Fünf Finalisten hat der Branchenverband Bitkom für den lukrativen Wettbewerb um die digitale Modellstadt benannt: Darmstadt, Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg. Damit war die Bewerbung der Stadt Bergisch Gladbach erfolglos. 

Insgesamt hatten sich 14 Städte mit 86.000 bis 156.000 Einwohnern beworben. Bürgermeister Lutz Urbach und IT-Chef Michael Möller waren sich sehr sicher gewesen, wenigstens in die Endrunde zu kommen.

Am Ende könnte es auch an der nicht so stark ausgeprägten Unterstützung aus der Bevölkerung gelegen haben. Nur mit großer Mühe hatte die Stadt am Ende 85 Unterstützerschreiben einwerben können. Nach der Jury-Entscheidung hoben die Geschäftsführer der Bitkom und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds als Mitveranstalter die Bedeutung der Unterstützung durch Bürgerschaft und Unternehmen hervor. 

Team GL: Michael Möller (im hellen Jacket) mit den Vertretern der FHDW, von Oevermann Networks und Alpha & Omega

Projektleiter Möller hatte bereits bei der Vorstellung des Bergisch Gladbacher Konzeptes betont, dass die Stadtverwaltung auch im Falle eines Nichterfolgs bei dem Wettbewerb den Weg der Digitalisierung vorantreiben wollen. Mit der Bewerbung liege nun eine „Roadmap” vor, mit der möglichst viele Bereiche des öffentlichen Lebens digitalisiert werden sollen. 

Dabei kann die Stadt jetzt, ohne durch die Interessen und Auflagen der Sponsoren gebunden zu sein, freier agieren. Allerdings fehlt jetzt auch der Handlungsdruck – und eine Förderung in Höhe eines „hohen zweistelligen Millionenbetrags”.

Den Wettbewerbsbeitrag hat die Stadtverwaltung bislang nicht veröffentlicht, mit Hinweis auf die Juryentscheidung. Wir reichen ihn nach, sobald er vorliegt.

Details zum Konzept der Stadt GL und weitere Beiträge zum Thema:

„Digitale Stadt” soll mehr Lebensqualität bringen

Auf dem Weg zur digitalen Stadt GL – so oder so

Bergisch Gladbach bewirbt sich als digitale Musterstadt

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Warum so negativ, rausfliegen beim Wettbewerb, erfolglos bei dem Wettbewerb, ja, aber nutzlos?
    Als erstes interessiert mich natürlich, was der Projektleiter Herr Möller dazu sagt, wie seine Beurteilung ist und die Meinung des Teams.
    Aus meiner Sicht war eigentlich der größte Erfolg schon eingefahren, mit der Entscheidung, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Allein dadurch schon, durch den Fokus auf das Thema und die intensive Diskussion zum Thema Digitalisierung sowohl im Team, als auch mit allen Beteiligten ist ein riesen großer Fortschritt erreicht worden. Man hat eine Roadmap zum Projekt Digitalisierung, man kennt die Unterstützer/Nutzer in der Stadt, hat Konzepte diskutiert, kennt Vor- und Nachteile, vielleicht hat man Prioritäten gesetzt, man kennt den Status zu Netz, Plattform, Anwendungen, auch die Defizite, alles Dinge, die in jedem Fall auch ohne Siegertreppchen gemacht werden müssen für das zukünftige „Tagesgeschäft“. Dafür allein ist den Beteiligten schon herzlich zu danken und wie es nun weitergeht dürfte ja besprochen sein.
    Darüber hinaus gibt es nun den Vorteil nicht alle Lernkurven selbst machen zu müssen, viele neue kompetente Ansprechpartner über die Republik verteilt zu kennen, voneinander lernen zu können und die Gewinnerentwürfe auch im Hinblick auf „wissenswertes“ verfolgen zu können.
    In jedem Fall sollte auch ein Blick auf die fünf ausgewählten Städte gelenkt werden, die bisherigen Wettbewerber, nicht als Trost, sondern zum besseren Verständnis dafür, mit wem man sich hier gemessen hat. Da darf dann die Frage nach Augenhöhe durchaus mal gestellt werden. Bei oberflächlicher Betrachtung läuft da jeweils ein kleiner „Film“ ab:
    – Wolfsburg, VW-dominiert, weltweit größter Automobilhersteller, ausgestattet mit viel Technikwissen und Geld (höchstes BIP) und internationalem Publikum, „Leuchtturm Nord“, 124 T-Einwohner
    – Paderborn, mit Nixdorf, heute Diebold Nixdorf ein weltweit bekannter IT-Standort, auch IT-Services (ATOS, Siemens), 1614 die erste Uni in Westfalen, das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) ist das weltgrößte Computermuseum und zeigt 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechniken, „Leuchtturm Ostwestfalen“, 148 TE
    – Darmstadt, die Wissenschaftsstadt, mit TU u.a. und 41T Studenten, ESA/ESOC, EUMETSAT, Frauenhofer, Pharmakonzern Merck, Degussa, Wella, Goldwell, 1969 Gründung SAP AG, ehemals FTZ, jetzt T-Systems, t-online, zweitgrößter Arbeitgeber die Telekom, Technologie- und Innovationszentrum Darmstadt (TIZ), Regierungsbezirks Stadt im Rhein Main Gebiet, „Leuchtturm Südhessen“, 155 TE
    – Kaiserslautern, Universitätsstadt, Wissenschaftsstandort, Military Community (+50 TE), Fraunhoferinstitut, Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, DFKI Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, OPEL, Pfaff, Recaro, Freudenberg, u.a. „Leuchtturm Rheinland-Pfalz-Süd“, 98 TE
    – Heidelberg, UNI mit Weltruhm, 30 T Studenten, DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum, Altstadt ist Weltkulturerbe, u.a. ABB, Heidelberger Druck, Heidelberg Zement, Lamy, Rockwell Collins, SAP und SAS Institute, größter Arbeitgeber die UNI (15 TMA), „Leuchtturm Rhein Neckar Kreis“, 108 TE
    Bei dieser Städteauswahl ist unschwer zu erkennen, dass es sich überwiegend um bedeutende Wissenschaftsstandorte handelt. Dazu kommt die jeweils starke internationale Bedeutung oder Verbindung dieser Standorte, sowie ein gewachsener Schwerpunkt in der ICT-Industrie. Also, kein Anlass für Trübsal und wenn nach der Beurteilung der Jury diese derzeit ausgewählten Städte schon Entwicklungsbedarf zum Thema Digitalisierung haben, dann kann man erst einmal ermessen, wie groß das Delta bis zur Führungsrolle im Thema Digitalisierung ist. Das erledigt sich nicht von allein.
    Auch Industrie 4.0 bedeutet nicht weitermachen wie bisher, nur mit Internetanschluss.