Noch ist von den neuen Schildern nichts zu sehen. Die Fußgängerzone wird von 17 bis 10 Uhr für Radfahrer geöffnet.

Aus der Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer ist zwar nur eine Teil-Öffnung geworden; dennoch ist das aus Sicht der Verwaltung ein Schritt in Richtung fahrradfreundliche Stadt. Das soll am 14. April gefeiert werden.

Die „Teil-Öffnung der Fußgängerzone für Fahrradfahrer – von 17 bis 10 Uhr – ist ein weiter Schritt für ein fahrradfreundliches Bergisch Gladbach”, argumentiert die Stadtverwaltung. Mobilitätsmanager Daniel Euler spricht von einem „Riesenpotenial”, weil 43 Prozent der Bürger im Umkreis von 2,5 km um die Fußgängerzone herum wohnen – und nun einen weiteren Anreiz bekommen, „bequem mit dem Fahrrad in die Stadt zum Shoppen” zu fahren.

Vor allem zu Pendlerzeiten biete sich eine Kombination aus Fahrrad und dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an, der durch die Einrichtung sogenannter Umweltspuren aufgewertet werden.

Die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer (im Schritttempo) war bereits im Mobilitätskonzept vorgesehen und sollte eigentlich rund um die Uhr gelten. In letzter Minute hatte die CDU jedoch durchgesetzt, dass der zentrale Bereich zwischen Marktplatz und RheinBerg-Galerie von 10 bis 17 Uhr davon ausgeschlossen bleibt. Eine Entscheidung, die bei den Radfahr-Aktivisten und bei den Grünen auf scharfe Kritik stieß – und zuletzt Gegenstand einiger April-Scherze (hier und hier) war.

Die Teilöffnung der Fußgängerzone war zunächst für die Osterferien vorgesehen, verzögert sich jedoch um einige Tage. Bislang ist von der neuen Beschilderung, die die veränderten Regeln erläutern sollen, noch nichts gesehen.

Offiziell will die Stadtverwaltung die Teilöffnung am 14. April feiern. Dann werden in der Fuß0gängerzone mehrere Stände unter dem Motto „MITEINANDER – clever.vernetzt.mobil“ aufgebaut, um die Bürger rund um das Thema Radfahren zu informieren. An dieser Aktion beteiligen sich auch der ADFC und die Radstation.

Unter anderem soll eine Teststrecke für verschiedene Fahrräder angeboten werden. Fünf Pedelecs, ein Lastenrad mit Elektroantrieb sowie fünf Citybikes stehen zur Verfügung. Der ADFC bietet eine Fahrrad-Codierung an. Durch einen „Greenscreen“ können sich Radler mit Ihrem Fahrrad vor ungewöhnlichen Orten ablichten lassen. Ein Glücksrad lockt mit Preisen rund um den Drahtesel.

Parallel  zu dieser Mini-Mobilitätsmesse präsentiert sich die Fleischerinnung des Rheinisch-Bergischen Kreises an der RheinBerg-Galerie.

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4 Kommentare

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  1. Ich stimme Herrn Voss zu:
    Ausgleichen werden diese Absurdität wohl Polizei und Ordnungsamt, indem sie (wie bisher) mit Augenmaß vorgehen bei der Ahndung von ‘Regelübertretungen’. Am Ende der einjährigen Testphase wird die Politik (und die Medien) sich erneut mit dem Thema beschäftigen müssen und hoffentlich die Vernunft siegen, sprich eine klare Regelung beschlossen.

    Es gäbe eigentlich genug dringende Fragen zu klären in der Verkehrspolitik, genug Weichen zu stellen. Aber beim jetzigen Tempo wird es noch einige Jahrzehnte dauern, bis Bergisch Gladbach fit wird für die Zukunft. Wahrscheinlich hoffen die Lokalpolitiker, dass die Probleme dank autonomer e-Autos und Home Office einfach von selbst verschwinden, und sie sich die Arbeit sparen können.

    (@Günter Blematl: Es wird gemunkelt, Ihr Vorschlag stehe bereits als Antrag auf der Tagesordnung der nächsten AUKIV-Sitzung…)

  2. Mein Vorschlag ist folgender, und jeder Irrsinnige wird mir recht geben. Der Verkehr soll folgendermaßen eingeteilt werden. Und zwar täglich von 7 bis 8 Uhr Personenautos, 8 bis Uhr Geschäftsautos, 9 bis 10 Uhr Straßenbahnen, 10 bis 11 Uhr Omnibusse, 11 bis 12 Uhr die Feuerwehr, 12 bis 1 Uhr die Radfahrer, 1 bis 2 Uhr die Fußgänger.

    Sollte diese stundenweise Einteilung nicht möglich sein, wäre eine andere Lösung möglich, und zwar Tagesverkehr: Der Montag ist nur für die Personenautos, der Dienstag nur für die Geschäftsautos, der Mittwoch Straßenbahn, der Donnerstag für die Omnibusse, der Freitag
    für die Feuerwehr, der Samstag für die Radfahrer. Die Sonn- und Feiertage nur für die Fußgänger. Auf diese Weise würde nie mehr ein Mensch überfahren werden.

    Oder eine weitere Lösung: Im Januar nur mehr Personenautos, im Februar Geschäftsautos, im März die Straßenbahnen, im April Omnibusse, im Mai die Feuerwehr, im Juni die Radfahrer, im Juli Fußgänger und so weiter und so weiter.

    Oder 1939 nur Personenautos, 1940 Geschäftsautos, 1941 Straßenbahnen, 1942 die Omnibusse, 1943 die Feuerwehr, 1944 die Radfahrer, 1945 Fußgänger und so weiter.

    (In Anlehnung an Karl Valentin)

  3. Danke Mrs Marple,
    das werde ich alles unterschreiben, mir geht’s genau so !
    Wir zählen auf die örtlichen Ordnungskräfte, die bestimmt Kenntnis der absurden
    Situation / Diskussion haben; bei dem zu erwartenden “zivilen Ungehorsam” der
    Radler zu Verbotszeiten in der FZ werden diese hoffentlich nach Sachlage zu entscheiden wissen; also wer sich mit dem Rad benimmt, wird geduldet – fänd’ ich ok ;-)))

    Aber wie gehen wir mit diesen sich stark vermehrenden Handyglotzern um ? (das Wort gibt’s nach meiner Rechtschreibprüfung noch gar nicht ;.)).
    Nehmen wir mitleidsvoll Rücksicht, wie es unserer Radlernatur entspricht (auch ein neues Wort), oder dürfen wir sie plattfahren, wenn sie auch nach mehrfachem Klingeln nicht vom Radweg zu verscheuchen sind ? Die sind in der Fußgängerzone übrigens auch präsent, aber deutlich weniger “bewusst” unterwegs als jeder Radfahrer !

  4. Echt jetzt? Ich soll feiern, dass ich erst nach 17 Uhr mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone fahren darf? Angeblich zum “Shoppen”???
    Zugegeben, es ist wirklich schön, dass ich nun endlich auch offiziell bequem zur VHS und ihren Abendveranstaltungen komme. Aber meine Haupteinkaufszeit ist von dieser Teilöffnung der Fußgängerzone nicht betroffen. Und einen sicheren Radweg durch die Stadt von West nach Ost kenne ich auch nicht. Die Stadt Bergisch Gladbach muss da noch so einiges drauflegen, ehe sie das Wort “fahrradfreundlich” in den Mund nehmen darf…