Die Verkehrsführung an der Stationstraße? Meines Erachtens nicht. Bisher war ich der Meinung, dass die Gleichberechtigung von Pkws, Bussen und Fußgängern dort funktionieren würde. Nachdem ich mir das aber heute genauer und länger angeschaut habe, glaube ich da nicht mehr dran.

Der Übergang an der Johann-Wilhelm-Lindlar-Str./Marktkauf ist zwar immer noch Baustelle und nur sehr schmal, aber auch wenn die Baustelle weg ist, wird sich dort am Verhalten der Autofahrer kaum was ändern.

Tun wir mal so als wär ich ein Autofahrer, der vom Driescher Kreuz in die Stationsstraße kommt. Ich werde zum ersten Mal hier ausgebremst, wenn Fußgänger den Zebrastreifen kreuzen wollen, der zum kleinen Kreisverkehr an der Auffahrt zur RheinBerg-Galerie gehört.

Wenn ich diesen kleinen Kreisel geradeaus verlasse, steht am nächsten Zebrastreifen, bei der Einfahrt ins Galerie-Parkhaus, ein 30-km/h-Schild.

Fahre ich also 30 und passiere den rückwärtigen Ausgang der RheinBerg-Galerie. Da ist nichts, was mich drauf hinweist, dass hier Fußgänger kreuzen. Das tun aber dort sehr viele.

Erst wenn ich an dieser Stelle vorbei bin, ist die 20 auf die Straße gemalt und dort steht dann auch das entsprechende Schild.

Und erst hinter diesem Schild, an der Einmündung Poststraße, beginnt die Aufpflasterung, die meine Geschwindigkeit so ausbremst, dass ich was davon spüre und erst dort ist ein Zebrastreifen.

Kurz danach der Übergang bei Marktkauf. Zweispurig mit Inselchen in der Mitte, aber schöner glatter Asphalt lädt mich eigentlich wieder ein, einen Tick schneller zu fahren.

Ganz schmal der Überweg, wegen der Baustellen auf beiden Seiten. Auf Marktkaufseite wird aufgeräumt, auf der Seite gegenüber das restliche Pflaster gelegt und der aufgerissene Bürgersteig erneuert.

So begegnet diese Strecke also jedem Autofahrer, der die Stationsstraße vom Driescher Kreuz aus benutzt. Einheimische mögen das ja bald drauf haben, aber für Ortsunkundige gestaltet sich das auf jeden Meter mit einer neuen Überraschung.

Ich habe mich an verschiedenen Stellen hingestellt und beobachtet, wie sich die Autofahrer verhalten und das sieht nicht gut aus.

Sie kommen vom Driescher Kreuz zügig runter, machen vielleicht den kleinen Kreisel mit 30 und geben dann wieder Gas. An dem rückwärtigen Ausgang der Galerie sind sie viel zu schnell, um dann wegen der Aufpflasterung voll in die Eisen zu steigen. Sie hoppeln da drauf, gehen wieder aufs Gas um beim Übergang am Marktkauf bis zum Stillstand abzubremsen um die Fußgänger kreuzen zu lassen. Und ich glaube, dieses Verhalten wird sich von alleine nicht ändern.

Eine Frau mittleren Alters fragte mich am Übergang Marktkauf, wie sie denn dort hinüberkommt. Ich sagte, sie solle einfach gehen, worauf sie losmarschierte. Aber dort fehlt auch der Zebrastreifen, als sichtbares Zeichen für die Fußgänger, dass sie dort kreuzen dürfen.

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Der Straßenbelag ermuntert zum schnelleren Fahren. Die Schilder steuern m.E. zu spät. Und ein Zebrastreifen beim Ausgang der Galerie fehlt immer noch. Ich finde, auf den ganzen Bereich gehört ein Straßenbelag, der schnelles Fahren unangenehm macht und den Fahrerhintern rüttelt. Und das 20-km-Schild gehört m.E. noch in die Kurve am Anfang der Stationsstraße am Driescher Kreuz. Weg mit dem 30er-Schild.

Und jetzt, in der Eingewöhnungsphase sollte man dort einen Pappschutzmann aufstellen, der auf veränderte Verkehrssituation hinweist. Der tut schließlich keinem was, weckt aber mal auf.

So, wie es jetzt ist, wird die Unfallgefahr bestimmt bestehen bleiben.

Mehr Informationen:

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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5 Kommentare

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  1. Das größte Problem ist meines Erachtens der Wechsel zwischen Zebrastreifen und “Zone für das Überqueren” ohne einen solchen. Dadurch wird jedem suggeriert, dass das freie überqueren nur in den Bereichen der Zebrastreifen angedacht ist. Vom “Design” ist alles andere nicht sofort ersichtlich und bringt Chaos.

  2. Das zunächst für 40m Tempo 30 und dann erst Tempo 20 angeordnet wird widerspricht natürlich §45(9) der StVO, welche zu stetiger Führung und sparsamer Beschilderung verpflichtet, – aber 200m Tempo 20 am Stück kann man ja in Gladbach keinem Autofahrer zumuten. Die Aussage der Stadt, dass auch erst dann Geblitzt wird, wenn es hinreichend oft gekracht zeigt deutlich wie die Verwaltung tickt.

    In Siegburg gibt es eine Blitze in der Fußgängerzone, damit die Busse und Taxis nicht hindurchrasen – in Gladbach undenkbar.

    Eine kleine Anektdote, als in den 80ern des letzten Jahrtausends das Bordsteinparken verboten wurde, hat in meinem Geburtsort im Sauerland die Verwaltung hart durchgegriffen und an den ersten 2-3 Wochenenden sämtliche dordsteinparkenden Besucher der dortigen Disko mit Knöllchen versehen, – der Aufschrei war gross. Nach den 2-3 Wochen parkte dann niemand mehr auf dem Bordstein, sondern auf einem Platz 200m von der Disko entfernt und das hat sich seitdem auch nicht geändert.

  3. An sich wäre das alles kein Problem, wenn hier nicht zahlreiche Leute, die mental nicht in der Lage sind, ein Kraftfahrzeug zu steuern, trotzdem einen Führerschein bekämen. Zwar mit “Gehirnlos”-Warnschild, aber besser wär’s, diese Figuren wären zu Fuß unterwegs.

  4. Irgendwie habe ich ein Bild im Kopf, dass den ganzen Bereich bei Marktkauf und den Bahnhofsplatz wo jetzt die Bäume stehen, als gepflasterte Fußgängerzone zeigt. Also eine Zone in der die Fußgänger Vorrang haben, aber Kraftverkehr geduldet wird. Und ich meine, ich hätte das in der Stadtbox gesehen. Aber ich bin nicht sicher. Jedenfalls wäre eine solche Gestaltung klarer gewesen für alle Beteiligten und DAS würde funktionieren. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da “gefuscht” wurde. Aber beweisen kann ich das natürlich nicht.

  5. Total undurchsichtig, 30 — 20 — 30.
    Ich werde doch nur vor dem Zebrastreifen halten, und an sonst keiner Stelle einen Fußgänger rüberlassen!
    Mal wieder eine typisch ‘gläbbischer’ Lösung.