Foto: InBeCo

Die Servicestelle InBeCo zeigt seit fast zehn Jahren, wie Inklusion in Freizeitangeboten praktisch gelingen kann. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung, Familien, Vereine, Einrichtungen und Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Ziel ist, dass mehr Angebote von Anfang an für alle offen sind.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Katholische Jugendagentur

Seit 2017 begleitet InBeCo Familien, Vereine, Einrichtungen und Kommunen im Rheinisch- Bergischen Kreis. Aus einzelnen Anfragen nach Freizeitangeboten ist eine Arbeit entstanden, die Strukturen verändert und inklusive Teilhabe im Alltag möglich macht. InBeCo steht für „Inklusion Beratung und Coaching“.

Seit zehn Jahren unterstützt InBeCo Menschen mit Behinderung dabei, „passende Freizeitangebote im Rheinisch-Bergischen Kreis zu finden. Gleichzeitig hilft die Servicestelle Vereinen, Einrichtungen und Kommunen, ihre Angebote so zu gestalten, dass mehr Menschen von Anfang an teilnehmen können. „Wir haben in zehn Jahren gelernt: Inklusion scheitert selten am Geld, aber oft an Unsicherheit. Wenn ein Verein erlebt, dass ein inklusives Angebot funktioniert, braucht er uns nach einiger Zeit nicht mehr. Genau dann wirkt unsere Arbeit dauerhaft“, sagt Katharina Kaul, Leiterin von InBeCo.

Als InBeCo 2017 startete, hörten Familien bei der Suche nach Freizeitangeboten für ein Kind mit Behinderung oft: „Das können wir nicht leisten.“ Heute fragen viele Vereine, Einrichtungen und Kommunen eher: „Wie können wir das möglich machen?” Dieser Wandel zeigt, was InBeCo erreicht hat: Aus einzelnen Anfragen sind dauerhafte Veränderungen in Freizeitangeboten entstanden.

Die Servicestelle wirkt heute über einzelne Beratungen hinaus. Sie trägt dazu bei, dass Freizeitangebote im Rheinisch-Bergischen Kreis offener werden und Menschen mit Behinderung selbstverständlich mitgedacht werden.

Von der Einzelfallsuche zur Strukturentwicklung

InBeCo begann als Anlaufstelle für Familien, die passende Freizeitangebote suchten. Dabei ging es nie nur um Hobbys oder Ferienaktionen. Freizeit ist ein wichtiger Teil des Alltags: Kinder lernen dort andere Kinder kennen, erleben Gemeinschaft und werden außerhalb von Schule und Familie sichtbar.

Heute setzt die Servicestelle früher an: Sie unterstützt Vereine, Museen, Büchereien, Ferienangebote, Jugendzentren und Verwaltungen dabei, ihre Angebote von Anfang an offen für Menschen mit Behinderung zu planen. Dazu gehören Beratung, Coaching, Schulungen und Vernetzung. Der Vorteil ist deutlich: Wenn ein Sportverein begleitet wird, kann daraus ein dauerhaftes Angebot für viele Familien entstehen.

Sichtbar wird das an konkreten Orten:

  • Die Stadtteilbücherei Bensberg entwickelte aus ihrer Mitarbeit im Runden Tisch Inklusion eigene, wiederkehrende inklusive Kinderangebote und Gebärdensprachformate in den Ferien. Der Runde Tisch ist ein Netzwerk im Kreis, in dem Fachleute, Verwaltung, Politik, Eltern und Selbstvertretungen zusammenarbeiten.
  • Im Kunstmuseum Villa Zanders arbeiten inzwischen alle Abteilungen systematisch an Barrierefreiheit.
  • In Wermelskirchen entsteht ein inklusives Bewegungsangebot für Kinder im Grundschulalter. In Overath, Burscheid und Bergisch Gladbach werden neue inklusive Sportangebote entwickelt.
  • Das von InBeCo mitkonzipierte Konzept „PowerKids“ wird von Vereinen übernommen, angepasst und in eigene Strukturen integriert – es wirkt heute unabhängig von der Servicestelle weiter.

Menschen mit Behinderung treten aktiv auf

Parallel hat sich die Rolle von Menschen mit Behinderung verändert. Sie treten als Referentinnen und Referenten auf, arbeiten in Inklusionsbeiräten mit, gestalten Veranstaltungen und bilden bei InBeCo ein eigenes Ehrenamtsteam.

InBeCo nennt sie „Expertinnen und Experten in eigener Sache”. Das bedeutet: Menschen mit Behinderung sprechen selbst über ihre Erfahrungen und gestalten Angebote mit.

Foto:InBeCo

InBeCo bietet Sprechstunden in allen acht Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises an. Seit Januar 2025 gibt es zusätzlich ein Ladenlokal in der Bergisch Gladbacher Innenstadt. Ratsuchende können dort auch ohne Termin vorbeikommen.

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InBeCo bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen

Es ist ein kraftvolles Zeichen für mehr Inklusion und Teilhabe in Rhein-Berg: InBeCo, die Servicestelle für Inklusion in der Freizeit, ist umgezogen und eröffnete am Mittwoch im alten Ladenlokal des „Büggel“ an der Ecke Paffrather Straße/Grüne Ladenstraße feierlich seine Türen. 

Gewachsen ist vor allem das Netzwerk: Der Runde Tisch Inklusion bringt inzwischen 85 Mitglieder aus Politik, Verwaltung, Fachpraxis, Selbstvertretung und Elternschaft zusammen. InBeCo berät heute nicht mehr nur Familien mit Kindern. Auch immer mehr erwachsene Menschen mit Behinderung wenden sich an die Servicestelle.

Eine Aufgabe, zwei Partner

Möglich wird diese Arbeit durch eine verlässliche Partnerschaft. Wichtigster Finanzpartner ist der Rheinisch-Bergische Kreis. Er fördert die Servicestelle seit vier Jahren und hat damit inklusive Freizeit stärker im Kreis verankert.

Die Katholische Jugendagentur Leverkusen, Rhein-Berg, Oberberg gGmbH ist Trägerin und übernimmt einen Eigenanteil von 15 Prozent. „Ohne die Verlässlichkeit des Kreises hätte sich vieles, was heute selbstverständlich ist, nicht entwickeln können”, sagt Katharina Kaul.

Beachtung über den Kreis hinaus

InBeCo ist im Rheinisch-Bergischen Kreis entstanden. Inzwischen stößt die Arbeit auch darüber hinaus auf Interesse. Fachstellen, Kommunen, Kreise und Verbände fragen nach, wie sich das Modell übertragen lässt.

Der Grund: InBeCo unterstützt nicht nur einzelne Personen, sondern verändert Angebote und Strukturen. Genau dieses Praxiswissen ist für andere Regionen wertvoll.

Die geplante Reform zeigt in dieselbe Richtung

Die geplante Reform des Kinder- und Jugendhilferechts greift einen Gedanken auf, der auch die Arbeit von InBeCo prägt: Teilhabe soll nicht erst im Einzelfall organisiert werden, sondern möglichst von Anfang an mitgedacht sein. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass individuelle Unterstützung entbehrlich wird.

Viele Menschen brauchen weiterhin persönliche Hilfen, Assistenz oder Begleitung. Aber je offener Freizeitangebote geplant sind, desto leichter gelingt Teilhabe im Alltag. InBeCo zeigt, wie das praktisch funktioniert: Vereine, Einrichtungen und Kommunen werden beraten, geschult und vernetzt.

So entstehen Angebote, die dauerhaft zugänglich sind – und Individualhilfen können gezielter dort ansetzen, wo sie weiterhin notwendig sind. Der Rheinisch-Bergische Kreis verfügt mit InBeCo bereits über konkrete Erfahrungen, wie inklusive Strukturen aufgebaut und wirksam begleitet werden können.

InBeCo – die „Servicestelle Inklusion, Beratung, Coaching” (in Trägerschaft der Katholischen Jugendagentur) bietet eine offene Beratung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und deren Bezugspersonen an. Dabei geht es vor allem um inklusive Freizeitmöglichkeiten im Rheinisch-Bergischen Kreis.

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