Firmengründer Willibert Krüger (73)

Firmengründer Willibert Krüger

Wenn Du Geld ausgeben willst, dann muss Du Geld verdienen.”

Mit diesem klassischen Spruch von Willibert Krüger begann die Karriere von Marc Krüger im Unternehmen Krüger. Als Schüler am Nicolaus-Cusanus-Gymnasium schwang sich der Junior Mitte der 90er Jahre auf das Fahrrad, fuhr raus ins Gewerbegebiet an der Senefelderstraße und kloppte Schichten in der Fabrik.

Von dieser Episode berichtet der 34-Jährige beim Gespräch in seinem Büro in dem nüchternen Verwaltungsbau, der nach wie vor an der Senefelderstraße neben den inzwischen gewaltig gewachsenen Fabriken steht. Marc Krüger fährt aber nicht mehr mit dem Rad, sondern mit einem schwarzen Porsche Cayenne ins Bergisch Gladbacher Gewerbegebiet Hüttenstraße.

Nach der Schule machte Krüger jun. erst einmal eine klassische Banklehre, schnupperte dann reichlich Auslandsluft. Er studierte in Frankreich und Australien Betriebswirtschaft, jobbte in England.  Anschließend arbeitete er für die Beratungsgesellschaft KPMG im Bereich Transaktionsgeschäfte – wo der Verkauf und die Übernahme von Unternehmen geplant und durchgeführt wird.

Damit habe er, so Marc Krüger, alle wichtigen strategischen Unternehmensbereiche abgedeckt: „wie finanzieren wir unsere Pläne, wo wollen wir hin, wo wachsen wir.”

Geschäftsführer Marc Krüger

Im April 2009 kehrte er ins väterliche Unternehmen zurück, seit gut drei Jahren ist er gemeinsam mit Guido Colsmann Geschäftsführer der Krüger GmbH & Co. KG und kümmert sich vor allem um den Zukunftsmarkt Kaffee. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung zur Hälfte in Besitz der Kölner Zuckerfabrik Pfeifer & Langen, aber die lasse den Bergisch Gladbachern völlig freie Hand, sagt Krüger.

Das letzte Wort, daran lässt der Junior keinen Zweifel, hat in allen Dingen nach wie vor der Patriarch Willibert Krüger. Zwar habe er sich aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen – aber er sitzt jedem Tag in seinem Büro nebenan. Nicht ohne Stolz sagt der Filius:

Er ist und bleibt für mich Gründer, Ratgeber und Chef. Mit seinen mehr als 40 Jahren im Geschäft zählt sein Wort.”

Und natürlich wohnen Marc und Willibert Krüger nebeneinander. “Wenn ich wirklich mal Mist baue, kommt er schon rüber und zieht mir die Ohren lang“, scherzt der Sohnemann.

Zum Beispiel, wenn er Geschäftszahlen verraten würde. „Dann bringt mich mein Vater um,” hatte er mal dem Handelsblatt gesagt.

Sein Gesellenstück hat er schon zur allgemeinen Zufriedenheit abgeliefert. Als er 2010 in der Zeitung las, dass die US-Café-Kette Starbucks immer noch nach einem Produktionspartner sucht, stieg er kurzerhand in das Flugzeug. Sein Koffer ging unterwegs verloren und er musste in Jeans und Kapuzenpullover (!) Starbucks-Legende Howard Schultz von seinem Kapselsystem K-fee (seither „Käi-fii” ausgesprochen) überzeugen.

Krüger hatte Glück, es war gerade Casual Friday bei Starbucks. Er brachte den Deal mit nach Hause. Der Instant-Mittelständler aus Bergisch Gladbach und die Trendmarke aus Seattle in einem Boot – das brachte reichlich Publicity und kräftig Rückenwind für den ehrgeizigen Plan, im zukunftsträchtigen Kaffeekapsel-Markt bei den Giganten mitzuspielen.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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