Christian Maimer vertritt Volt/FWG im Schulausschuss. Foto: FWG

Die Freie Wählergemeinschaft macht sich für eine funktionierende Kinder-Betreuung stark. Viele Probleme müssten zwar auf Landesebene geregelt werden, aber auch die Stadt könne einiges tun. Zum Beispiel einen Springerpool aufbauen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der FWG

Die FWG fordert angesichts der anhaltenden Belastungssituation im Bereich der Kindertagesbetreuung nun endlich konkrete Maßnahmen von Kommune und Land. Die viel diskutierte Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) lässt weiterhin auf sich warten – und das, obwohl der Landesregierung NRW die mangelnde Flexibilität und die strukturell unzureichende Finanzierung – durch das KiBiz – seit Langem bekannt sind.

„Eltern haben bekanntlich einen Anspruch auf funktionierende Betreuung – unabhängig davon, ob die Kita von der Stadt oder einem freien Träger geführt wird“, betont Christian Maimer, mehrfacher Familienvater, Elternbeiratsmitglied und für die FWG im Schulausschuss der Stadt.

Besonders in Kommunen wie Bergisch Gladbach, in denen sämtliche Einrichtungen in freier Trägerschaft sind, müsse gehandelt werden. Immer wieder würden Eltern kurzfristig vor nahezu unlösbare Probleme gestellt. Wenn die Gesetzgebung auch grundsätzlich ein Thema des Landes ist, könne die Stadt und ihr Jugendamt zu einer Verbesserung der Situation nachhaltig beitragen.

Die FWG unterstützt ausdrücklich die Forderungen des Jugendamtselternbeirats (JAEB), der sich seit Monaten für bessere Rahmenbedingungen in den Kitas der Stadt einsetzt. Um das System zu entlasten, fordert die FWG die Erweiterung eines kommunaler Springerpools, über den bereits manche Kitas verfügen. Damit einhergehen müssten aber wohnortsnahe Einsatzorte für lediglich maximal zwei Tagesstätten.

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Kandidaten Felsch und Kreutz stellen sich der „Kitastrophe“

Die Überforderung von Kita, Kindertagespflege und OGS gehört zu den Problemen, für die unsere Leser:innen im Kommunalwahlkampf Antworten verlangen. Im ersten BürgerClub zur Wahl diskutieren die Bürgermeister-Kandidaten Alexander Felsch und Marcel Kreutz mit Expert:innen und Leser:innen, wie die Kinderbetreuung besser werden kann – und stellen einige Ideen vor. Die Eltern überraschen mit unerwarteten Vorschlägen.

Der Ausbau der Studiengänge für Fachkräfte sei selbstverständlich von grundlegender Bedeutung, jedoch helfe dies erst mittelfristig weiter. Um die schwierige Personalsituation weiter zu entlasten, solle deshalb ein Seitenanstieg für Profilergänzungskräfte (Gymnastiklehrer/innen, Künstler/innen, Gärtner/innen oder ehemaliges Fachpersonal) vorangetrieben werden. In ihren Tätigkeitsgebieten könnten sie spannende Ergänzungsangebote machen.

Stephany Assel, sachkundige Bürgerin der FWG hat damit eigene positive Erfahrungen gemacht und weiß, dass so flexibel auf Engpässe reagiert werden kann. Es müsse aber dabei um mehr gehen als nur Hilfen beim Küchendienst. Das Kita-Helfer-Förderprogramm des Landes wäre in dieser Hinsicht zu ergänzen.

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Neu bei der FWG: „Kinder sind mein Hauptantrieb“

Stephany Assel steht nicht gern im Mittelpunkt. Sich dennoch in der Politik zu engagieren und für die Freie Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl zu kandidieren, ist der Bergisch Gladbacherin alles andere als leicht gefallen. Im Gespräch berichtet sie, warum sie sich trotzdem dazu entschieden hat und was sie sich davon verspricht.

Das Bergisch Gladbacher Jugendamt arbeitet mit den Trägern der freien Jugendhilfe satzungsgemäß zum Wohle junger Menschen und ihrer Familien partnerschaftlich zusammen. Die FWG appelliert, alle nur denkbaren Möglichkeiten der Betreuung auszuschöpfen und notwendige koordinierenden Aufgaben zu übernehmen.

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  1. Hier wird etwas Grundsätzliches vergessen. Der Frust auch angehender Erzieherinnen wird sich u.a. an dem Verhalten der ihnen anvertrauten Kinder entzünden, die direkt aus manch behütetem oder gar über Gebühr behütetem Haushalt kommen. Oder aus einem Haushalt, wo sie alles durften und manchmal noch mehr.

    Ich habe eine Mutter beim ersten Besuch mit ihrem Kind im neuen Kindergarten seufzen hören, “Jetzt wird es endlich erzogen”.

    Dies ist der Tenor solcher Eltern, die Erziehung falsch begriffen haben und ihre Kinder als laissez fair Probanten aufwachsen ließen, besser zu ihrem ideologischen Weltbild passend. Sie sind leider nicht in der Lage, die Welt auch für Kleine spannend zu gestalten, das sollen gefälligst Kindergarten und Schulen übernehmen
    Kindergärten haben ein Anrecht, “vorerzogene” Kinder aufnehmen zu können. Dann bekommt iher Beruf neben hoffentlich bald finanziellen Anreizen auch solche, die den Beruf erstrebenswert und spannend machen.

    Wenn ich hier den Sermon über Bildung lese: Was denn, im 1. Lebensjahr englisch lernen, im 2. französisch, im 3. Algebra und ab 4. die 2. Fremdsprache statt spielen,
    Stubenhocken statt draußen rumtollen, und weil da sicher noch Zeit ist, über Politik diskutieren????!

    1. Danke für diesen Beitrag das zeichnet sie als Ahnungslosen aus. Ihr Bildungsbegriff ist veraltet und ein Symptom dafür, wie wenig fortschrittlich unser Land auf diesem Gebiet ist. Bildung ist nicht ausschließlich eine kognitive Sache, oder auch schon mal etwas von emotionaler Bildung gehört? Kinder lernen bei uns nicht nur Tiere benennen, Brauchtum und fein und grob motorische Abläufe, lernen Rücksicht nehmen, sie lernen sich streiten und sich vertragen mit Kindern ihre Altersgruppe. Viele lernen bei uns die deutsche Sprache oder was ein Blumenkohl ist. Sie lernen bei uns, dass die Milch nicht in der Fabrik hergestellt wird, sondern auch Lieder. Das alles ist Bildung! Echt bitter, dass ich Ihnen das erklären muss. Ich hab gedacht das weiß man.
      Und Demokratiebildung findet auch schon in den Kitas statt. Partizipativ Arbeiten muss im Konzept verankert sein und auch umgesetzt werden. Eine gute Kita zeichnet das aus und ist gelebter Kinderschutz. Können Sie nachlesen, ist sogar gesetzlich verankert, dass wir eine Bildungseinrichtung sind.
      Und ganz ehrlich: unser Beruf war erstrebenswert, ein toller Beruf und wäre es immer noch, wenn die Rahmenbedingungen angepasst würden an die heutige Lebensrealität. Die Kinder bleiben eben nicht mehr nur bis 12:00 Uhr. Die Eltern sind meist beide berufstätig und sollen diese Möglichkeit auch wahrnehmen dürfen. Aber Politik hat versäumt die Rahmenbedingungen anzupassen. Sie hat ein Rechtsanspruch ausgesprochen, ohne dafür zu sorgen, dass ausreichend Plätze und ausreichend Fachkräfte da sind.

      Und wir lassen nicht den Frust an den Kindern aus. Dafür gibt es hoffentlich in jeder Einrichtung Kinderschutzkonzepte, die greifen und die von fähigen Leitungen und dem Träger auch in der Umsetzung reflektiert werden.

  2. Können wir mal aufhören über Betreuung und endlich mal wieder über Bildung sprechen. Sonst rennen noch mehr Fachkräfte weg. Das tun sie eh schon, weil sie dem Druck der Eltern oft nicht gewachsen sind. Dieser Beruf macht einfach keinen Spaß mehr.

    1. Danke für diesen Beitrag! Leider wird schon lange nicht mehr über Bildung gesprochen. Wurde einmal über Bildung gesprochen? Eigentlich nur, wenn die Anforderungen an und der Druck auf die Fachkräfte erhöht werden sollten.
      Über die Notwendigkeit qualifizierter Fachkräfte bei den Jüngsten in unserer Gesellschaft, müssen wir hoffentlich nicht diskutieren. Der Weg dorthin wird im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen allerdings erschwert.
      Jede und jede*r Azubi im Handwerk, der Wirtschaft, Verwaltung, dem kaufmännischen Bereich usw. erhalten während ihrer Ausbildung eine Ausbildungsvergütung. Beim Erzieherinnenberuf muss diese Ausbildung nach wie vor z.B über Bafög – Schüler*innenbafög!!!! finanziert werden.
      Dies zu ändern wäre ein erster Schritt mehr Fachkräfte ausbilden zu können……

      Es wird Zeit, dass dieser Beruf endlich die Anerkennung bekommt, die er verdient!

      1. Tatsächlich ist es ja so, dass im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) die Möglichkeit gegeben ist, sich zu Erzieherin ausbilden zu lassen und währenddessen eine Vergütung zu bekommen. Trotzdem gehen nach dem Abschluss nur ein geringer Prozentsatz in den Beruf. Die meisten machen was anderes oder studieren.

        Sie merken schon in der Ausbildung wie hoch der Druck ist und verlieren die Freude an der Arbeit.

        Und was passiert dann? Der Fehler wird in der Einrichtung statt in der Politik/Gesellschaft und in der Elternschaft gesucht.

        Es schreckt aber leider ab, wenn uns von dieser Seite keine Wertschätzung entgegengebracht wird. Und damit meine ich nicht die obligatorische Merci Schokolade und tatsächlich meine ich auch nicht die Vergütung. Sondern das Ansehen, dass eine Kita als anerkannte Bildungseinrichtung genießt und eben nicht als Betreuerin, damit Eltern arbeiten können.

        Wir sind keine Babysitter!