Das alte Loewencenter in Bensberg: Das Baustellenschild ist verschwunden

Der Investor Centerscape will mit dem Teilabriss des alten Loewencenters Ende Juli bzw. Anfang August beginnen und damit den lange überfälligen Startschuss für die neue Marktgalerie in Bensberg geben. Das berichtete Bürgermeister Lutz Urbach in der Ratssitzung mit aller Vorsicht. Allerdings: die zentrale Voraussetzung dafür fehlt noch immer.

Eigentlich hatte Centerscape für Anfang dieser Woche einen Zeitplan für Abriss und Neubau der Marktgalerie an der Bensberger Schloßstraße angekündigt, doch der blieb wieder mal aus. Bekannt ist nach wie vor nur das offizielle Datum der geplanten Fertigstellung: Oktober 2018.

Ein Schaufenster der Betonruine zeigt die schöne neue Welt

Weil Bürgermeister Lutz Urbach schon weiß, welche Fragen kommen, hatte er vor seiner Sprechstunde auf dem Markt in Bensberg selbst beim Centerscape-Architekten Friedhelm Groefke angerufen. Der habe ihm mitgeteilt, der Teilabbruch der Betonruine des Loewencenters beginne Ende Juli, spätestens Anfang August, berichtete Urbach am Dienstag auf Nachfrage im Stadtrat. Aber: das sei nur ein „Zitat”, für dessen Richtigkeit er keinerlei Gewähr übernehmen könne. 

Für diese Vorsicht gibt es in der Tat gute Gründe: Eine Abrissgenehmigung hat die Stadt immer noch nicht erteilt. Dafür fehlten nach wie vor Unterlagen, bestätigte Baurat Harald Flügge auf Nachfrage. Erst wenn der Antrag vollständig sei könne er geprüft und eine Genehmigung erteilt werden. Nach den vielen Vorarbeiten und Vorgesprächen kann das zwar relativ rasch geschehen – aber auf Termine will sich auch Flügge nicht festlegen. 

Centerscape selbst war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der neue Entwurf für die verkleinerte Marktgalerie.

Ein Entwurf für die verkleinerte Marktgalerie.

Am alten Loewencenter gibt es immerhin kleine Veränderungen, aber keine Fortschritte. Das alte Baustellenschild („Hier entsteht in Kürze …”) hat Centerscape abbauen lassen. Ein neues fehlt bislang. Nur in einem Schaufenster hängen Animationen, wie die geschrumpfte, nüchterne neue Marktgalerie einmal aussehen soll. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Die Neubauten der letzten Jahre haben das westliche Ende der Fußgängerzone in Gladbach gründlich verschandelt. Noch ist es nicht zu spät, denselben Fehler in Bensberg zu vermeiden. Warum nicht statt eines 08/15-Betonquaders ‚von der Stange‘ etwas architektonisch Ansprechendes? Immerhin geht der Blick von der Schloßstraße zum Schloss und zum Bensberger Rathaus – da wäre es doch angebracht, auch ästhetische Erwägungen zu berücksichtigen, statt wie üblich einfach das Billigste zu nehmen.

  2. Bürgermeister Urbach ist vorsichtig geworden. Im Gegensatz zu früher, als er 5 x vom „baldigen Beginn der Baumaßnahmen“ sprach, gibt er heute nur ein „Zitat“ an, für das er keine Gewähr übernimmt. Man hat ihm und ganz Bensberg auch übel mitgespielt. Das neuerliche Zögern Centerscaps noch seltsamer als das Bisherige. Aus allen Richtungen wird Zustimmung und Genehmigungswillen signalisiert, man hat die Bevölkerung äußerst lange im Unklaren gelassen, hat viele zugesagte Termine verstreichen lassen und fängt nun schon wieder an, zu pokern. Ist die Firma zu klamm, um das umzusetzen, was sie vorgeschlagen hat?