Die BI Sträßchen Siefen lehnt den Beibehalt des westlichen Teils der Fläche Kb8a zur künftigen Bebauung trotz der marginalen Korrektur der Flächengröße von 8 auf 5 ha ab, insbesondere angesichts der ähnlich oder gar identisch lautenden Begründungen zu den benachbarten Potentialflächen (Kb8b, Sc16a/c, Kb7a/b), die dort zur erheblichen Dezimierung oder gar zum Verzicht geführt haben.

Zu den Stellungnahmen der „Bürger“:

Flora und Fauna – Artenschutz: Der Artenschutz wird als notwendig anerkannt, jedoch erst im B-Planverfahren umgesetzt. Wenn Artenschutz dann keine Baufläche!

Flora und Fauna – Biotopschutz: Biotopvernetzung anerkannt – nur den Waldbestand teilweise nicht überplant – ist nicht ausreichend. Keine Baufläche!

Boden: Bodenschutzwürdigkeit Stufe 1 anerkannt. Im B-Planverfahren ist eine Kompensation nicht möglich. Keine Baufläche!

Wasser: Zufluss zum Katterbach aus der Baufläche bestätigt – Auswirkungen auf Grundwasserbildung im B-Planverfahren zu spät. Wirkliche Lösung nicht möglich – keine Baufläche!

Immissionsschutz Lärm: Nur formale Antwort als Übernahme aus den Richtlinien – Der Lärmpegel wird sich durch das zusätzliche Verkehraufkommen erhöhen.

Immissionsschutz Luft: Die Stickstoffdioxid- und Feinstaubbelastung ist durch die unmittelbare Nähe zur Kempener Straße heute schon grenzwertig. Eine noch durchzuführende Untersuchung der Schadstoffe in der Luft ändert daran auch nichts.

Klima: Die Notwendigkeit der Kaltluftschneisen wird bestätigt. Eine Prüfung und Reaktion (Beschränkung von Art und Maß der Bebauung) erst im B-Planverfahren ist fahrlässig und nicht realistisch. Keine Baufläche!

Naherholung: Die Formulierungen zur Naherholung sind überheblich und entsprechen nicht dem Willen der Anwohner.

Die ursprünglichen Pläne der Verwaltung und die neue Vorschläge für Schildgen und Katterbach in der Übersicht:

Zu den Stellungnahmen der „Träger öffentlicher Belange“:

Waldbestand: Der Waldbestand ist nicht vollständig aus der Baufläche herausgenommen. In der verkleinerten Fläche Kb8a befinden sich immer noch 1,6 ha Wald. Die Aussage im Entwurf ist also NICHT richtig.

Wertvolle landwirtschaftliche Flächen: Die Fläche wird heute real landwirtschaftlich genutzt und ist auch erforderlich, da keine andere verfügbare Fläche zur Verfügung steht.

Flora – Fauna – Biotop: siehe Stellungnahme Bürger

Regionale Grünzüge und Kaltluft: siehe Stellungnahme Bürger

Boden: siehe Stellungnahme Bürger

Wasser: Die Schutzwürdigkeit der vorhandenen Gewässer (Katterbach/Weidenbach) wurde anerkannt. Die Baufläche ist überwiegend eine stark geneigte mit Gräben durchzogenen Hangfläche zum Katterbach und als Zuflussgebiet notwendig. Trotz dass der Katterbach auch die Fläche Kb8a durchfließt, wurde er bis zum Odenthaler Markweg überplant. Die Aussage im Planungsvorschlag „Gewässernahe Bereiche werden aus der Bauflächendarstellung herausgenommen“ ist somit NICHT umgesetzt.

Weitere Einwände:

Unverändert falsch ist der unrealistische Bevölkerungszuwachs als Grundlage der Bauflächenausweisung im Flächennutzungsplanentwurf.

Zur Verkehrsanbindung werden keine Aussagen gemacht. Die gesamte verblieben Fläche hat keine Anbindung an umliegende Straßen. Unabhängig hiervon kann Sträßchen Siefen und/oder die Kempener Straße den Verkehr nicht aufnehmen.

Insgesamt auf zukünftige Lösungen der aufgezeigten Probleme im B-Planverfahren bzw. auf die Umsetzung des Mobilitätskonzepts und Lärmaktionsplans zu verweisen ist fahrlässig und unrealistisch. Zur Baufläche Kb8a sind die gleichen Gründe und Probleme aufgelistet wie zur Baufläche Kb8b, die bei Kb8b zum Verzicht führen, bei Kb8a aber zum Erhalt. Dies ist widersprüchlich!

Schließlich ist auf die wiederholt ablehnenden Beschlüsse des „Ausschuß für Beschwerden und Anregungen“ der Stadt Bergisch Gladbach zu mehrfachen Anfragen der Bebaubarkeit von 2 ha der jetzt verbliebenen südwestlichen Fläche Kb8a zu verweisen. Zuletzt wurde in der Sitzung am 4.6.2014 unter Tagesordnungspunkt 12 dokumentiert:

„ … dass der in Rede stehende Bereich entlang der Straße Sträßchen Siefen bereits jetzt nach § 34 des Baugesetzbuches in erster Bauzeile bebaubar sei. Die Flächen dahinter sollten von einer Bebauung freigehalten werden, was in den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan mit einfließe. 

Grundstücke würden für einen anders gearteten Wohnungsbau benötigt. Hierfür sei das Areal jedoch in keiner Weise geeignet.”

Die hier genannte „Berücksichtigung“ ist auch mit diesem Neuentwurf des FNP NICHT zu erkennen. Auch mein Hinterfragen dieses Beschlusses mit Schreiben vom 23.2.2017 an Herrn Bürgermeister Urbach blieb bislang unbeantwortet.

Karl Kohlhof und Wilfried Förster für die BI Sträßchen Siefen

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