Reiner M. Sowa

Am Dienstag wurde die offizielle Veröffentlichung des 5. Bestatterkrimis von Reiner M. Sowa gefeiert. Der Autor und das Bestattungshaus Pütz Roth hatten zur Lesung eingeladen und 200 Gäste kamen.

Die Veranstaltung begann pünktlich. David Roth begrüßte kurz die anwesenden Gäste, auch der Verleger, Herr Heider kam kurz zu Wort, dann übernahm Herr Sowa. Doch statt mit der Lesung zu beginnen, gab er als erstes an Frau Claudia Hirschfeld weiter, die auf ihrer Orgel mit dem Titel “Live and let die” die Lesung eröffnete. Im späteren Verlauf des Abends trat sie noch ein paar Mal in Aktion und unterhielt nach der Lesung die Gäste mit ihrem Können.

Sowas Fans wissen, dass die Bestatter-Krimis alle in und um Bergisch Gladbach und im Bergischen Land spielen. Herr Sowa ist “Enten-Fahrer”, darum sind “Enten” auch eine Konstante in seinen Krimis. Die Hauptperson seiner Krimis, der Bestatter Ulrich Schwartz, basiert auf der Vorlage von Gladbachs berühmtestem Bestatter Fritz Roth, der mit seiner Arbeit den Tod und das Sterben aus der “Schamecke” zurück ins Leben geholt hat, damit deutschlandweit Aufsehen erregte und ein Umdenken in der Trauerarbeit bewirkte.

Alle anderen Figuren sind Fantasiegestalten und nur wer Böses denkt findet Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen. Die Geschichten machen Kopfkino. Und da kann es natürlich passieren, dass eine Person im Kopffilmchen plötzlich ein reales Gesicht bekommt, aber das ist nicht die Schuld des Autors, das ist die Fantasie jedes Einzelnen.

Wenn zum Beispiel im Prolog eine Domina ihren Kunden fragt, was er in seiner Amtszeit Böses getan hätte und dann Kürzungen bei Kultur, Vereinen und Personalabbau erwähnt, steht es jedem frei, den Kunden als Bügermeister zu identifizieren oder nicht und dabei selbst zu entscheiden, ob es der gerade amtierende Bürgermeister ist oder einer aus vergangenen Amtszeiten.

Hören Sie mal rein in den Prolog:

Das Problem des Bestatters taucht in Person eines blonden Mannes auf. “Ich komme, um zu sterben!” sagt dieser Mann. Wie soll ein Bestatter damit umgehen. Meist sind die Menschen schon gestorben, wenn sie in das Leben des Bestatters treten.

Eine Schlüsselszene des Romans, gelesen von Reiner M. Sowa:

Kommissare gibt es auch, denn ohne Polizei kein Krimi. Kriminalhauptkommissar Gerd Kaschek, ein etwas grober, schon älterer Klotz und seine sehr viel jüngere, anderweitig verheiratete Kollegin Barbara Reuter, die ausgerechnet am Abend der Lesung im Evangelischen Krankenhaus ihren Sohn Max Boris Gerd entbunden hat. Kommissar Kaschek hat gute Chancen der Vater zu sein, aber genau wissen tut das nicht einmal die Mutter des Kindes. Sehr verwirrende Beziehungen also.

Mit kleinen Lesepausen, in denen er Anekdötchen zum Besten gab, führte uns der Autor von einem kleinen Kapitel zum nächsten bis zum Höhepunkt: Ulrich Schwartz kommt von Berlin zurück ins Rheinland und ins Bergische und muss entsetzt feststellen, dass ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde und er als Mörder gesucht wird.

Ich glaube, an diesem Abend hat jeder Zuhörer begriffen, welche Angst einen dabei befallen kann und wie hilflos man dann dem Rest der Welt gegenübersteht. Wie es dazu kommen konnte wird aber nicht verraten. Wer das wissen will, muss das Buch schon kaufen und lesen.

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Aber das ist ja auch der Sinn einer solchen Veranstaltung: Die Zuhörer “anzufixen” und heiß aufs Buch zu machen. Das ist dem Autor in meinem Fall gelungen. Ich habe gleich gestern Abend noch eine Stunde gelesen und mich köstlich amüsiert. Denn dass ich das Buch dort gekauft habe und mich in die Schlange für eine Signatur anstellte, war ja selbstverständlich.

Am Ende der Lesung erinnerten Reiner M. Sowa und David Roth noch einmal an den verstorbenen Fritz Rotz. Während ein paar Dias gezeigt wurden erzählten sie, dass Fritz Roth noch vor seinem Tod von der Entstehung dieses Buches wusste. Es sei sein Wille gewesen, dass es zu Ende geschrieben und veröffentlicht wird.

Ein paar Fotos habe ich auch machen können. Nicht viele. Menschen zu fotografieren und die Kamera auf sie zu richten kostet mich große Überwindung. Das muss ich noch lernen. Aber mit Erlaubnis der Motive geht es.

Überall lauerten die Kameras.

Herr Sowa bestaunt Frau Hirschfelds Beinarbeit an der Orgel.

Der Autor, nachdenklich.

Frau Hirschfeld in Aktion.

Der Autor bei der anschließenden “Autogrammstunde”.

Für jeden Gast ein nettes, privates Wort.

Ich wünsche Herrn Sowa und natürlich auch dem Verleger, Herrn Heider, dass das Buch erfolgreich verkauft wird. Und uns wünsche ich, dass es noch nicht das letzte Bestatterbuch ist.

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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