Teile des Gebäudes sollen abgerissen und neu gebaut werden; das sei deutlich billiger als eine Sanierung und bringt Schülern, Lehrern und Betreiber große Vorteile. Die Pläne im Details.

Diese Schulen in Bergisch Gladbach werden saniert

Die Stadtverwaltung hat im Schulausschuss eine Liste aller aktuellen Sanierungsprojekte in den Schulen vorgelegt – und verrät dabei auch, was das kostet und wann es fertig werden soll.


Sie finden diesen Artikel gut? Sie sind mit unserer Arbeit zufrieden? Dann können Sie uns gerne mit einem Einmalbeitrag unterstützen. Das Geld geht direkt in die journalistische Arbeit.

Oder Sie werden Mitglied im Freundeskreis, erhalten exklusive Vorteile und sichern das Bürgerportal nachhaltig.


Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.